Finanzamt prüft Projekt „Lotte am Bullensee“ weiter

Das lange Warten auf die Gemeinnützigkeit

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Marion Walpert vor ihrem „Lottchen“. 

Rotenburg/Kirchwalsede - Von Michael Krüger. Vor einem Jahr hat der Kreistag die 260.000-Euro-Förderung für das Projekt „Lotte am Bullensee“ genehmigt. Zudem gab es das 10. 604 Quadratmeter große Areal kostenlos dazu. Der Pavillon am Bullensee soll wiederbelebt werden, waren sich SPD, Grüne, WFB, Linke und NPD einig. Doch bislang kommt die Idee nicht wirklich voran. Immer noch ist unklar, ob die Gemeinnützigkeit anerkannt wird.

Genau das ist nämlich der springende Punkt, weiß auch Sassa Weyandt. „Wir sind tapfer dabei“, sagt die Vorsitzende des 17 Mitglieder zählenden Vereins „Lotte am Bullensee“. Die Idee, die die Mehrheit der Kreispolitik seit den ersten Gesprächen vor zwei Jahren überzeugt hat: ein Angebot an regionalen Speisen, eine Begegnungsstätte mit kulturellen Veranstaltungen, weitgehend getragen durch ehrenamtliche Arbeit. „Steuerverschwendung“, polterte die Opposition schnell, und auch Landrat Hermann Luttmann (CDU) zeigte sich wenig erfreut über die Pläne, die der Landkreis mitfinanzieren soll. Auf 450 .000 Euro beziffert der Verein das Gesamtinvestment in den Umbau des Pavillons, es müssen also weitere Fördergelder angezapft werden. Auch das Grundstück und die 260. 000 Euro vom Landkreis fließen erst, wenn dem Verein die Gemeinnützigkeit anerkannt. Und das zieht sich hin.

Bund der Steuerzahler hat sich eingeschaltet

Nach der Kritik des Rechnungsprüfungsamtes beim Landkreis hat sich auch der Bund der Steuerzahler eingeschaltet. Er wollte von Landrat Luttmann wissen, wie „Lotte“ mit dem Prinzip einer sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung zusammenpasse und ob die kreiseigenen Förderrichtlinien eingehalten worden seien. Die knappe Antwort des Landrats: Politisch sei alles korrekt beschlossen worden. Die Förderung weiche zwar von den Handreichungen ab, aber das sei auch in anderen Fällen schon vorgekommen. Aber auch, zu weiteren Belastungen: „Ich kann nicht ausschließen, dass sich für eine weitere finanzielle Förderung gegebenenfalls eine Mehrheit im Kreistag ausspricht.“

„Lotte“-Vereinschefin Weyandt weiß, dass die politische Dimension Auswirkungen auf den Prozess hat: „Bei Lotte wird besonders genau hingeschaut.“ Die Satzung des Vereins musste noch einmal geändert werden, Ende Mai ging der Antrag an das Rotenburger Finanzamt. Mit zwei Monaten Bearbeitungszeit werde gerechnet, also könnte in diesen Tagen die Antwort eintreffen. Weyandt: „Es ist mühsam.“ Detailliert habe der Verein zum Beispiel anhand geplanter Veranstaltungen darlegen müssen, was er überhaupt vor hat. Ein „Tangoabend unterm Sternenhimmel“? Für das Finanzamt eine reine Freizeitbeschäftigung und daher nicht geeignet, Gemeinnützigkeit zu dokumentieren. „Das ist aber zu kurz gedacht, denn schließlich ist Tango sogar Weltkulturerbe!“

„Lottchen“ hält durch

Während also der Verein „Lotte“ mit den Behörden über die Bedeutung von Kultur debattiert, hat die kleine Schwester „Lottchen“ geöffnet. Zumindest manchmal, denn auch in der zweiten Saison läuft es für den Kiosk der Everinghausenerin Marion Walpert recht schleppend: „Dieses Jahr ist es mit dem Wetter schwierig“, sagt die 52-jährige ehemalige Rechtspflegerin. Trotzdem wolle sie durchhalten, geöffnet habe sie verlässlich zumindest immer am Wochenende freitags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr. Ist das Wetter schön, kämen der Mittwoch und Donnerstag hinzu, insbesondere jetzt in den Ferien. Werde „Lotte“ irgendwann Realität, wolle man die Angebote zusammenlegen und sich gegenseitig ergänzen, sagt sie. Doch wann das soweit sein könnte, kann auch sie nicht sagen.

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