Dora Heldt und Anouk Schollähn lesen und plaudern im Wachtelhof

Mädelsabend mit Glossen, Geständnissen und Gelächter

+
Zwei, die sich gegenseitig befeuerten: Autorin Dora Heldt (r.) und Radio-Moderatorin Anouk Schollähn.

Rotenburg - Sie ist wieder da: Dora Heldt, Bestsellerautorin, „Für Sie“-Kolumnistin und Alltags-Finger-in-die-Wunde-Legerin. Bereits zum zweiten Mal sorgte sie im Wachtelhof für einen amüsanten Abend.

Im Gepäck, oder besser in der großen literarischen Handtasche, deren Kauf eine eigene Glosse wert ist: Alles, was die Normalofrau von heute in den mittleren Jahren so bewegt: Die beiden Seiten des Kleiderschranks (für passende Sachen und nie genutzte für „nach der Diät“), der Business-Sprech der Aufsteigerin, die beim „Get Together“ ganz „im Flow“ über ihre „Prios und No-Gos“ philosophiert, von der Unentschlossenheit beim Bestellen im Restaurant – das ganz normale Leben, nur eben fein beobachtet und so realitätsnah auf den Punkt gebracht, dass mehr als einmal „Genau!“-Juchzer aus dem Publikum zu hören sind.

Beim Vortragen der Kolumnen hat sie sich – nicht nur wegen der Sommergrippe – Unterstützung geholt. NDR2-Moderatorin und Freundin Anouk Schollähn liest nicht nur genial, sie schwimmt auch auf einer Wellenlänge mit der Hamburger Autorin und befeuerte deren Text gern mal mit eigenen Erlebnissen. So entsteht ein munterer Small-Talk, in dem sich zwei Routiniers gut gelaunt und eingespielt die Pointen zupassen, ob bei der Yogamatte mit den Ausmaßen eines fliegenden Teppichs oder der rosa Jogginghose. Und auch die zuweilen aussetzende Technik wird ungerührt weggekalauert. Zum Brüllen: Die Schilderung, als Heldt ihren gewagten Daunenmantel zur Frankfurter Buchmesse ausführt – um sich später im Fernsehen, wo sie im Hintergrund auftaucht, zu wundern, wer denn das Michelinmännchen ist.

Zuhörerinnen werden zu Akteuren

So amüsant sich die in der „Für Sie“ gesammelten Glossen auch ausnehmen – ob sie durch einen ganzen Abend tragen, darf bezweifelt werden, selbst wenn alternierend vorgelesen und mit allerlei flapsig-freundschaftlichem Interkurs garniert. Das weiß auch Medienprofi Heldt. Und so macht sie im zweiten Teil des Abends die Zuhörerinnen kurzerhand zu Akteurinnen. Das passt gut – bis auf die neun anwesenden Männer im Publikum ist man unter sich. Und so stellt sich beim munteren (anonymisierten) Preisgeben von Geheimnissen wie dem schlimmsten Fehlkauf oder der größten Peinlichkeit im Leben denn auch bald die heiter-gelöste Stimmung eines Mädelsabends mit Likörchen und Partyspielen ein.

Das Ansprechen des Chefs mit falschem Namen und der im Slip festhängende Glockenrock werden noch getoppt von einer Buxtehuderin: Die habe ihren Mann im Saunabereich mehrfach untertaucht – bis sie bemerkt, dass der Gatte das Geschehen vom Beckenrand aus beobachtet.

Nach zwei Stunden ist der kollektive Work-out für die Lachmuskeln geglückt. Besucherin Renate Pittwald spricht vielen aus dem Herzen: „Live ist sie noch besser als ihre Bücher!“

hey

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Sommerfest der SPD in Verden 

Sommerfest der SPD in Verden 

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Meistgelesene Artikel

Kommersabend des Kreisschützenfestes: „Heute wollen wir nur feiern“

Kommersabend des Kreisschützenfestes: „Heute wollen wir nur feiern“

1500 Schützen feiern in Westervesede

1500 Schützen feiern in Westervesede

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Bundestagsabgeordnete Kathrin Rösel und Lars Klingbeil stellen sich Fragen der Schüler

Bundestagsabgeordnete Kathrin Rösel und Lars Klingbeil stellen sich Fragen der Schüler

Kommentare