Sandra König ist die neue Chefin im Amt für Jugend und Soziales

Leipzig, München, Rotenburg

Sandra König ist die neue Leiterin des Rotenburger Amtes für Jugend und Soziales.
+
Sandra König ist die neue Leiterin des Rotenburger Amtes für Jugend und Soziales.

Rotenburg – Der Leitungswechsel im Rotenburger Amt für Jugend und Soziales ist mittlerweile vollzogen. Seit dem 1. Mai hat Sandra König dort als Nachfolgerin von Elke Bellmann die Fäden in der Hand. „Ich fühle mich hier sehr willkommen, die Kollegen sind äußerst freundlich, offen und locker“, sagt die 40-Jährige. Von der viel beschworenen norddeutschen Verschlossenheit habe sie bis jetzt noch nichts gespürt.

Sie ist auch ganz angetan von den kurzen Wegen im Rathaus, die sie so aus München nicht kennt. Ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister war dort eher die Ausnahme – hier in Rotenburg läuft sie dem Verwaltungschef mehrmals am Tag über den Weg, man spricht miteinander, man tauscht sich aus.

Wer Gelegenheit hat, sich mit Sandra König zu unterhalten, stellt vor allem eines fest: Die 40-Jährige kann sich sehr für ihre Arbeit begeistern. Ein wenig schwärmt sie sogar noch von dem, was sie während ihrer Zeit in der Münchener Stadtverwaltung erlebt hat. Warum also bewirbt sie sich Anfang dieses Jahres als Leiterin des Amtes für Jugend und Soziales bei der Stadt Rotenburg? „Zufall“, sagt sie. Zu verdanken habe sie den Wechsel in erster Linie ihrem Mann – und am Ende auch den Kindern, die grünes Licht gegeben haben für den Umzug in den Norden der Bundesrepublik.

Rückblick: Zusammen mit ihrem Mann, den drei Kindern sowie dem Hund lebt Sandra König in einer Vier-Zimmer-Wohnung am Rand der bayerischen Metropole. Eine Situation, die auch in dieser Familie die Frage aufwirft, wie es denn mal weitergehen soll. „Wir haben uns also gefragt, wo wir uns eigentlich in zehn oder 15 Jahren sehen.“ Am liebsten in einem eigenen Haus mit Garten und entsprechend Platz vor allem auch für den Nachwuchs. „In München ist so etwas kaum zu finanzieren“, sagt Sandra König, aber ihr Mann versucht es dennoch. Über das Internet nimmt er den Immobilienmarkt unter die Lupe. Und dabei stößt er dann zufällig auf die Stellenausschreibung der Stadt Rotenburg, die einen Nachfolger für Elke Bellmann sucht.

Sandra König verknüpfte schon vorher die Frage nach der eigenen Zukunft auch mit den beruflichen Perspektiven. „Ich wünschte mir eine neue Herausforderung“, sagt sie. Raus aus München sei zunächst gar nicht der Plan, aber die Zufriedenheit eben auch nicht mehr so groß gewesen.

Doch sie wusste auch, dass der Zeitpunkt für eine Suche nach einer neuen Stelle eher schlecht ist. Sie entschloss sich nach etwas Recherche und einem Telefonat mit der Ersten Stadträtin Bernadette Nadermann für eine Bewerbung in Rotenburg. Schließlich kam es zu einer Einladung und dann zu einer Zusage. In diesem Monat wird sie zusammen mit ihrer Familie ein eigenes Haus in Zeven beziehen.

„Ich möchte ja auch etwas bewegen“

Die Zufriedenheit über diesen Wechsel ist der 40-Jährigen anzusehen, denn die Begeisterung für ihren Job hat sie aus München mitgebracht: „Ich möchte ja auch etwas bewegen“, sagt sie. Die Betreuung der Kinder weiterzuentwickeln und dieser Aufgabe noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken – das hat sie sich auf die Fahnen geschrieben. „Dabei wird sich noch einiges verändern“, prophezeit König. Es gehe dabei in erster Linie um Qualität.

„Die Betreuung der Kinder wird noch vielschichtiger, weil sich die Ansprüche der Eltern weiter verändern.“ Da gehe es um Betreuungszeiten, um Konzepte und damit eben auch um eine qualitative Verbesserung. Themen wie Ernährung, Klima und Umwelt spielten dabei ebenfalls eine Rolle. Und auch die Frage einer bilingualen Betreuung könnte noch auf die Kitas zukommen. „Warum nicht?“, sagt Sandra König.

In der Nähe von Leipzig geboren, zog es Sandra König einst nach dem Schulabschluss zum Studium der Verwaltungswirtschaft nach München. Im Anschluss daran bekam sie eine Stelle im Sozialbereich der Münchener Stadtverwaltung – „die letzten zehn Jahre habe ich mich um die Kitas gekümmert“. Zuletzt war sie ganz maßgeblich an der Entwicklung eines neuen Fördersystems beteiligt. Überschrift: „Münchener Förderformel.“ Im Fokus stehe dabei eine Chancen- und Bildungsgleichheit. König: „Der Grundstein dafür liegt in den Kitas.“ Die Familien seien stark entlastet worden.

Jetzt ist sie raus aus München, freut sich über die Landschaft und die netten Menschen. „Das eher Ländliche kenne ich ja noch von früher aus meiner Kindheit und Jugend“, erinnert sich die Beamtin. „Es ist schön, das wieder zu haben. Uns zieht es eher ans Meer als in die Berge.“ Alles richtig gemacht also. Und doch könne Niedersachsen einiges von den Bayern lernen. „Ich würde mir wünschen, dass das Land noch mehr hilft.“

Die Rotenburger Kitas hat Sandra König bereits besucht, um sich einen Eindruck zu verschaffen und die Mitarbeiterinnen kennenzulernen. Schon jetzt stellt sie fest, dass die Digitalisierung ein weiteres Thema werden wird – für die Anmeldeverfahren, aber auch für die Kommunikation. Sie spricht in diesem Zusammenhang von einer Kita-App. Es gehe um Effektivität. Zugleich hat sie auch die Jugendsozialarbeit, das Jugendzentrum, den Präventionsrat sowie die Seniorenarbeit auf dem Schirm. So viel ist klar: Sie hat sich wirklich was vorgenommen in Rotenburg. Und ganz gewiss werden ihr die Erfahrungen aus München dabei helfen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg
Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
Hermann Rugen blickt auf 30 Jahre im Hassendorfer Gemeinderat zurück

Hermann Rugen blickt auf 30 Jahre im Hassendorfer Gemeinderat zurück

Hermann Rugen blickt auf 30 Jahre im Hassendorfer Gemeinderat zurück
Gemeinwesenarbeiter planen Arbeitsgruppe Recycling

Gemeinwesenarbeiter planen Arbeitsgruppe Recycling

Gemeinwesenarbeiter planen Arbeitsgruppe Recycling

Kommentare