Landkreis strebt weiterhin Anbindung an den Hamburger Verkehrsverbund an

Die „weißen Flecken“ sollen verschwinden

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Bemühen sich um Aufnahme in den HVV-Tarif (von links): Peter Freytag (Sottrum), Silke Fricke (Bremervörde), Andreas Weber (Rotenburg), Torsten Lühring (Landkreis), Michael Niestädt (Fintel), Käthe Dittmer-Scheele (Scheeßel), Dietmar Opalka (Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen), Gerhard Oetjen (Geestequelle) und Ralf Goebel (Visselhövede).

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Seit einigen Jahren bemühen sich der Landkreis Rotenburg und seine Gemeinden um eine bessere Tarifanbindung an den Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Zwar besteht seit 2008 der sogenannte Übergangstarif, mit denen Pendler von den Bahnhöfen im Kreis vergünstigt fahren können. Dennoch: Zufrieden stellt das die betroffenen Kommunen nicht. Besonders Scheeßel und Lauenbrück hoffen auf eine Ausweitung des kompletten Tarifs für das Schienennetz.

In dem einen Teil des Landkreises hängen Werder-Bremen-Fahnen im Vorgarten, im anderen dominiert die Raute des Hamburger Sportvereins. Ebenso leben im Landkreis Rotenburg zahlreiche Berufstätige, die zu ihrem Arbeitsplatz einerseits nach Bremen, andererseits aber auch nach Hamburg pendeln. So ähnlich beschrieb der erste Kreisrat Torsten Lühring am Montag während eines Treffens mit Vertretern der hiesigen Kommunen die Situation im Landkreis, der sich – aus geografischer Sicht – ziemlich genau in der Mitte der beiden Hansestädte befindet. Deshalb strebt der Kreis, in Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden, eine Ausweitung des kompletten HVV-Tarifs an.

Im vergangenen Jahr haben die Länder Niedersachsen und Hamburg eine Untersuchung zur Ermittlung der möglichen finanziellen Auswirkungen in Auftrag gegeben. Dies geschah auf Initiative der Landkreise Rotenburg, Cuxhaven, Heidekreis und Uelzen, die allesamt die Tarifaufnahme anstreben. Im Juli dann die ersten Ergebnisse: Zwei Millionen Euro müsste der Landkreis Rotenburg jährlich an Ausgleichszahlungen sowohl für Zeit- als auch für Einzelkarten aufbringen. Eine „gewaltige Summe“, wie Lühring betonte, und allein kaum zu stemmen. Der Landkreis befinde sich deshalb in Verhandlungen mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, um eine dauerhafte Mitfinanzierung des Landes zu erreichen. Alle Bahnhöfe im Landkreis Rotenburg in den HVV-Tarif aufnehmen: Laut Lühring ist dies die vom Kreis angestrebte Optimal-Lösung.

Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele und Fintels Samtgemeindebürgermeister Michael Niestädt plädierten ebenfalls eindringlich für eine Aufnahme in den Verbundstarif. Denn bisher sind die Bahnhöfe in Scheeßel und Lauenbrück „weiße Flecken“ auf der Landkarte: Während auf der Bahnstrecke zwischen Bremen und Hamburg der HVV-Tarif ab Tostedt greift, gilt auf umgekehrter Strecke der VBN-Tarif (Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen) ab Rotenburg und bezieht auch Sottrum ein. „Wir sehen eine deutliche Benachteiligung“, so Dittmer-Scheele. „Für uns wäre das auch psychologisch betrachtet ein positives Signal, endlich einem Verbund anzugehören.“

Neben der A-Lösung führte Lühring auch mögliche B-Varianten aus. Alternativ käme infrage, nur die Bahnhöfe im Kreis einzubeziehen, die derzeit nicht im Gebiet des VBN liegen – Lauenbrück, Scheeßel, Hesedorf, Bremervörde, Oerel, Heinschenwalde und Visselhövede. Rotenburg und Sottrum wären außen vor. Bei dieser Variante ergebe sich laut Berechnung ein Finanzierungsbedarf zwischen einer Million und 1,3 Millionen Euro.

Eine weitere Möglichkeit wäre, zwar sämtliche Landkreis-Bahnhöfe in der Betrachtung zu lassen, aber sich auf Zeitkarten zu beschränken, Einzelkarten fielen weg. Für diese Berechnung war im Jahr 2010 bereits ein jährlicher Zuschussbedarf von 750000 Euro ermittelt worden, der Betrag soll jetzt noch einmal aktualisiert werden.

Welche Variante es letztlich wird: „Eine Verbesserung haben wir in jedem Fall zu erwarten“, so Lühring. Er hoffe, dass im kommenden Jahr endlich ein Abschluss der Verhandlungen gefunden werde.

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