Fleisch aus dem Automaten

Landwirte-Ehepaar Schröder setzt auf Direktvermarktung

Christoph und Ann-Cathrin Schröder
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Christoph und Ann-Cathrin Schröder lieben die Arbeit mit den Tieren auf ihrem Hof in Rotenburg.

Rotenburg – Lebensmittel legen vielfach einen langen Weg zurück, ehe sie am Ende auf dem Teller des Verbrauchers landen. „Viele Menschen wünschen sich heute aber eine engere Bindung zum Produzenten“, sagt Christoph Schröder. Der Rotenburger Landwirt und seine Frau Ann-Cathrin bieten daher schon seit längerer Zeit die Möglichkeit an, direkt auf ihrem Hof das Fleisch ihrer Angus-Bullen in Paketen zu kaufen. Jetzt aber legen sie noch mal eine Schippe drauf und intensivieren die Direktvermarktung. Das Ziel: Schon bald wollen sie auf diesem Weg rund 50 Prozent des Fleisches selbst absetzen.

„Wir machen das, um die Wertschöpfungskette bei uns zu halten“, erklärt Ann-Cathrin Schröder, die beruflich als Betriebswirtin aus dem Controlling kommt, inzwischen aber auch eine landwirtschaftliche Ausbildung hat. Sie und ihr Mann wissen, wovon sie reden. Schließlich ist alles auch eine wirtschaftliche Frage.

In diesem Jahr bekommen sie 3,50 Euro pro Kilo Schlachtfleisch – das ist alles andere als kostendeckend. Ann-Cathrin Schröder: „Das ist dann wie in einer Geldwechselstube.“ Und weil parallel dazu die Nachfrage steigt von Menschen, die bei ihnen direkt Fleisch in Rotenburg beziehen möchten, haben sich die Schröders für eine Ergänzung ihres Angebotes entscheiden: Seit wenigen Tagen sind nicht nur Wurst und Steaks, sondern auch Gulasch und Rouladen in einem speziellen Verkaufsautomaten an der Knickchaussee in Rotenburg zu haben.

Rinder laufen über den Hof in Richtung Weide.

„Der Verbraucher hat sich gewandelt, er will einfach wissen, woher das Fleisch kommt“, sagt Christoph Schröder. Seine Frau ergänzt: „Sie sehen die Tiere bei uns im Freien laufen und haben daher einen Bezug dazu.“

Mit drei Schlachtern arbeiten die Schröders zusammen – Wohlberg in Tewel, Miesner in Sothel sowie Ostefleisch in Elsdorf. Darüber hinaus bewirtschaften sie 85 Hektar Grünland sowie 50 Hektar Ackerland. Das Gras spiele eine besondere Rolle, weil die Angus-Rinder es viel besser verwerten können. Man sei zudem nicht nur auf Mais angewiesen, was eine gesundere Fruchtfolge auf ihren Feldern zur Folge hat. Der Landwirtin ist es wichtig, zu betonen, dass sie und ihr Mann mehr und mehr Wert auf einen möglichst geschlossenen Betriebskreislauf legen. Einen großen Teil des Futters bauen sie selbst an.

Das Fleisch der Angus-Rinder, schwärmt Christoph Schröder, sei sehr feinfaserig und von einer besonderen Marmorierung, bleibe außerdem bei der Zubereitung sehr zart und saftig. Ihm und seiner Frau ist klar, dass viele Verbraucher ihren Fleischverbrauch zum Teil deutlich reduzieren. „Ja, sie essen weniger, setzen gerade aber dann auf gutes Fleisch.“ Ein neues Bewusstsein, dem sich die Familie Schröder anzupassen versucht. Einerseits aus Überzeugung, andererseits, weil es eine entsprechende Nachfrage gibt.

Der Verkaufsautomat an der Knickchaussee.

Warum aber erst jetzt? „Inzwischen sind wir beide fest auf dem Hof beschäftigt, und man muss kreativ werden“, antwortet die Landwirtin. Dazu gehöre auch ein entsprechender Auftritt im Internet. Und dort gibt sie dann auch Tipps und Rezepte preis, um zu zeigen, was sich mit dem angebotenen Fleisch alles machen lässt. Entweder mit dem Angebot aus dem neuen Automaten, oder aber mit den Produkten, die ab Hof erhältlich sind – exklusiv dort übrigens das Hackfleisch. Vor Ort zahlen die Kunden in bar, am Automaten hingegen ist jetzt auch die Kartenzahlung möglich. Weitere Infos gibt es unter www.buschhof-schroeder.de.

Das Rotenburger Ehepaar Schröder spricht von einem Lernprozess, fühle sich aber „auf einem guten Weg“ mit seiner Anguszucht in Form der Mutterkuhhaltung, die ganzjährig draußen sein dürfen, sowie einer Bullenmast in großzügigen halboffenen Tretmistställen mit Stroh. Die Anguszucht auf dem Hof gibt es seit 1972. „Außerdem betreiben wir eine Pferdepension mit Weidegang sowie Halle, Roundpen und Außenplätzen.“ Alle Tiere werden mit selbst produziertem Futter gefüttert. Und wer mag, kann nach Absprache gerne auf den Hof kommen und sich alles ansehen. Transparenz – ein weiteres, wichtiges Stichwort in einer sich mehr und mehr verändernden Landwirtschaft.

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