Christine Raudies in der Kantor-Helmke-Schule zu Gast

Lesen schafft innere Bilder

Die Bremer Autorin Christine Raudies hat in der Kantor-Helmke-Schule Geschichten vorgelesen. Foto: Witte

Rotenburg - Von Farina Witte. Christine Raudies braucht nicht viel, um die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zu ziehen. Bei der Lesung an der Kantor-Helmke-Schule in Rotenburg bringt sie ihre Gitarre und eine Mappe mit Geschichten mit. Es sind bisher unveröffentlichte Geschichten, die sie den Kindern am Lesetag präsentiert.

Doch die Lesung für die Schüler der sechs Klassen des dritten und vierten Jahrgangs beginnt erst einmal mit Musik. Etwas, bei dem die Kinder direkt selbst aktiv werden können. Und es dauert auch nicht lange, bis sie sich den Text gemerkt haben und mitsingen. Eine der Geschichten, die Raudies dann vorliest, dreht sich um Poppy. Ein Mädchen, mit dem die Autorin befreundet ist, wie sie den Kindern erklärt. Poppy hat einen Kleiderschrank entdeckt, mit dem sie an jeden Ort reisen kann, an den sie sich wünscht. Zunächst hat sie ein wenig Angst davor, was der Schrank machen kann. Aber schnell hat sie den Dreh raus und weiß, welche Anweisung sie dem Schrank geben muss, damit er sie an das gewünschte Ziel bringt. Bald beschließt Poppy, eine größere Reise anzutreten und macht sich auf nach Südengland zum Tintagel Castle. Dort war sie schon häufiger mit ihrer Familie. Tatsächlich bringt sie der Schrank dorthin, und sie verbringt den Tag an der Küste. Doch am Abend ist der Schrank nicht mehr da. Später findet sie heraus, dass sie ihn nur mit Bonbons zurückholen kann.

Raudies gelingt es mit dieser Geschichte, verschiedene Bilder zu kreieren, je nachdem, wo Poppy mit dem Schrank hinreist. Das Schaffen innerer Bilder ist ein Grund, weshalb Lesen so wichtig ist, findet Schulleiterin Cathrin Cramme. „Vorlesen ist wichtiger als jeder Computer“, findet die Schulleiterin. Auch an der Kantor-Helmke-Schule, an der digitaler Unterricht etwa mit Whiteboards längst Alltag ist, spielt das Thema Lesen und Vorlesen nach wie vor eine große Rolle. Vorlesen ist regelmäßig Teil des Unterrichts, berichtet Cramme. „Lesebücher für Deutsch gibt es auch immer noch“, sagt Cramme, die betont, dass aus ihrer Sicht das Lesen in einem Buch wichtig ist und nicht mit dem Lesen an einem digitalen Bildschirm zu vergleichen oder zu ersetzen ist.

Es ist der erste Besuch der Bremer Kinderbuchautorin an der Kantor-Helmke-Schule. Cathrin Cramme hatte Raudies im vergangenen Jahr über den Rotenburger Begabtenverbund, in dem neben der Kantor-Helmke-Schule die Stadtschule und Schule am Grafel sowie die Integrierte Gesamtschule und das Ratsgymnasium organisiert sind, kennengelernt. „Ich habe sie in einer Lesung in der Stadtbibliothek erlebt“, erzählt Cramme. Überzeugend für sie sei gewesen, dass Raudies die Lesungen altersgerecht gestalte und sie durch die Musik, die sie spielt, einen guten Zugang zu den Kindern bekomme. Der Lesetag findet jedes Jahr in der Kantor-Helmke-Schule statt. Normalerweise ist ein bestimmtes Thema im Vordergrund. Dieses Mal ging es für die Kinder aber darum, eine Autorin kennenzulernen.

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