Mit Lars Klingbeil im Dialog

Die Arbeit des Weißen Rings passiert im Verborgenen

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Andreas Tews (v.l.), Jürgen Schulz und Harald Richardt haben sich mit Lars Klingbeil (2.v.r.) über die Arbeit des Weißen Rings ausgetauscht. - 

Rotenburg - Die Arbeit des Vereins Weißer Ring passiert meistens im Verborgenen. Der Verein kümmert sich um Kriminalitätsopfer, und die möchten meistens nicht an die Öffentlichkeit treten, erklärt Jürgen Scholz, der die Rotenburger Außenstelle des bundesweit organisierten Vereins leitet. Zusammen mit den beiden Mitarbeitern Harald Richardt und Andreas Tews hat er sich mit dem Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD) getroffen, um sich über die Herausforderungen der Arbeit des Vereins zu unterhalten.

Klingbeil hatte bereits Kontakt zum Weißen Ring im Heidekreis. „Das ist eine wichtige Arbeit“, betont er. Im Landkreis Rotenburg gibt es sechs ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich um die Betreuung der Kriminalitätsopfer kümmern. Es seien häufig Eigentumsdelikte, aber auch Sexualstraftaten, die hinter den Fällen stecken, so Schulz. „Teilweise liegen diese auch schon Jahre zurück“, berichtet der Außenstellenleiter.

Der Verein arbeite eng mit der Polizei zusammen. „Die haben als erstes Kontakt zu den Opfern“, weiß Schulz, der selbst Kriminalhauptkommissar bei der Rotenburger Polizei ist. Neben der persönlichen Betreuung nach einer Straftat begleiten die Mitarbeiter die Opfer zu Terminen bei der Polizei oder beim Gericht. Der Weiße Ring kann auch Anwaltskosten übernehmen oder finanzielle Soforthilfe, etwa nach einem Diebstahl, leisten. Auch Prävention nimmt einen Teil der Vereinsarbeit ein. Schulz kritisierte, dass Betroffene häufig nicht das Opferentschädigungsgesetz kennen. Hier sei angebracht, dass staatliche Stellen dazu verpflichtet werden, auf die Rechte und Ansprüche nach diesem Gesetz hinzuweisen. Der Verein beobachte zudem, dass die psychischen Folgeschäden nach einer Gewalttat häufig nicht genügend beachtet werden. Dies zeige sich beispielsweise daran, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit aufgrund psychischer Schäden nur bei wenigen Betroffenen anerkannt wird.

„Wir fordern auch, dass der Staat allen Opfern einen Anwalt stellt“, verdeutlicht Schulz. Während Beschuldigte immer ein Pflichtverteidiger bezahlt werde, gelte dies für Opfer nur nach Kapitaldelikten.

faw

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