Landesweite Mahnfeuer weisen auf Besorgnis der Bauern hin

Landwirte bitten zum Gespräch

Politiker und Landwirte diskutieren am Mahnfeuer auf dem Feld von Christoph Schröder (r.) in Rotenburg. Foto: goldstein

Rotenburg – Landesweit haben Landwirte auf ihren Äckern am Samstagabend Reisig und Holz aufgefahren und den Haufen anschließend angezündet. „Es soll ein Mahnfeuer sein, um gegen die derzeitige Agrarpolitik unserer Bundesregierung zu demonstrieren. Die allzu vielen Auflagen bei der Bewirtschaftung der Höfe hat bereits einige Bauern in den Ruin gestürzt“, erklärte Landwirt Christoph Schröder, der mit einigen Kollegen aus der Umgebung auf seinem Acker an der Bundesstraße 440 direkt gegenüber des Rotenburger Reitclubs an der Mahnfeuer-Aktion teilgenommen hat.

Zwar nicht vom Feuer angelockt, aber zuvor durch die Ankündigung der Initiative niedersächsischer Bauern – „Land schafft Verbindung – Niedersachsen“ – auf diese Aktion hingewiesen, waren auch die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Eike Holsten (Wahlkreis Rotenburg) und Marco Mohrmann (Wahlkreis Bremervörde) dazu gekommen, um mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Neben Schröder hatten auch Bauer Volker Emshoff und Landwirtin Franziska Kettenburg, die als Ortsräte in Unterstedt sowie im Rotenburger Stadtrat politisch engagiert sind, die Landespolitiker an den symbolischen „Runden Tisch“ gebeten – und dort redeten sie dann Tacheles.

„Uns wird vorgeworfen, dass wir Landwirte für die hohen Nitratwerte im Boden allein verantwortlich sind. Das stimmt nicht“, so Schröder. „Die Politik sollte sich auf den Höfen gemeinsam mit den Landwirten ein Bild unter anderem vom Insektenschutz und von der Biodiversität in der Praxis machen.“ Stickstoff-, Gülleverbrauch und die Anwendung von Antibiotika seien stark eingeschränkt worden. „Dieser Fakt ist aber von der Öffentlichkeit nicht so wahrgenommen worden.“ Er forderte zudem reelle Messwerte von Belastungen der Böden vor Ort und eben keine Hochrechnungen für bestimmte Areale. Mohrmann und Holsten erklärten, dass sie bereits öfter das Gespräch mit den Landwirten gesucht hätten. „Auch wir Politiker wollen, dass man mit uns redet“, so Holsten. Damit würden gute Voraussetzungen für einen vernünftigen Dialog und einen Schutz der Umwelt geschaffen. Dadurch wären dann bereits im Vorfeld einige Reibungspunkte geklärt. „Es geht hier schließlich um Existenzen von Landwirten. Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, was die Demos der Bauern in der letzten Zeit angeht, ist positiver, als alle Beteiligten gedacht haben“, fügt Mohrmann hinzu.

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