Jugendausschuss diskutiert Nutzung der Holzwand auf Anlage am Bahnhof

Legale Graffiti-Kunst am Skateplatz?

Die Skateranlage wird neu gestaltet. Die Arbeiten laufen derzeit.
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Die Skateranlage wird neu gestaltet. Die Arbeiten laufen derzeit.

Rotenburg – Mit der sich im Bau befindlichen Skateanlage bekommt die Jugend in Rotenburg einen Platz, auf der sie sich sportlich ausleben kann. Wenn es nach Frank Peters (FDP) geht, ist es auch ein idealer Ort für Kreativität. Eine Holzwand für Grafitti, die uneingeschränkt von Jugendlichen genutzt werden kann, um sich auszuprobieren, so ein Vorschlag. Diesen Antrag hat der Rotenburger Jugendausschuss zwar diskutiert, doch zunächst hat Peters ihn wieder zurückgezogen – gleichwohl könnte das Thema nach Fertigstellung der Anlage am Bahnhof erneut auf den Tisch kommen.

Es geht um die Frage, ob es möglich ist, Jugendlichen eine Fläche zur Verfügung zu stellen, auf der sie legal sprühen dürfen. Eine Holzwand steht hinter der Skateranlage bereits zur Verfügung. Sie ist in der Vergangenheit schon nach einem Wettbewerb von einem Künstler gestaltet, dann aber auch illegal übergesprüht worden, erinnerte Peters die Ausschussmitglieder. Würde diese Wand in Zukunft öffentlich freigegeben, gebe man Jugendlichen dort einen Raum, der nur ihnen vorbehalten ist, wo sie sich legal künstlerisch austoben können. Die Skateranlage passe dazu, schließlich sei die Szene eng mit Graffiti-Kunst verbunden. Ein Hinweis könne darauf aufmerksam machen, dass dort gesprayt werden darf.

„Einen rechtefreien Raum zu schaffen“, dem erteilte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) eine Absage. „Niemand hat Wände zu besprühen, die ihm nicht gehören“, so seine Ansicht. Dabei müsse natürlich unterschieden werden zwischen Graffiti-Kunst und Farbvandalismus. Mit Letzterem habe die Stadt an vielen Stellen immer wieder Probleme. Daher halte er es für keine gute Idee, an der Anlage zum grundsätzlich illegalen Sprayen zu animieren. Erneut einen Wettbewerb zu starten und einen professionellen Künstler zu beauftragen, der die Wand an der Skateranlage mit einem Motiv gestaltet, sei aber denkbar.

Einen ähnlichen Ansatz wie Peters’ Idee verfolgt ein Projekt, das die Gleichstellungsbeauftragten Katja Weße und Kerstin Blome derzeit mit dem Jugendzentrum anschieben. Dort können Jungs gemeinsam mit einem Kunstpädagogen in einem festen Rahmen Graffiti-Kunst lernen. Das, meinte Peters, sei auch auf der Skateranlage denkbar. „Die Fläche könnte ja auch von Einrichtungen wie dem Jugendzentrum für solche Projekte genutzt werden“, schlug er vor. Jetzt stehe jedoch erstmal die Fertigstellung des Skaterplatzes im Vordergrund, der vor allem die Jugendlichen entgegenfieberten. „Ich denke aber, das Thema ist es Wert, später noch einmal darüber nachzudenken“, warb der FDP-Politiker dafür, den Platz nicht nur für den Sport, sondern auch die Kunst zu nutzen. faw

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