Landwirtefrühstück der Volksbank dreht sich um Mitarbeiterführung

Die tägliche Herausforderung

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Der Unternehmensberater Eckart Schlamann referierte.

Mulmshorn - Von Matthias Röhrs. „Mitarbeiterführung“ war das zentrale Thema beim gestrigen Landwirtefrühstück im Mulmshorner Hotel „Heidejäger“. Die Volksbank Wümme-Wieste hatte bereits zum sechsten Mal seine Kunden aus dem landwirtschaftlichen Bereich eingeladen. Mehr als 180 von ihnen folgten dem Ruf. Als Referent hatte die Bank den Unternehmensberater Eckart Schlamann engagiert.

Schlamann, von Haus aus selbst Landwirt, bezeichnete die Mitarbeiterführung in seinem etwa eineinhalb stündigen Vortrag als „tägliche Herausforderung“, die nicht nur für größere Firmen bestehe, sondern auch für kleine Familienbetriebe – wie einen Hof mit sehr wenigen oder keinen Angestellten.

Zunächst schlug der Volksbank-Vorstand Stefan Hunsche den Bogen von der Finanzwelt zur Landwirtschaft – der seiner Aussage nach wichtigsten Branche der Bank. So seien beide Branchen „verschiedenen Regularien“ unterworfen, die vom Gesetzgeber bestimmt werden. Auch sei angesichts der „derzeitigen Preise in beiden Branchen wirtschaftliches Arbeiten nicht möglich“.

Strukturen, ermahnte Schlamann seine Zuhörer wiederholt, seien besonders wichtig. Nicht nur, um Mitarbeitern ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen, sondern auch, um den Betrieb irgendwann mal ordentlich an einen Nachfolger übergeben zu können.

Auch Strukturen und genaue Informationen darüber würden die Möglichkeit zum eigenverantwortlichen Arbeiten geben, was sich positiv auswirke. „Information ist gleich Indentifikation mit dem Betrieb“, so der Unternehmensberater. „Mitarbeiter sind ein Spiegel für die eigenen Fähigkeiten und Unfähigkeiten.“

Besonders wenn ein Betrieb größer werde, müssen Strukturen her, fuhr er fort. Das bedeute auch, als Chef Aufgabenbereiche abzugeben, „auch wenn das sehr schwierig ist“. „Man muss Vertrauen in seine Mitarbeiter haben“, sagte Schlamann. „Auch, um mal in den Urlaub fahren zu können.“

Er warnte davor, die Einstiegsphase neuer Mitarbeiter nicht zu unterschätzen. So müsse das Einarbeiten ebenfalls gut organisiert sein, damit der neue Angestellte anfangs nicht alleine da steht.

Bereits beim Vorstellungsgespräch sollten die Landwirte „die Kandidaten mit allem konfrontieren“. Das gelte insbesondere für Arbeitszeiten. „Da muss man ehrlich sein, zeigen Sie ruhig auch die Schandflecken Ihres Unternehmens“, empfahl Schlamann. Unklarheiten sollten beseitigt werden, diese würden „Energie fressen.“

Darüber hinaus sei es wichtig darauf zu schauen, wie gut ein Kandidat sich ins vorhandene Team einfügen würde. „Nehmen Sie keinen, der nur ungefähr passt. Machen sie lieber Abstriche bei der Qualifikation.“ Er legte den Landwirten nahe, einen potenziellen neuen Angestellten erst einmal zur Probe mitarbeiten zu lassen.

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