1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Rotenburg
  4. Rotenburg (Wümme)

Maitour Richtung Bullensee soll wieder stattfinden

Erstellt:

Von: Ulla Heyne

Kommentare

Bändchen an Arm für Maitour
Die Maitour soll es wieder geben, eine Bändchenaktion aber nicht – dafür fehlen die freiwilligen Helfer. © Michael Krüger

Nach der Coronapause soll es am 1. Mai für die Jugend wieder zum Bullensee gehen können. Dafür lotet Bürgermeister Torsten Oestmann mit Interessierten Rahmenbedingungen aus.

Rotenburg – Für die Teilnehmer eine Riesen-Sause, für Polizei, Anwohner und Umwelt eher ein Anlass zum Stirnrunzeln: die jährliche Maitour zum Bullensee. Nach zwei Coronajahren ohne feuchtfröhliche Wanderung war die nächste Ausgabe der Traditionsveranstaltung unlängst Anlass zu einem informellen Treffen im Rathaus. Angeregt worden war der Gedankenaustausch von Bürgermeister Torsten Oestmann mit Ratsherr Frank Peters (FDP) als langjährigem Unterstützer der Maitour und anderen Interessierten bereits im Dezember. Es galt, die Gegebenheiten so abzustecken, dass die Tour, die einige Jahre lang auch überregionales Feiervolk angezogen hatte und einige Male eskaliert war, „zur möglichst großen Zufriedenheit für Teilnehmer, Anwohner, Behörden und Naturschützer verläuft“, so Oestmann zur Einlösung eines seiner Wahlversprechen.

Naturschutzgebiet tabu

Auch wenn die interne Abstimmung im Rathaus und der Schulterschluss mit den Behörden und Rettungskräften noch aussteht, ging es um ein erstes Vorfühlen, was wünschenswert und machbar ist – oder eben auch nicht. So erteilte Oestmann dem Wunsch der Maiwanderer, den Zugang zum Bullensee wieder freizugeben, eine Absage, auch wenn es sich hierbei offizielle um eine Sache des Landkreises handelt. Wie in den Vorjahren bleiben Landschafts- und Naturschutzgebiete tabu, auf dem Bullensee-Parkplatz endet die Sause. Auch das Aufstellen von Gastro-Ständen wurde verworfen – Oestmann begrüßt es, die Tradition weiterzuführen – eine offizielle Veranstaltung daraus zu machen, die auch überregionale Besucher anzieht, sei nicht Sinn der Sache.

Es gibt keinen offiziellen Veranstalter

Das eigentliche Problem: „Es gibt keinen offiziellen Veranstalter, es können also keine Absprachen in puncto Lärm und Müllvermeidung getroffen werden“, so der Rathauschef. Die Verwaltung müsse geeignete Bedingungen schaffen. Einer, der sich seit Jahren im Sinne der Jugend einbringt, ist der Rotenburger Peters. Er freut sich auf die Fortführung einer „tollen Tradition im Einklang mit der Natur“: „Ich bin mit 17 das erste Mal mitgewandert“, erinnert sich der 48-Jährige, „damals nur mit wenigen hundert Teilnehmern“. Im Unterschied zu Oestmann, der von ähnlichen Zahlen wie in den Vorjahren ausgeht, rechnet er durch die Zwangspause mit einem Rückgang des Interesses: „Viele Jugendliche wissen noch gar nicht, worum es geht.“

Keine „stationären Trinkgelage“ im Wohngebiet

Konsens besteht über bewährte Maßnahmen: Kein Alkohol auf dem bewohnten Teil des Mühlendes, um „stationäre Trinkgelage zu vermeiden – das sind wir den Anwohnern schuldig“, so Oestmann; weiterhin eine Begrenzung der Dezibel durch Verbot von „Discoanlagen“, ein Verbot von Glas, dafür mobile Toiletten und voraussichtlich auch Müllsammelstellen an der Strecke. Verworfen wurde der zwei Jahre durchgeführte Verkauf von Bändchen, deren Erlös lokalen Wohltätigkeitszwecken  wie Umweltschutz am Bullensee oder dem Hartmannshof zugutekam: „Dafür haben wir dieses Jahr einfach nicht die Manpower“, bedauert Peters. Hätten sonst um die 15 bis 20 Unterstützer am Tag selbst, aber auch danach zum Müllsammeln zur Verfügung gestanden, hielt sich die Resonanz in einschlägigen Gruppen bei den in den sozialen Medien Eingeladenen bis jetzt in Grenzen: Nur drei Interessierte hatten außer Oestmann und Peters den Weg ins Rathaus gesucht.

Auch interessant

Kommentare