Warum wollen Sie nach Hannover?

Landtagskandidaten Tobias Koch (SPD) und Eike Holsten (CDU) im Interview

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Tobias Koch (links) aus Vahlde ist der Kandidat der SPD im Landtagswahlkreis Rotenburg. Eike Holsten (rechts) aus Rotenburg ist der Kandidat der CDU im Landtagswahlkreis Rotenburg.

Landkreis - Tobias Koch (SPD) und Eike Holsten (CDU) wollen beide nach Hannover - sie sind die frisch gekürten Landtagskandidaten. Wir haben mit den beiden Politikern im Doppel-Interview gesprochen.

Er ist 32 Jahre jung, Polizeibeamter bei der Rotenburger Kripo und seit 2006 Mitglied in der SPD und des Vahlder Gemeinderates: Tobias Koch  möchte die Nachfolge von Ralf Borngräber als Landtagsabgeordneter der SPD antreten. Anfang des Jahres hatte er durchaus überraschend seinen Hut in den Ring geworfen, vor einer Woche nominierten ihn die SPD-Delegierten in Bremervörde zum Kandidaten im Wahlkreis Rotenburg. Koch setzte sich gegen den Visselhöveder Tam Ofori-Thomas und Angelika Dorsch aus Bartelsdorf durch.

Glückwunsch zur Nominierung durch Ihre Partei. Warum haben Sie sich gegen Ihre innerparteilichen Kontrahenten durchgesetzt? 

Tobias Koch: Vielen Dank! Und danke an die Delegierten für das Vertrauen! Ich konnte mich gegen zwei tolle Sozialdemokraten durchsetzen. Was am Ende den Ausschlag für mich gegeben hat? Das müssen Sie die Delegierten fragen!

Was machen Sie besser als Ihr wohl stärkster Konkurrent im Wahlkreis, Eike Holsten? Warum setzen Sie sich am 14. Januar durch?

Koch: Ich habe bereits als Handwerker in der freien Wirtschaft gearbeitet und bin jetzt als Polizist für das Land tätig. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wo es „klemmt“.

Wenn es nicht klappt mit dem Direktmandat. Glauben Sie, es könnte für Sie auch über die Landesliste klappen? 

Koch: Ich will das Direktmandat gewinnen, über die Liste mache ich mir keine Gedanken.

Was sind die drängendsten Probleme, die auf Landesebene für die Region geändert werden müssten? 

Koch: Der Lärmschutz für die Anwohner der Alpha-E-Trasse sowie der Breitbandausbau in der Fläche. Nicht zu vergessen sind natürlich die Probleme mit der Erdgasförderung hier bei uns.

Wie bauen Sie jetzt Ihren Wahlkampf auf? 

Koch: Ich werde auf die Bürgerinnen und Bürger zugehen. Der Wahlkampf wird hart und fair. Ansonsten lassen sie sich überraschen!

Ist es ein Vor- oder Nachteil, wenn ein junger Bewerber wie Sie antritt?

Koch: Weder noch. Ich denke jedes Alter hat etwas für sich. Am Ende zählt die einzelne Person

Wie hilft Ihre bisherige lokalpolitische Erfahrung für die Aufgabe in Hannover? 

Koch: Ich glaube, dass Politik Politik bleibt. Das ist wie im Sport: Da verändern sich Regeln ja auch nicht von der Kreisklasse bis zur Bundesliga. Also sind sämtliche Erfahrungen wertvoll.

In welchen Bereichen wollen Sie sich als Landespolitiker besonders engagieren? 

Koch: Als Polizist ist für mich natürlich der Bereich der Inneren Sicherheit wichtig. Aber auch die Umwelt- und die Agrarpolitik liegen mir als „Junge vom Land“ am Herzen.

Was machen Sie anders als Ihr Parteivorgänger Ralf Borngräber im Landtag? 

Koch: Sicher andere Schwerpunkte setzen und was ich sonst noch anders mache? Den Wahlkreis direkt gewinnen!

Nochmal kurz nachgefragt: Warum wollen Sie eigentlich nach Hannover? 

Koch: Hannover liegt ja südlicher als unser Landkreis. Daher hoffe ich dort auf besseres Wetter. Nein im Ernst: Ich glaube, dass ich dort etwas für die Menschen in unserer Region erreichen kann.

Können Sie das Niedersachsenlied fehlerfrei singen? 

Koch: Mit Singen tue ich wohl keinem einen Gefallen. (lacht) Obwohl mir in der Grundschule eine schöne Singstimme bescheinigt worden ist! Aber die erste Strophe kann ich als Landesbeamter selbstverständlich mitsingen.

Er ist 33 Jahre jung, Büroleiter der Bundestagsabgeordneten Kathrin Rösel und seit 2001 Mitglied der CDU, sitzt im Rotenburger Stadtrat und im Kreistag: Eike Holsten  möchte die Nachfolge von Mechthild Ross-Luttmann als Landtagsabgeordneter der CDU antreten. Anfang Dezember hatte der Rotenburger Gemeindeverbandsvorsitzende als erster der drei CDU-Kandidaten sein Interesse bekundet. Am Mittwoch wählten ihn die CDU-Mitglieder zum Anwärter für das Direktmandat. Er setzte sich gegen Achim Figgen aus Sottrum und Ernst Behrens aus Westeresch durch.

Glückwunsch zur Nominierung durch Ihre Partei. Warum haben Sie sich gegen Ihre innerparteilichen Kontrahenten durchgesetzt? 

Eike Holsten: Vielen Dank. Wir haben uns alle drei sehr intensiv vorgestellt. Offenbar konnte ich die Mehrheit der Mitglieder mit meiner Mischung aus jungen Jahren und langjähriger politischer Erfahrung überzeugen.

Was machen Sie besser als Ihr wohl stärkster Konkurrent im Wahlkreis, Tobias Koch? Warum setzen Sie sich am 14. Januar durch? 

Holsten: Soviel habe ich von Tobias Koch noch nicht gehört, daher verbieten sich Vergleiche derzeit. Ich werde mich durchsetzen, weil die Mehrheit der Menschen in Niedersachsen mehr Engagement für Innere Sicherheit, Bildung und ländliche Räume erwartet, als das in den vergangenen vier Jahren bei der Landesregierung der Fall war. Dafür werde ich kämpfen.

Wenn es nicht klappt mit dem Direktmandat. Glauben Sie, es könnte für Sie auch über die Landesliste klappen? 

Holsten: Ich setze alles daran, unseren Wahlkreis direkt zu gewinnen. Wer über die Landesliste eingezogen ist, die im Übrigen erst im Mai aufgestellt wird, schaue ich mir am 15. Januar 2018 an.

Was sind die drängendsten Probleme, die auf Landesebene für die Region geändert werden müssten? 

Holsten: Mehr Lehrer und Polizisten in den Landesdienst zu bekommen, statt in den Kernbereichen unseres Staates weiter Stellenabbau zu betreiben, gilt für unsere Region wie für viele andere auch als Priorität. Wir brauchen Glasfaser in jedes Haus, damit unsere Region nicht abgehängt wird. Wir brauchen Ärzte auf dem Land und mehr Mobilität für eine älter werdende Gesellschaft.

Wie bauen Sie jetzt Ihren Wahlkampf auf?

Holsten: Die Partei bereitet gerade den Bundestagswahlkampf vor, nicht die Landtagswahl. Dank 15-jähriger Erfahrung mit Wahlkampfführung werde ich meinen eigenen Weg sicher finden. Öffentlich werden Wahlkampfstrategien vor Wahlen üblicherweise nicht erörtert.

Ist es ein Vor- oder Nachteil, wenn ein junger Bewerber wie Sie antritt? 

Holsten: Um sich für die Interessen seiner Mitmenschen einzusetzen, egal ob für junge oder alte, ist man immer im richtigen Alter. Der Generationenwechsel gelingt nur gemeinsam.

Wie hilft Ihre bisherige lokalpolitische Erfahrung für die Aufgabe in Hannover? 

Holsten: Durch mein kommunalpolitisches Mandat, aber auch durch meine berufliche Tätigkeit, bin ich gut vernetzt. Ich kenne viele Ansprechpartner in den unterschiedlichsten Bereichen und vor allem die Probleme vor Ort. Das hilft, um unsere Region stark in Hannover zu vertreten.

In welchen Bereichen wollen Sie sich als Landespolitiker besonders engagieren? 

Holsten: Als Abgeordneter steht immer die Wahlkreisarbeit im Mittelpunkt. Unsere Probleme sind vielschichtig und thematisch nicht einseitig.

Was machen Sie anders als Ihre Parteivorgängerin Mechthild Ross-Luttmann im Landtag?

Holsten: Um zu wissen, wie ich im Landtag agiere, muss ich dort erst einmal ankommen. Ich habe viel von Frau Ross-Luttmann gelernt. Ich bin aber auch ein anderer Typ und werde die Dinge auf meine Weise angehen. Was ich dann anders mache, werden schon sehr schnell andere beurteilen.

Nochmal kurz nachgefragt: Warum wollen Sie eigentlich nach Hannover? 

Holsten: Ich bleibe mit meiner Familie hier wohnen. In Hannover will ich meiner Heimat im niedersächsischen Landtag eine Stimme geben, weil ich davon überzeugt bin, das nötige Handwerkszeug mitzubringen und mich im Sinne meiner Mitmenschen gut einbringen zu können.

Können Sie das Niedersachsenlied fehlerfrei singen?

Holsten: Klar. Der Text sitzt, mindestens bis zur dritten Strophe. Die Töne könnten vielleicht manchmal gerader sein.

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