Langzeit-Projekt des Rotenburger Umweltzentrums

Kartoffeln wachsen nicht im Supermarkt

Grundschüler der Stadtschule Rotenburg pflanzten auf dem Acker der Rotenburger Werke die Kartoffeln. - Fotos: go

Rotenburg - Über dem Acker gleich neben der Gärtnerei Kalandshof an der Verdener Straße wehte gestern ein scharfer Wind, und der Boden war stark aufgeweicht. Das aber schien den 260 Schülern der Rotenburger Stadtschule wenig auszumachen. Sie schützten sich mit Gummistiefeln und dicken Jacken gegen die Witterungsumstände. Aber sie waren ziemlich aufgeregt, denn viele von ihnen hatten zum ersten Mal erfahren, wo die Kartoffeln herkommen und wie sie sie gepflanzt, gepflegt und geerntet werden.

Es waren nicht die besten Voraussetzungen für das Langzeit-Projekt rund um die Kartoffel unter der Leitung der Biologin Anja Schulenberg vom Rotenburger Umweltbildungszentrum Wümme, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Mitglieder der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümmeniederung (BSW) halfen bei der Pflanzaktion und stellten neben ihrem Wissen auch die nötigen Geräte zur Verfügung. Bei dem Projekt gehe es darum, den Kindern zu zeigen, dass die Kartoffeln nicht im Supermarkt wachsen, erklärte die Biologin. „Sie sollen kennenlernen, wie aufwendig das Anbauen und spätere Ernten ist.“ Die Schüler sollen dadurch die Produktionskette kennenlernen. Gestern war erst einmal das Pflanzen der Feldfrüchte an der Reihe. Insgesamt 250 Kilo Saatkartoffeln der Sorten Violetta, Blauer Schwede, Milva, Agria, Laura und Desiree mussten von den jungen Pflanzern in die Erde gebracht werden. Der Kooperationspartner des Projekts, die Rotenburger Werke, hatten den Acker auf einer Fläche von einem halben Morgen zur Verfügung gestellt. 

Eckard Fründ erklärte den Kindern die Arbeitsschritte.

Eckard Fründ erklärte die Arbeitsschritte. „Zuerst erhält der Boden durch Einsatz eines Lochsterns, der sich am hinteren Teil des Treckers befindet, die Pflanzlöcher.“ In Gruppen gingen die Schüler daran, das Saatgut fachgerecht in die vorbereiteten Löcher zu legen. Anschließend häufelte der Experte die Erde darüber an. „Nun können die Kartoffeln wachsen“, erklärte Fründ und wies darauf hin, dass die Kartoffeln bis zur Ernte vom Unkraut befreit werden müssen.

„Dann können wir das Ergebnis vom vergangenen Jahr toppen und eine Tonne Kartoffeln ernten“, hofft der BSW-Vorsitzende Thoma Lauber. Zur Finanzierung des Projekts sind Spenden von den Leas (Lions-Club), der Bingo-Umweltstiftung und den Eltern der Schüler (Kartoffelpaten) eingegangen. - go

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