Am 1. März ist Tag der Komplimente

„Danke, dass du für mich da bist“

Über dieses Kompliment als „Oma des Monats“ freute sich Sigrid Schwekendiek ganz besonders. „Das fand ich richtig stark“, sagt die Rotenburgerin stolz.

Rotenburg - Von Dörthe Krause. Ein nettes Wort, eine kleine Geste oder Berührung – ein Kompliment kann sich auf viele Arten zeigen. Doch was genau sind eigentlich Komplimente? Und warum sind sie so wichtig für unser Miteinander? Diesen Fragen gehen wir am Tag der Komplimente auf den Grund.

„Komplimente sorgen dafür, dass wir uns wohlfühlen. Sie sind eine schöne Anerkennung und lassen uns größer werden“, erklärt Henner Spierling, Diplom-Psychologe im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) am Agaplesion Diakoniekrankenhaus Rotenburg. 

Das findet auch Suzan Sarigül. Besonders wertvoll ist für sie eine Äußerung ihrer Töchter. „Sie haben mir gesagt, dass ich eine tolle Mutter bin. Das bedeutet mir sehr viel“, erzählt sie stolz. Doch die 46-Jährige verteilt auch gern Komplimente, am liebsten an ihre Familie. „Sie sind die Säule in meinem Leben. Ich verteile genauso gern Komplimente an meine Kinder, meinen Mann, die Geschwister oder Eltern, wie ich selbst welche bekomme.“

Suzan Sarigül

Das Kompliment ihres Sohnes bedeutet Birgit Bernd besonders viel. Fast jeden Tag sagt er ihr, dass sie die beste Mama der Welt ist. „Dabei wuschelt er mir außerdem immer über den Kopf“, erzählt die Rotenburgerin und schmunzelt. Egal wie oft er es ihr sagt, die Freunde ist jedes Mal groß. „Dann weiß ich, dass ich alles richtig mache“, sagt Bernd. Anerkennung und Bestätigung aktivieren Glückshormone und das Belohnungszentrum im menschlichen Gehirn, weiß Spierling. „Diese Selbstwertsteigerung macht uns widerstandsfähiger im Alltag“, ergänzt er. „Mit der Überzeugung ‘Ich bin in Ordnung, so wie ich bin’, lassen sich persönliche Ziele besser erreichen. Das ist ganz wesentlich für unsere seelische Gesundheit“, erklärt er.

Für Felix Strietzl aus Ottersberg sind Komplimente eine Herzensangelegenheit. „Ich bin immer offen dafür“, sagt er. Als ehrenamtlicher Helfer des Deutschen Roten Kreuzes ist er beim Hurricane Festival in Scheeßel im Einsatz. In seiner Freizeit versorgt er dort Verletzte. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat er einmal ein etwas außergewöhnliches Kompliment bekommen. „Danke, dass wir uns hier hemmungslos besaufen können“, sagte einmal ein Festivalbesucher zu dem 25-Jährigen. Für Strietzl war es ein Zeichen der Anerkennung seiner ehrenamtlichen Arbeit. „Es stärkt mein Selbstwertgefühl und zeigt mir, dass ich meine Freizeit sinnvoll nutze.“ Genauso wichtig ist es ihm, selbst Komplimente zu verteilen. Erst kürzlich konnte sich seine Freundin Judith über eines freuen. „Danke, dass du für mich da bist“, lauteten die Worte, die für sie bestimmt waren.

Felix Strietzl

Eine Medaille für die „Oma des Monats“ hängt bei Sigrid Schwekendiek am Pinnboard. Das selbstgebastelte Kompliment ihres Enkels kam per Post. Damit hatte die 68-Jährige überhaupt nicht gerechnet. „Das fand ich richtig stark“, erinnert sie sich. Deswegen hat die Medaille auch einen Ehrenplatz bekommen. „Wir sollten viel mehr loben statt kritisieren“, sagt die Rotenburgerin. Und sie geht als gutes Beispiel voran. Jeder Mitarbeiter bekommt von der Ersten Vorsitzenden des Eine-Welt-Vereins in Rotenburg einen persönlichen Brief zu seinem Geburtstag. Neben den Glückwünschen zum Ehrentag ist es ihr wichtig, sehr persönliche Worte zu schreiben. „Ich möchte den Menschen sagen, dass sie wichtig sind. Das stärkt das Miteinander.“ Damit macht sie es genau richtig. „Es ist gut, möglichst genau zu loben“, weiß Psyhologe Spierling. Zu sagen, was genau uns am Gegenüber gefällt, stärke die zwischenmenschliche Beziehung und lasse sie wachsen.

Sigrid Schwekendiek

Die beste Oma der Welt wohnt laut Aussage ihrer beiden Enkel in Scheeßel. Dieses Kompliment kann Evelyn Hüske nicht oft genug hören. Sie spielt und bastelt gern mit den beiden Kindern. Und dann, völlig unverhofft, kommen die Worte, die sie glücklich machen: „Du bist die beste Oma der Welt.“ Doch manchmal sind es auch die nicht gesagten Worte, hinter denen sich ein Kompliment versteckt. „Wenn mein Mann zum Beispiel beim Essen nicht meckert, schmeckt es ihm. Das ist auch ein Kompliment“, erklärt Hüske.

Mario Leven aus Etelsen verteilt gern Komplimente. „Das bringt mich gut durch den Tag“, erklärt der 54-Jährige. Schwer fällt es ihm nicht. Besonders seine Ehefrau liegt ihm dabei am Herzen. „Sie managt immer alles top im Haushalt, wenn ich wenig Zeit habe“, sagt er. Auch wenn er mehr Komplimente verteilt als er selbst bekommt, stärken ihn gut gemeinte Worte ebenfalls.

Komplimente sind für Claudia Gallus aus Wohlsdorf ein Zeichen für Achtung. „Vieles wird heute als Gegeben hingenommen“, sagt sie. Da seien nette, ehrliche Worte eine echte Stärkung. Ob ein Kompliment auch als solches verstanden wird, hängt für die 48-Jährige von der Situation, der Person und dem Inhalt ab. Sie selbst verteilt gern Komplimente. Doch das sei eine persönliche Sache, die gehöre in den direkten Kontakt zweier Menschen. Neben den Worten seien Körpersprache und Mimik in dieser Situation sehr wichtig. „Ein Kompliment muss immer zum Kontext und zur Beziehung passen“, erklärt Spierling. Nur dann werde es als solches erkannt und angenommen.

Nicole Kaping und Claudia Gallus (r.).

Kurz und knapp fasst Nicole Kaping das Kompliment zusammen, das ihrem Freund Jörg gilt: „Danke, dass du mich glücklich machst.“ Sie freue sich jedes Mal, ihn zu sehen. Jörg sei immer für sie da. Grund genug, am Tag der Komplimente dies einmal zu sagen.

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