„Es muss mal was passieren“ 

Landwirte aus dem Landkreis beteiligen sich an großer Protestaktion

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Die Landwirte aus dem Bereich Rotenburg treffen sich in Unterstedt. Im Minutentakt starten die Trecker von dort in Richtung Verden. Die Frau eines der Teilnehmer hält alles im Bild fest.

Rotenburg - „Landwirt – der wichtigste Beruf auf der Erde“ – das steht auf der Kappe, die sich Volker Emshoff auf den Kopf gesetzt hat. „Wir sind stolz auf das, was wir machen – und diesen Stolz wollen wir uns auch erhalten“, sagt der Bauer aus Unterstedt.

Er steht mit seinem Trecker auf dem „Waldhof“-Parkplatz und wartet auf die Kollegen. Nach und nach trudeln sie ein – mehr als 30 sind es am Ende, die sich nun im Minutentakt auf den Weg in Richtung Verden machen. Es sind Landwirte aus Unterstedt, aus Rotenburg und aus der Samtgemeinde Bothel, die sich treffen, um sich am bundesweiten Protest unter der Überschrift „Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch“ zu beteiligen.

Anlass der Proteste sind unter anderem das Agrarpaket der Bundesregierung sowie die geplante Verschärfung der Düngemittelverordnung, die die Landwirte als zu hohe Belastung kritisieren. Bundesweit organisieren sich die Landwirte, weil sie von der derzeitigen Umwelt- und Landwirtschaftspolitik die Wirtschaftskraft und den sozialen Frieden im ländlichen Raum in Deutschland gefährdet sehen, heißt es auf der Internetseite der Bewegung „Land schafft Verbindung“. Innerhalb weniger Tage nach deren Gründung hätten sich auf Facebook schon mehr als 14.000 Menschen in der gleichnamigen Gruppe zusammengefunden. Emshoff: „Diese Aktion heute ist über die sozialen Netzwerke organisiert worden.“

Da ist aber noch mehr, was den Landwirten nicht nur vor Ort, sondern bundesweit stinkt: Es werde ein zunehmend negatives Bild von der Landwirtschaft gezeichnet. Manche reden vom „Bauernbashing“. Hinzu komme die ausufernde Bürokratie, mit der es die Landwirte neben ihrer eigentlichen Arbeit zu tun haben.

Auch Christoph Schröder will Flagge zeigen.

„Es muss mal was passieren“, sagt Emshoff, der für die CDU auch im Rotenburger Stadtrat sitzt. „Wir sind immer an allem Schuld – Nitratbelastung, Insektensterben, Massentierhaltung“, schimpft der Landwirt. Viele redeten über die Landwirte, hätten aber gar keine Ahnung. „Die sollen mit uns, aber nicht über uns reden.“ Christoph Schröder, ein Kollege aus Rotenburg, steht neben ihm und nickt zustimmend. Man mache vieles richtig – aber das werde nicht wahrgenommen: „Es wird immer nur draufgehauen.“

Sternfahrt: Landwirte aus Rotenburg schließen sich Bauernprotest an

Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menk er
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker
Einige Landwirte aus Rotenburg haben sich dem Protestaufruf „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. © Guido Menker

Deshalb brechen auch die Kollegen aus dem Raum Rotenburg auf, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Von Unterstedt aus steuern sie Verden und Achim, dann den Weser-Park in Bremen, anschließend Ottersberg und Sottrum sowie schließlich Rotenburg an, von wo aus die Teilnehmer wieder zu ihren Höfen zurückfahren. 88 Kilometer – eine Strecke, auf der im Laufe des Tages mehr und mehr Teilnehmer dazustoßen. „Das waren bis jetzt schon mehr als 200 insgesamt“, freut sich Volker Emshoff während eines Zwischenstopps in Ottersberg, wo eine Tierarztpraxis die Treckerfahrer mit Kaffee versorgt.

Volker Emshoff führt Regie in Unterstedt.

Die Stimmung unterwegs sei sehr gut. „Die Leute kommen uns entgegen und strecken die Daumen nach oben. Keiner der Autofahrer hupt, weil er vielleicht genervt ist. Wir wollen ja auch niemanden ärgern.“ Diese Atmosphäre tue auch den Kollegen insgesamt gut. „Schön ist, dass wir uns treffen und miteinander reden.“ An der Mahnfahrt nehmen einige Lohnunternehmer teil, darüber hinaus gibt es Unterstützung von Tierärzten, Landmaschinen-Betrieben sowie Futtermittelhändlern. Und auch am Straßenrand gibt es wohlwollende Bekundungen. Emshoff schickt von unterwegs ein Foto. Es zeigt eine Frau mit zwei Kindern und einem Plakat: „Danke für Eure harte Arbeit!“

Einladung zum Dialog

„Wir sind nicht einfach nur gegen etwas.“ Landwirt Volker Emshoff aus der Rotenburger Ortschaft Unterstedt wünscht sich als Landwirt neben mehr Verständnis vor allem eine Bereitschaft zum Dialog. „Statt über uns zu reden, darf gerne zu uns auf den Hof kommen, wer mehr über unsere Arbeit erfahren möchte.“ Es sei nämlich besser, sich ein eigenes Bild von der Landwirtschaft zu machen, als sich einfach nur verbreiteter Schlagworte zu bedienen. So steht es auch auf einem der Plakate an einem Trecker, der an der Mahnfahrt teilnimmt: „Lieber Verbraucher. Ich bin noch da. Rede bitte mit mir, nicht über mich.“ Um den Ernst der Lage zu bekräftigen, steht auf einem anderen Schild: „Achtung! Hier fahren Arbeitsplätze. Noch.“ Und auch in Sachen Agrarpolitik fühlen sich die Landwirte ganz offensichtlich genervt: „Wir wollen mitreden!“ Es sind Schilder, die die Auslöser für die gerade erst gegründete Bewegung „Land schafft Verbindung“ zusammenfassen.

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