1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Rotenburg
  4. Rotenburg (Wümme)

Leitungswechsel bei den Grünen Damen und Herren in Rotenburg

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ann-Christin Beims

Kommentare

Elke Stranimaier-Schweigert (l.) und Lieselotte Busche stehen vor dem Diakoniekrankenhaus.
Elke Stranimaier-Schweigert (l.) übernimmt die Leitung der Grünen Damen und Herren, Lieselotte Busche bleibt aber weiterhin im Team aktiv. © Beims

Bei den Grünen Damen und Herren wird getauscht: Leiterin Lieselotte Busche übergibt den Staffelstab an ihre Nachfolgerin Elke Stranimaier-Schweigert.

Rotenburg – Es ist die Arbeit der Grünen Damen und Herren – aber effektiv sind es derzeit nur Grüne Damen, die im Rahmen der Evangelischen Krankenhaus-Hilfe (EKH) auf den Fluren des Rotenburger Diakonieklinikums unterwegs sind. „Wir suchen immer noch nach männlicher Unterstützung“, sagt Lieselotte Busche. Doch mit der Suche befasst sich demnächst ihre Nachfolgerin, denn nach sechs Jahren als Leiterin reicht Busche am Montag den Staffelstab ganz offiziell an Elke Stranimaier-Schweigert weiter.

Busche war schon, als sie das Amt übernommen hat klar, dass sie es nur eine begrenzte Zeit ausüben möchte. Eigentlich habe sie im vergangenen Jahr aufhören wollen, aufgrund der Pandemie-Situation aber noch weiter gemacht. Da über viele Monate ein Arbeitseinsatz nicht möglich war, ging es auch darum, „die Gruppe zusammenzuhalten“, sagt Busche, die aber weiterhin Dienste übernehmen möchte. „Diese Zeit hat bei allen etwas bewirkt.“ Der Kontakt der Patienten zur Außenwelt ist weggebrochen, denn parallel zum Besucherstopp im Krankenhaus setzte die Arbeit der Helfer im markanten grünen Kittel aus.

Erst seit vergangenen Juli gibt es wieder einen Lotsendienst, dazu punktuell Besuchsdienste. Insbesondere, seit das Krankenhaus jetzt seine Pforten für eine begrenzte Zahl Besucher öffnet, dürfen die Ehrenamtlichen wieder loslegen. Dank einer Hygieneschulung wissen sie, worauf sie achten müssen. Auch der Büchereidienst konnte wieder aufgenommen werden.

Doch viele Einschränkungen bleiben vorerst. Auf den Getränkewagen müssen Besucher und Patienten noch warten, bedauern beide. „Da müssen wir noch etwas Geduld haben, aber wenn das wieder ginge, das wäre ein großer Gewinn“, betont Stranimaier-Schweigert. Gerade die, die lange warten müssen, freuen sich über etwas zu trinken, einen Snack oder mal einen kurzen Schnack.

Wie wichtig ihr Engagement ist, betonen beide. Da geht es zum einen um die Patienten, denen sie mit Rat und Tat und einem offenen Ohr zu Seite stehen. Da ist aber auch das Krankenhaus-Personal, das die Entlastung zu schätzen weiß. „Jeder ist froh, dass es uns gibt und weiß, was wir für wertvolle Arbeit leisten“, bekräftigt Stranimaier-Schweigert. Das sei insbesondere in der Pandemie deutlich geworden – als sie nämlich nicht da waren.

Durch die ganzen Vorschriften, die es zu beachten gilt, kommt es auch zu genervten Patienten. „Da können wir schon einmal mit unserer Hilfe etwas Frust abbauen“, sagt Stranimaier-Schweigert. Auch von den Ärzten schwappt ihnen Respekt entgegen – eine Tatsache, die nicht selbstverständlich ist. „Das zeigt aber, wie hoch die Akzeptanz der Arbeit ist.“

Ihre Gruppe in dieser Zeit zusammenzuhalten, das ist Busche auf jeden Fall gelungen: Keiner ist aufgrund der Pandemie abgesprungen. Sie stand in regelmäßigem Kontakt mit den einzelnen Gruppen über die Teamleitungen, hat aber auch immer mal wieder persönlich ihre Mitstreiter angerufen und sich nach ihnen erkundigt. Und genau dieser Zusammenhalt ist es, der viel von der Arbeit ausmacht. „Wir sind über die Jahre eine geschlossene Gruppe geworden, das freut mich.“ Man wolle gemeinsam etwas entwickeln und steht dahinter. „Es ist eine Bereicherung, diesen Dienst zu machen – wer sich wohl fühlt, geht gerne hin“, sagt Busche, die bereits seit zwölf Jahren Teil des Teams ist.

Erst am Montag ist eine weitere Frau zum Team gestoßen, das damit im vergangenen halben Jahr drei Neuzugänge verzeichnen konnte. Zwar sind sie damit mittlerweile 46 Grüne Damen, aber aufgeteilt auf fünf Gruppen: „Dann ist das schon nicht mehr so viel“, meint Busche, die auf weitere Ehrenamtliche hofft. Der einzige Mann im Team ist im vergangenen Jahr verabschiedet worden.

Und auch für Busche ist es an der Zeit, Platz zu machen für eine Nachfolgerin. „Das war ein guter Zeitraum, um etwas aufzubauen und zu entwickeln. Aber jetzt ist es Zeit für frischen Wind und neue Ideen“, meint die Rotenburgerin. Den soll Stranimaier-Schweigert bringen, wenngleich diese betont: „Mein Ziel ist es, das weiterzumachen, was gut ist.“

Jetzt will sie sich zunächst einmal richtig mit dem Haus vertraut machen, denn Neu-Leiterin Stranimaier-Schweigert ist erst seit August dabei. Ihr Mann und sie sind aus Bayern hergezogen, um näher bei ihren Kindern zu sein. Sie hat durch einen Zeitungsartikel von den Grünen Damen und Herren erfahren und sich daraufhin mit Busche unterhalten. „Ich habe gleich angefangen, es hat einfach gepasst“, freut sich die Neu-Rotenburgerin. Eine „besondere Ehre“ sei es gewesen, dass sie nach so kurzer Zeit bereits gefragt wurde, ob sie sich die Leitung vorstellen könnte.

Da Stranimaier-Schweigert mittlerweile nicht mehr als Arzthelferin im Krankenhaus arbeitet, habe sie nach einer neuen Aufgabe gesucht – und jetzt gefunden. „Ich habe dadurch viel Kontakt mit Menschen, und die Patienten sind sehr dankbar, dass sie nicht alleine da stehen.“ Zwar trägt sie in ihrer ehrenamtlichen Arbeit ebenso Verantwortung wie vorher in ihrem Beruf, das sei aber eine andere Ebene, erklärt sie: „Ich kann mich mehr dem Menschen widmen, mir mehr Zeit nehmen.“

Eine Ausbildung im medizinischen Bereich ist aber keine Voraussetzung, um bei den Grünen Damen und Herren aktiv zu werden, betonen beide. Empathie, Offenheit für Menschen, das sei wichtig – und aktuell natürlich auch ein vollständiger Corona-Impfschutz.

Auch interessant

Kommentare