Direktmandate die sicherste Variante

CDU und SPD verabschieden Landeslisten für Bundestagswahl

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SPD und CDU haben die Landeslisten für die Bundestagswahl aufgestellt.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. CDU und SPD haben am vergangenen Wochenende eine weitere Formsache hinsichtlich der anstehenden Wahlen abgeschlossen. Beide Parteien haben auf ihren Landesvertreterversammlungen die Landeslisten für die anstehende Bundestagswahl verabschiedet, die Christdemokraten außerdem die Liste für die Landtagswahl im Januar.

Während die Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD) und Kathrin Rösel (CDU) einen aussichtsreichen Listenplatz erreichen konnten, ist der CDU-Landtagskandidat Eike Holsten von der Direktwahl abhängig.

Kathrin Rösel bemüht eine Floskel: „Eine schöne Momentaufnahme ist das“, sagt die Bundestagsabgeordnete hinsichtlich ihres 18. Platzes auf der 57 Namen umfassenden CDU-Landesliste für die Bundestagswahl im September. „Sehr froh“ sei sie über das Ergebnis, es sei eine „Honorierung ihrer Arbeit“ in der kurzen Zeit. Rösel ist erst im Juni 2016 für Reinhard Grindel in den Bundestag nachgerückt, und Neulinge müssten sich ihrer Aussage nach in der Regel hinten anstellen. Doch natürlich sei für sie die Direktwahl das Ziel.

Direktwahl ist die sicherste Methode

Diese ist immer noch die sicherste Methode, nach der Wahl weiterhin einen Platz im Berliner Reichstag einnehmen zu können. Denn Platz 18 auf der Landesliste ist für Rösel keine Garantie, über die Zweitstimmen ihren Abgeordnetenposten zu behalten. Bei der Bundestagswahl 2013 konnten 14 CDU-Politiker über die niedersächsische Liste ins Parlament einziehen. Nach Abzug der Direktmandate durfte noch der 29. Listenplatz nach Berlin.

Dementsprechend messe sie der Landesliste keinen hohen Stellenwert bei, sagt Rösel. Auch ihr SPD-Kontrahent Lars Klingbeil ist alles andere als das Direktmandat „zu unsicher“, wie er in einer Pressemitteilung zitiert wird. Zwar stehen seine Chancen, bei einer Niederlage im Wahlkreis Rotenburg I – Heidekreis über die Landesliste in den Bundestag einzuziehen, wegen seines siebten Platzes gut, doch verlassen kann er sich darauf nicht. „Sollten tatsächlich sechs Parteien in den neuen Bundestag einziehen, verlieren Listenplätze etwas an Bedeutung“, so der 39-Jährige. Zwölf niedersächsische SPD-Abgeordnete kamen 2013 in den Bundestag, darunter auch Klingbeil – damals noch auf Platz neun.

Eike Holsten hofft auf Direktmandat für den Landtag

Als „völlig irrelevant“ bezeichnet Eike Holsten die CDU-Liste für die Landtagswahl im Januar. Wenn man die vergangenen Wahlen als Grundlage nimmt, muss er das Direktmandat holen, um tatsächlich einen Stuhl im Leineschloss in Hannover besetzen zu dürfen. Alle CDU-Landtagsabgeordneten wurden zuletzt direkt in ihre Ämter gewählt, die Landesliste hat bei den Christdemokraten nur noch Symbolkraft. Angesichts seines 49. Platzes fühlt Holsten sich als Neuling trotzdem gut von seinen Parteifreunden „behandelt“, er sei dennoch nicht mehr oder weniger motiviert, im Wahlkreis Rotenburg zu gewinnen.

Die Chancen, das Direktmandat zu holen, stehen für die beiden CDU-Kandidaten Rösel und Holsten gut, schließlich gingen die Christdemokraten bei den letzten Bundes- beziehungsweise Landtagswahlen in den Altkreis Rotenburg betreffenden Wahlkreisen immer als Sieger hervor.

Holstens Gegner aus der SPD, Tobias Koch, hat dagegen mit einer entsprechenden Platzierung Chancen auch über die Landesliste in den Landtag zu kommen. 16 der 49 aktuellen Mandate sind Landeswahlvorschläge gewesen, Platz 23 hat bei der Wahl 2013 bei der SPD gereicht. Die Sozialdemokraten legen die Landesliste für 2018 am 21. Oktober in Hameln fest.

Rund um die Landtagswahl

Alle Informationen rund um die Landtagswahl 2018 in Niedersachsen erhalten Sie bei uns.

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