Manager Klaus Balzer kümmert sich um die Großen im Geschäft

Ein Leben für die Musik

Musikmanager Klaus Balzer (l.) saß schon mit vielen Stars der Musikszene an einem Tisch. Jetzt hat er den aufstrebenden Hamburger Rapper Mac Horn unter Vertrag genommen.

Rotenburg - Von Ralf G. Poppe. Klaus Balzer lebt seit Jahren in einem beschaulichen Ort kurz vor der Kreisstadt im Landkreis Rotenburg. Als das erste Hurricane-Festival 1997 startete, war der heute 57-Jährige noch für das Marketing im Bereich Promotion des damaligen Headliners Rammstein verantwortlich. Seitdem hat er sich um viele große Namen in der Branche gekümmert. Viele Menschen träumen davon, im Leben etwas zu bewegen. Klaus Balzer hat das getan.

Das höchste Gut ist für ihn jedoch die Familie. Um deren Privatsphäre zu wahren, möchte er in der Öffentlichkeit und der Berichterstattung den genauen Wohnort nicht kommunizieren. Genau deshalb hat er auch bisher alle Interviewanfragen abgewehrt. Dass er sich nun zu einem Gespräch bereit erklärte, liegt an seiner beruflichen Passion. Klaus Balzer hat stets in die Zukunft investiert, und ist damit immer gut gefahren. In den 90er-Jahren war er daran beteiligt, diverse Künstler zu Topacts zu formen. Sein Steckenpferd war die Dance-Musik. In diesem Segment schaffte er es, über den ebenfalls von ihm entdeckten und geförderten Künstler DJ Tocadisco diverse Musikwerke des seinerzeit unbekannten DJs David Guetta in seinen Verlag einzubringen. Auch lernte Balzer den jungen Avicii kennen, als der noch unter dem Namen Tim Berg(ling) seine Auftritte absolvierte. Im Jahre 2007 gewann der von Balzer verlegte Titel „Molitva“, gesungen von Marija Serifovic, für Serbien den ESC in Helsinki. Nun hat Balzer den aufstrebenden Hamburger Rapper Mac Horn unter Vertrag genommen, um im Juni dessen Debütalbum „Das Horn Ultimatum“ zu veröffentlichen.

Herr Balzer, in einer Zeit, in der die Hamburger Skandaltruppe 187 Strassenbande um den Rapper Gzuz die Hip-Hop-Szene in Verruf bringt, veröffentlichen Sie „Das Horn Ultimatum“. Warum?

Klaus Balzer: Die Jungs von 187 wollen, wie viele andere auch, lediglich provozieren. Wenn man mal ehrlich ist, gab es das bereits immer in der Musikgeschichte. Der Erfolg gibt ihnen ja recht. Aber meiner Meinung nach wird sich Authentizität, so wie sie Mac Horn mitbringt, auf Dauer wieder durchsetzen. Und zwar ohne Inhalte, die auch für mich ein No-Go sind: Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung!

Wie wurden Sie auf Mac Horn aufmerksam?

Balzer: Mac Horn war auf der Suche nach einem professionellen Partner für seine Musik. Durch einen befreundeten Musiker wurde er auf unser Musiklabel Highball Music aufmerksam. Nun hat er mit uns den idealen Partner gefunden. Seine Musik begeisterte uns sofort. Durch mehrere persönliche Treffen entstand ein positives Miteinander und gegenseitiges Vertrauen. So wie es sein soll!

Am 12. Mai ging in Lissabon der aktuelle ESC über die Bühne. Im Jahre 2007 gewannen Sie mit Marija Serifovic diesen Wettbewerb, lange bevor in Deutschland die Lena-Mania startete. Serifovics Titel „Molitva“ läuft noch heute als Vorspann für eine Nachrichtensendung. Wie wurden Sie auf Marija Serifovic aufmerksam?

Balzer: Da ich stets auch mein ,älteres’ Netzwerk pflege, habe ich, bis heute, fortwährend den Kontakt zu dem Künstler José Ferreiras aus Travemünde aufrecht gehalten. Der gebürtige Serbe hatte mir damals schon die Kontakte nach Serbien geebnet.

Wann startete ihre Zusammenarbeit mit David Guetta? Auf drei von dessen Erfolgsalben („Pop Life“ – 2007; „One Love“ / „One More Love“ – 2009/2010) befinden sich von Ihnen verlegte Songs („Tomorrow Can Wait“; „Sound of Letting Go“). Wie gestaltete sich das Kennenlernen mit dem französischen Star-DJ?

Balzer: Netzwerke sind alles! Durch unseren damaligen Künstler Tocadisco, einem von mehreren Guetta Co-Produzenten, kam es zu einer künstlerischen Zusammenarbeit zwischen den Gleichgesinnten.

Kürzlich verstarb der weltweit erfolgreiche schwedische DJ Avicii. Auch wenn Sie ihn nicht unter Vertrag nehmen konnten, so lernten Sie ihn doch lange vor seinem Durchbruch kennen. Wie kam es dazu?

Balzer: Berufsbedingt war ich in der Dance-Szene zu Hause. Somit viel in den Clubs und auf Festivals unterwegs, um alte Freunde zu treffen, sich auszutauschen. Aber auch, um junge Talente zu entdecken.

Serbien, Frankreich, Mexiko, USA – Sie sind weltweit gut vernetzt. Wie kommt man dann darauf, einen Hamburger Musiker wie Mac Horn aufzubauen?

Balzer: Für mich ist die Authentizität eines Künstlers sehr wichtig. Also, ob er real ist! Das alles trifft bei Mac Horn zu. Besonders fasziniert mich sein enormer Output an Texten und Themen sowie der einzigartige Mac-Horn-Sound. Seine Stimme. Die Tonalität der Songs ist unverkennbar. Sowie seine Heimatverbundenheit. Heimatverbundenheit hat zum Beispiel mich und meine Frau veranlasst, nach langer Zeit in Hamburg wieder in die Region des Elbe-Weser-Dreiecks zurückzukehren.

Sie scheinen unsere Region also zu lieben?

Balzer: Ja. Schließlich ist man hier aufgewachsen, hat seine Jugend in den hiesigen Diskotheken verbracht. Wir haben immer noch Freunde und Familie in der Region. Und landschaftlich kann sich der Landkreis Rotenburg ebenfalls sehen lassen. Man findet hier Ruhe und Ausgeglichenheit. Trotzdem sind die Wege in Städte wie Hamburg oder Bremen nicht weit. Im Zeitalter des Internets ist man nicht mehr ortsabhängig. Wir fühlen uns wohl hier!

Zur Person

Der heute 57-jährige Klaus Balzer ist im Landkreis Stade aufgewachsen. Er lebte lange in Hamburg, wo er zusammen mit dem späteren Berliner Staatssekretär für Kultur (2014-16), Tim Renner, in der ursprünglichen Crew der Plattenfirma Motor Music (unter dem Dach des Musikkonzerns Polygram, der späteren Universal Music) als Promotion- & A&R-Manager arbeitete. Zu der Zeit hatte Motor Music Künstler wie Rammstein, Element of Crime, Absolute Beginner, Westbam, Marusha, Robert Miles und Mark OH unter Vertrag. 1999 gründete Balzer in Hamburg die Highball Music GmbH und ergänzte das Musiklabel um einen Verlag. In diesem Segment half er, Werke mit z um Beispiel David Guetta & Tocadisco, Kelis, Los Phantoms, SoulChillaz oder Titel wie „Molitva” (Gewinnertitel Eurovision Song Contest 2007) „aufzubauen“. Seit 1992 ist er mit seiner heutigen Ehefrau liiert. Das Paar hat einen zwölfjährigen Sohn.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Siegerin Kerber lobt Vogel - Lange & Eishockey-Team geehrt

Siegerin Kerber lobt Vogel - Lange & Eishockey-Team geehrt

Weihnachtsbaumverkauf in Westeresch

Weihnachtsbaumverkauf in Westeresch

Nikolausmarkt in Bücken

Nikolausmarkt in Bücken

Weihnachtsmarkt in Blender

Weihnachtsmarkt in Blender

Meistgelesene Artikel

Angehende Landwirte messen sich beim Melkwettbewerb

Angehende Landwirte messen sich beim Melkwettbewerb

Überpflügte Wege: Jetzt drohen Strafen

Überpflügte Wege: Jetzt drohen Strafen

Brigitte und Johann Wolf aus Bötersen feiern die Eiserne Hochzeit

Brigitte und Johann Wolf aus Bötersen feiern die Eiserne Hochzeit

Thyssen kann bald loslegen

Thyssen kann bald loslegen

Kommentare