Kritik von Landschaftswart Manfred Radtke

Freie Sicht an der B 75 ist schlecht für Insekten

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Über den Zustand dieses Gehölzstreifens ärgert sich der Landschaftswart.

Rotenburg - Nur noch ein paar Bäume stehen auf der Fläche zwischen der Bundesstraße 75 und der angrenzenden Firma im Gewerbegebiet Hohenesch. Die anderen Büsche und Pflanzen auf dem etwa 100 Meter langen Streifen sind nicht mehr zu sehen. Für Landschaftswart Manfred Radtke ein Ärgernis.

„Der Rat hat es ausdrücklich abgelehnt, den Gehölzstreifen anzutasten, wie es von den Investoren gewünscht wurde“, bedauert er. Von den entfernten Pflanzen seien einige wichtig für Vögel und Insekten, wie etwa die Salweide, der Schwarze Holunder und die Brombeeren, sagt Radtke. Sie böten ihnen Lebensraum und Nahrung, wie er betont. „Trotzdem ist hier öffentliches Grün zugunsten privater Interessen geopfert. Ich finde das sehr befremdlich“, meint er und bezieht sich dabei auf den Bebauungsplan 42B aus dem Jahr 2007.

Dort heißt es, dass der „bestehende dichte Gehölzstreifen vollständig bestehen bleibt“. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) weist dazu aber auf eine weitere Passage hin, in der es heißt, dass der „lichte Abschnitt entlang der Bundesstraße“ nicht verdichtet werde, um die „sichtbare Präsenz“ des Grundstücks zu gewährleisten.

40 Meter breite Bauverbotszone

Der Gehölzstreifen ist eine 40 Meter breite Bauverbotszone, die an der Bundesstraße eingehalten werden muss, falls die Straße verbreitert werden sollte, erklärt Clemens Bumann vom städtischen Planungsamt. Schon 2012 sei ein Rückschnitt des Unterholzes vorgenommen worden, nachdem die damals ansässige Firma den Wunsch geäußert hatte, berichtet der Verwaltungsmann. Dies sei damals auch im Kaufvertrag so zugesagt worden, bekräftigt Bürgermeister Weber.

Manfred Radtke

Der erneute Rückschnitt, der kürzlich erfolgte, sei daher nicht neu. Von der derzeit dort sitzenden Firma sei angefragt worden, ob der Bereich weiterhin frei geschnitten werden könne. „Da gab es einen gegenseitigen Dialog“, sagt Bumann. Die Angelegenheit sei auch mit dem Verwaltungsausschuss besprochen worden, der kein Problem darin sehe. Weber betont, dass die Pflegearbeiten im Herbst erfolgt seien, als keine Vögel nisteten.

faw

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