Rotenburger Rotarier blicken zum Jubiläum 50 Jahre zurück und 20 nach vorn

Wie leben wir 2037?

Zukunftsforscher Horst W. Opaschewski aus Hamburg hielt die Festrede.

Rotenburg - 1967, also vor genau 50 Jahren, fanden sich im Altkreis Rotenburg 21 Männer zusammen und gründeten einen Rotaryclub, der sich seitdem wöchentlich wechselnd in Rotenburg und Scheeßel trifft.

Heute gehören nahezu 60 Männer und – seit vier Jahren – auch Frauen dazu. Die „Freundinnen und Freunde“, wie sie sich selbst nennen, pflegen nicht nur das Miteinander, sondern haben auch durchaus Bemerkenswertes für die Allgemeinheit geleistet, wie bei der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen, das am vergangenen Wochenende auf dem „Hartmannshof“ gefeiert wurde, zu hören und zu sehen war.

Weit mehr als 200 Gäste hatten sich in der festlich geschmückten Scheune des Hartmannshofes eingefunden: Rotarier aus Rotenburg und der Umgebung sowie aus Norwegen, England und Dänemark; Mitglieder von „Lions“ und „Leas“, etliche rotarische „Amtsträger“, der Rotenburger Bürgermeister mit Ehefrau und nicht zuletzt der Referent des Festvortrags: Professor Horst W. Opaschowski aus Hamburg. Der Zukunftsforscher betreibt ein Forschungsinstitut zusammen mit seiner Tochter Irina Pilawa. „Wie werden wir im Jahre 2037 leben?“, lautete das Thema seines Vortrags.

Bevor die Anwesenden sich dieser Frage widmen konnten, begrüßte der derzeitige Rotary-Präsident Rolf Muschter die vielen Gäste. Rolf Ehlermann, ehemaliger Apotheker in Scheeßel und einer von noch drei lebenden Gründungsmitgliedern, blickte dann zurück auf die Clubgeschichte. Er erinnerte an die vielen nationalen und internationalen Hilfsprojekte, die „sein“ Rotaryclub angestoßen habe: Brunnenbauten in Indonesien oder Äthiopien, Hilfe für Krankenhäuser in Nepal, Ghana oder Bolivien, Einrichtungen von Kinderspielplätzen und besonderen „Feldgehölzen“ in der Region. 

Möglich geworden zum Beispiel durch das inzwischen weithin bekannte Rotenburger Entenrennen, aber auch durch das Engagement seiner Clubfreunde. Ehlermann war auch der Initiator einer Chronik der Clubgeschichte, die an dem Festabend verteilt wurde. Es folgten kurze, knackige Grußworte aus anderen Rotaryclubs und vom Rotenburger Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Die A-Kapella-Formation „Take This“ – übrigens auch mal aus genau diesem Rotaryclub hervorgegangen – gab ein paar lästerliche Lieder zum Besten, bevor Opaschowski seinen Blick in die Zukunft wagte: keine „Spökenkiekerei“, keine „Kaffeesatz-Lese“, sondern ernste Wissenschaft, gekonnt vorgetragen.

Ein Gastgeschenk aus Norwegen mit Rotarier in norwegischer Tracht. - Fotos: Schwekendiek

Zum Erstaunen mancher war sein Blick nach vorn vor allem ermutigend. Keine Weltuntergangsszenarien, keine sich langsam selbst vertilgende Menschheit. Allerdings: Bereits 2004 hatte sein Institut vorausgesagt, dass sich die Lage zwischen Russland und den westlichen Staaten dramatisch zuspitzen könnte. Auch Nordkorea hatte Opaschowski schon damals als zunehmenden Unsicherheitsfaktor gesehen. Auf der anderen Seite sieht er vor allem im zwischenmenschlichen Bereich eine Rückkehr zu „alten Tugenden“: Die Zahl der Ehescheidungen ist gesunken und werde weiter sinken; beim Streben nach Zufriedenheit und Lebenserfüllung werde Geld nicht mehr die erste Rolle spielen („Gut leben statt viel haben“). 

Die Familie gewinne wieder an Bedeutung und, obwohl es immer mehr Menschen in die Städte zieht, greife auch da ein neues Miteinander – bis hin in die Formen gemeinsamen Wohnens. Die Arbeitswelt wird weiblicher und auch wieder älter („Re-Start mit 50“). Schließlich: „Verdiene dir deine Lebensqualität – durch Arbeit oder/und gute Werke“ – ein durchaus auch guter rotarischer Grundsatz.

Langanhaltender Applaus und warme Dankesworte vom Rotary-Präsidenten. Die schienen auch deshalb nötig zu sein, weil die urige Hartmannshof-Scheune keine Heizung hatte und die herbstliche Kälte den Zuhörern langsam, aber effektiv in die Glieder zog. Später gab es noch sehr fröhliche Grußworte von den ausländischen „Kontaktclubs“ und Musik von den „New-Orleans-Feetwarmers“. 

Beste alte Jazzmusik von inzwischen auch etwas grau gewordenen Herren dargeboten, die einen erheblichen Teil der Gäste dazu brachte, nachdem das Spanferkel verputzt war, auch auf der Tanzfläche „die Sau rauszulassen“. Die letzten hielten bis weit nach Mitternacht aus. Seinen Abschluss fand das Jubiläum dann am nächsten Tag bei einem gemeinsamen „Brunch“ der Rotenburger Rotarier und ihrer ausländischen Gäste.  msc

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