Weltwassertag: Zahlen und Infos zum Trinkwasser in der Region

116 Liter am Tag

Nicht nur zum Trinken. Wasser wird auch in der Region viel verbraucht. Im Bundesvergleich liegt man hier aber unter dem Durchschnitt. Fotos: Röhrs/Menker

Rotenburg – Einmal im Jahr seit 1992 weisen die Vereinten Nationen mit dem Weltwassertag auf die Bedeutung von sauberen Wassers für die Menschen hin. Anlass für uns, das Trinkwasser in der Region in den Blick zu nehmen. Zusammen mit dem Chef des Wasserversorgungsverbands (WVV) Rotenburg-Land haben wie den Verbrauch der Einwohner im Südkreis Rotenburg unter die Lupe genommen und nachgefragt, wie das Wasser in den Hahn kommt.

Verbrauch

Duschen, Toilette, Trinken und mehr, am Tage kommt einiges an Wasser zusammen. 116 Liter Wasser verbraucht eine der 70 000 Personen im Gebiet des WVV pro Tag. Das macht im Jahr insgesamt rund 2,9 Millionen Kubikmeter Wasser. Rechnet man neben den privaten Nutzern noch Gewerbe und Industrie hinzu, summiert sich das auf rund fünf Millionen Kubikmeter, die der WVV 2019 abgegeben hat. Laut Meyer liegt man damit bundesweit gesehen unter dem Durchschnitt.

Dort liegt der tägliche Verbrauch bei 130 Liter. Insbesondere in den vergangenen Jahren seien die Anlagen des WVV an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, berichtet Meyer. „Generell ist zu sagen, dass Versorgungsanlagen immer gut ausgelastet sein sollten, damit das Trinkwasser immer in Bewegung ist und keine Stagnation in der komplexen Versorgungsanlage entsteht.“ Dennoch gehörten Planungen zur Auf- und Umrüstung unserer Anlagen zu den ständigen Prozessen beim WVV, „es werden stetig Erweiterungen und Optimierungen durchgeführt“.

Gefahren

Insbesondere die Nitratbelastung war in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder Thema im Landkreis. Auch beim WVV. Der Verband habe in einigen seiner eigenen Vorfeld-Messstellen bereits zu hohe Werte festgestellt – die Rede ist von mehr als 50 Milligramm pro Liter. Es gebe seit vielen Jahren eine Trinkwasserschutzkooperation mit Landwirten und den Stadtwerken Rotenburg. „Durch die neue Düngeverordnung kommt ein weiterer Schutz hinzu, sodass von uns gelebte Schutzmaßnahmen angepasst werden müssen.“ Doch nicht nur Nitrat gefährdet das Trinkwasser. Sorgen mache auch die Erdgasförderung in den Wasserschutzgebieten. Auch Pflanzenschutzmittel sind Thema. Stoffe aus diesen Mitteln werden im oberen Grundwasserleiter gefunden. Die seien zwar noch nicht ins Rohwasser gelangt, dennoch gibt es im Rahmen der Trinkwasserschutzkooperation Maßnahmen, welche den Einsatz von Pflanzenschutzmittel reduzieren.

Reinigung

Abwässer werden in den Kläranlagen der Kommunen gereinigt. Doch auch bei der Trinkwasserversorgung müssen die Mitarbeiter des WVV hin und wieder „putzen“. Je nach Durchströmung werden die Leitungen im ein- bis mehrjährigen Turnus gespült. In den Rohren können mit der Zeit nämlich Ablagerungen entstehen. Dazu bestehe immer die Möglichkeit durch Verunreinigung von außen, „aber der Verband achtet hier genau auf den Einsatz von fachkompetenten, zuverlässigen und zertifizierten Dienstleistern“, so Meyer.

Betrieb

Zwei Wasserwerke sogen dafür, dass der Laden läuft. Zusätzlich gibt es noch drei sogenannte Druckerhöhungsanlagen, um den Druck den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Gefördert wird urzeitliches Wasser – mehrere hundert bis tausend Jahre alt – aus der Rotenburger Rinne. „Wichtig ist jedoch, dass bekannt ist, dass dieses Wasser stets mit neuem Regenwasser gespeist wird“, erläuter Meyer.

Daher ist ein Grundwasserschutz enorm wichtig. Überwacht wird alles sowohl von den Behörden als auch vom WVV selbst. „Mithilfe Steuerungstechnik auf verschiedenen Ebenen der Alarmierung ein reibungsloser Betrieb gewährleistet.

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