Landrat will Studenten locken

Landkreis und Ostemed informieren über Krankenhaus- und MVZ-Planungen

Landrat Hermann Luttmann (M.), Ostemed-Geschäftsführer Sven Freytag (l.) und Kreiskämmerer Sven Höhl berichten über den Stand der Planungen für das MVZ in Zeven sowie die Ostemed-Klinik in Bremervörde. Dabei geht es auch um viel Geld. - Foto: Menker
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Landrat Hermann Luttmann (M.), Ostemed-Geschäftsführer Sven Freytag (l.) und Kreiskämmerer Sven Höhl berichten über den Stand der Planungen für das MVZ in Zeven sowie die Ostemed-Klinik in Bremervörde. Dabei geht es auch um viel Geld.

Rotenburg - Von Guido Menker. Für das Krankenhaus in Bremervörde laufen zurzeit konkrete Planungen zum umfassenden Um- und Erweiterungsbau. Das haben Landrat Hermann Luttmann (CDU), Kämmerer Sven Höhl sowie Sven Freytag als Geschäftsführer der Ostemed GmbH in einem Gespräch mit der Presse mitgeteilt. Es gehe dabei um ein Investitionsvolumen in Höhe von bis zu 35 Millionen Euro, so Höhl.

„Da bleibt kein Stein auf dem anderen“, fasste der Landrat das Vorhaben zusammen. Die Beteiligten erhoffen sich allerdings eine Förderung vom Land in Höhe von 25 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen habe bereits für zwei Jahre Sicherstellungszuschläge in Höhe von jeweils einer Million Euro gewährt, um die nicht gedeckten, aber erforderlichen Vorhaltekosten mit abzudecken.

Die Planung für die Ostemed-Klinik in Bremervörde an sich ist allerdings nicht neu, war sie doch mit der Schließung des Zevener Martin-Luther-Krankenhauses (MLK) im Sommer verbunden. Am dortigen Standort eröffnet im Januar 2019 ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Die Zulassung für das MVZ mit zwei Arztsitzen liege inzwischen vor, heißt es. Geplant sei eine Praxis für Orthopädie und Rheumatologie sowie eine für Allgemein- und Betriebsmedizin. Für die dafür erforderlichen Maßnahmen planen Ostemed und Landkreis mit zunächst etwa 1,2 Millionen Euro. Für die Umstrukturierung des alten Krankenhausbereiches im MLK zu Pflegebereichen sowie der Einbindung des MVZ und der Neugestaltung der Zuwegungen werden insgesamt rund zehn Millionen Euro veranschlagt, so Höhl. Die Vergabeverfahren zur planerischen Umsetzung seien ebenfalls eingeleitet.

Sven Freytag betonte im Gespräch mit der Presse das Interesse daran, das Vertrauen der Patienten wiederzugewinnen. „Wir wollen den Standort erhalten, auch wenn wir ihn jetzt umwandeln.“ Das Angebot der Samtgemeinde Zeven, sich mit 15 Prozent an der MVZ-GmbH zu beteiligen, ist derweil abgelehnt worden, berichtete Landrat Hermann Luttmann.

Die MLK-Schließung hat Folgen: Das Krankenhaus in Bremervörde verfügt zurzeit über 102 Betten – künftig sollen es 162 inklusive 20 Betten für die künftig integrierte Schmerztherapie werden. Seit der Schließung des MLK sei bereits ein deutlicher Patientenzuwachs zu verzeichnen – die Auslastung des Krankenhauses sei seitdem von 88 bis 90 auf nun 100 Prozent gestiegen. „Darüber sind wir sehr froh“, sagte der Landrat. Es sei nicht – wie zunächst immer wieder befürchtet – dazu gekommen, dass sich die Patienten nahezu komplett nach Rotenburg orientieren.

Für den Standort Bremervörde sei darüber hinaus eine konsequente Weiterentwicklung des altersmedizinischen Schwerpunktes vorgesehen. Für die Altenpflege sei ein Neubau vorgesehen. Die Zustände im ehemaligen Kreiskrankenhaus seien „nicht mehr zumutbar“, betonte Luttmann. Zudem hätten sich die Klientel und deren Wünsche geändert, sagte Freytag. Die Krankenpflegeschule wird von Zeven nach Bremervörde verlegt und soll deutlich vergrößert werden. Zurzeit bietet sie 75, künftig 100 Plätze. Es gehe vor allem darum, der Nachfrage nach Pflegepersonal gerecht zu werden.

Ein solches Problem sieht der Landrat auch mit Blick auf die Ärzte im ländlichen Raum. Daher werde sich der Kreistag noch in diesem Jahr mit der Idee befassen, für Medizinstudenten ein Stipendiaten-Programm aufzulegen. Ziel sei es, dass sie nach ihrer Ausbildung in den Landkreis kommen – nicht nur in hausärztliche Praxen, sondern auch für eine Tätigkeit im Krankenhaus. Angedacht sei das Modell zunächst für bis zu sechs Studenten, die über einen Zeitraum von 75 Monaten mit jeweils monatlich bis zu 500 Euro gefördert werden könnten. Sven Freytag dazu: „Eine tolle Initiative.“

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