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Ratsgymnasiasten helfen Lernen zu lernen

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Von: Ann-Christin Beims

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Fabienne Schewe (hinten v.l.), Carlotta Mix, Alina Heitmann, Aileen Behrens (vorne l.) und Alina Böder
Stolz halten Fabienne Schewe (hinten v.l.), Carlotta Mix, Alina Heitmann, Aileen Behrens (vorne l.) und Alina Böder ihr gedrucktes Magazin in den Händen. © Ann-Christin Beims

In besonderen Zeiten haben fünf Ratsgymnasiastinnen ein besonderes Heft erstellt, das beim Lernen helfen soll.

Rotenburg – Im Seminarfach in den Jahrgängen 12 und 13 lernen die Schüler des Rotenburger Ratsgymnasiums wissenschaftliches Arbeiten. Im vergangenen Schuljahr haben sie sich dabei unter dem Oberbegriff „Mensch und Erinnerung“ in ihren Arbeiten mit ganz unterschiedlichen Themen befasst, von der Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen bis hin zur Bedeutung von Schlaf. In diesem Schuljahr stand nun eine dazu passende Gruppenarbeit auf dem Plan. Fünf Schülerinnen haben sich etwas Besonderes überlegt und das erste naturwissenschaftliche Magazin des Ratsgymnasiums erstellt.

Ziel im Seminarfach ist es vor allem, Dinge wie das richtige Zitieren, Recherche und Präsentation zu lernen, erklärt Schulleiterin Iris Rehder. Aber auch die handwerklichen Grundlagen, die für Facharbeiten in einer Ausbildung oder im Studium notwendig sind, werden den Schülern an die Hand gegeben. Aileen Behrens, Alina Böder, Alina Heitmann, Carlotta Mix und Fabienne Schewe haben einige der Themen nun als Artikel für das Magazin verarbeitet. Unter dem Titel „Rund ums Lernen“ haben sich die Abschlussschülerinnen dafür mit allem auseinandergesetzt, was das Lernen erleichtert, aber auch erschweren kann. Auch die Erstellung eines Films war in der Überlegung. „Aber das Magazin war einfacher, auch wegen Corona“, sagt Schewe. Dreharbeiten wären schwierig geworden. Auch wollten sie gerne am Ende etwas richtig in den Händen halten können.

40 Seiten stark

Sie haben sich für den Aufbau des mehr als 40 Seiten dicken Hefts verschiedene Wissenschaftsmagazine als Vorbild genommen. Und die Erstellung war zeitaufwendiger als anfangs vermutet, sagt Behrens. „Wir haben einige Ideen wieder verworfen und immer wieder umgestaltet.“ Schewe, die sehr am Thema Design interessiert ist, hat zudem erklärende Bilder weiter verfeinert und das Titelbild selbst entworfen.

Als sie das Magazin ihren Mitschülern präsentiert haben, gab es viel positives Feedback. Und auch Lehrerin Freya Berkemeyer zeigte sich begeistert. „Hätte ich 17 Punkte geben können, hätte ich es getan.“

Die Schülerinnen haben viel Zeit und Mühe investiert. Doch nach dem Druck einiger Exemplare wären diese noch fast im Schredder gelandet: „Der Lieferant kam wegen Bauarbeiten nicht zu mir nach Hause und die Hefte wurden zurückgeschickt“, erinnert sich Schewe. Letztlich hat aber doch noch alles geklappt. Aus ihrer Arbeit haben sie auch einiges für ihre eigenen anstehenden Abiturprüfungen sowie ihren weiteren Weg danach mitgenommen. „Ich fühle mich besser vorbereitet auf spätere Arbeiten“, sagt Schewe. Der Umgang mit Quellen, die Suche nach vertrauenswürdigem Material, ergänzt Mix, falle ihnen leichter. Außerdem können sie die Lerntipps jetzt gezielt umsetzen: Tür abschließen und Handy aus, damit Ruhe herrscht, eine feste Strukturierung, vernünftiges Zeitmanagement. „Ich war erstaunt, dass ich manches davon unbewusst seit Jahren genau so umsetze“, sagt Behrens. „Und wir haben gelernt, dass wir große Aufgaben meistern können und nicht davor zurückschrecken sollten“, ergänzt Schewe.

Corona bremst vieles aus

Für die Schülerinnen sei es zudem „erfrischend“ gewesen nach viel Zeit im Homeschooling gemeinsam etwas auf die Beine stellen zu können – auch wenn dennoch einiges online abgelaufen ist. Es ist gerade eine „sehr nervenaufreibende Zeit“, sagt Behrens. Ihr Jahrgang verbringt die gesamte Qualifikationsphase unter Corona-Einfluss. In wenigen Wochen stehen die Abiturprüfungen an. Die Schüler erleben diese Zeit, in der sie neben dem Lernen noch einmal die Schulzeit mit Freunden feiern und genießen sollten, voller Einschränkungen. „Keine großen Treffen, und wenn, müssen wir uns testen. Wir konnten nicht mal unsere 18. Geburtstage richtig feiern“, bedauert sie. Selbst die Abifahrt, die gebucht ist und ins spanische Lloret de Mar führen soll, ist noch mit einem Fragezeichen versehen. „Und dann der ganze Schulstress dazu, es ist nicht einfach. Aber wir müssen das Beste daraus machen“, meint Behrens.

An den Abschied denken die Schülerinnen oft. „Dass die Schulzeit endet, macht mich ein bisschen traurig“, erklärt Heitmann. Und je nach Pandemielage wird es vielleicht erneut ein Abschied in kleineren Gruppen – auch wenn die Hoffnung da ist, dass alle gemeinsam ihren Abschluss feiern können. Heitmann: „Man fragt sich natürlich immer, wie es ohne Corona wäre.“ acb

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