Das Projekt „Gut ankommen in Niedersachen!“ hat Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern im Blick

Landkreis sorgt für Starthilfe

Das Land hat das Projekt „Gut ankommen in Niedersachen!“ aufgelegt und hilft bei der Unterstützung von Flüchtlingsfamilien. Der Landkreis Rotenburg ist dabei. - Foto: imago

Rotenburg - Von Guido Menker. Mit dem Projekt „Gut ankommen in Niedersachsen!“ unterstützt das Land Angebote für Flüchtlingsfamilien. Die Landesregierung stellt dafür zusätzliche Fördergelder in Höhe von 650. 000 Euro für zunächst zwölf Monate zur Verfügung. Der Landkreis Rotenburg ist mit von der Partie. Er erhält aus diesem Topf 25. 000 Euro und stockt die Projektsumme um weitere 6. 250 Euro auf.

Ziel ist es, den Flüchtlingsfamilien mit ihren Kindern die Ankunft zu erleichtern, ihre Integration zu fördern und sie an das Leben in einer für sie neuen Gesellschaft heranzuführen. Das hat Sandra Schmidt vom Jugendamt des Landkreises gestern Nachmittag in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses erklärt. Sie hat den Politikern sowie den hinzugewählten Mitgliedern über die bisherige Umsetzung des Projektes berichtet. Demnach leben zurzeit 481 Familien mit Migrationshintergrund und Kindern bis zu sechs Jahren im Landkreis Rotenburg – 389 davon in Flüchtlingsfamilien.

In dem Projekt gehe es darum, Informationen über die vorhandenen Möglichkeiten und Angebote darzustellen und diese den Familien selbst, aber auch den zahlreichen Unterstützern verwendbar zur Verfügung zu stellen. „Zum einen geht es um Informationen, die wir allen Ehrenamtlichen für ihr Gespräch, ihre Begleitung oder ihre Besuche zur Verfügung stellen. Zum anderen um Informationen, die wir – übersetzt in mehrere Sprachen – den zugezogenen Flüchtlingsfamilien an die Hand geben möchten, um eine eigenständige Orientierung zu erleichtern“, so Sandra Schmidt.

Die inhaltliche Bandbreite ist groß. Werdende Eltern erfahren, wo sie welche Unterstützung finden können, junge Eltern bekommen alle nötigen Informationen zur Betreuung und Schule an die Hand, und außerdem geht es um Rat und Hilfen für die Familien, die die Integration erleichtern. Dazu gehören wichtige Kontaktpersonen, aber auch Ansprechpartner in Vereinen und Institutionen. So will der Landkreis die Inhalte im Familienwegweiser, der gerade für neu ankommende Familien wichtig ist, den Ehrenamtlichen komprimiert und auf die Regionen Rotenburg, Zeven und Bremervörde bezogen zur Verfügung stellen. „Inhalte, die unmittelbar für die Flüchtlingsfamilien hilfreich sein können, werden übersetzt und für die Weitergabe zur Verfügung gestellt“, so Schmidt. Dazu gehöre dann auch ein kleines Willkommensgeschenk für die Kinder. Das heißt, das bisherige Verfahren der Begrüßungsbesuche bei Neugeborenen bleibe, wie es ist. Schmidt: „Die Familien sind bereits da oder werden zugewiesen. In der Gemeinde gibt es Menschen, die dies wissen und auch die Personaldaten sowie die möglichen ehrenamtlichen Begleiter kennen.“ Sie melden darauf hin im Familienservicebüro, wie viele „Willkommenspakete“ in welcher Sprache benötigt werden.

In das Projekt gehören auch Fortbildungsangebote für die Ehrenamtlichen. Darunter ist auch ein interkulturelles Training, in dem es um die Frage geht, was sie in Familien aus anderen Kulturen erwartet. Schmidt spricht von Kultursensibilität. Eine erste Veranstaltung hat es bereits in Zeven gegeben, am 3. Juni folgt eine Fortbildung zu den Themen „Angebote für Familien mit Kindern von 0 bis 6 Jahren“ sowie „Anhaltspunkte für die Gefährdung des Kindeswohls“. Parallel dazu sollen im Juni dann auch schon der Einsatz mit den neuen Materialien sowie die Umsetzung der ersten Begrüßungsbesuche beginnen. Das vorhandene Geld reiche aus, heißt es. Das Land werde das Projekt auch weiterführen, die bisherige Förderung im weiteren Verlauf allerdings reduzieren.

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