Landkreis Rotenburg wird offiziell Bildungsregion / Vertragsunterzeichnung

Hand in Hand mit dem Land

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Bildungsregion Landkreis Rotenburg: Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und Landrat Hermann Luttmann haben dazu gestern den Kooperationsvertrag unterschrieben.

Rotenburg - Von Guido Menker. Der Landkreis Rotenburg wird eine von inzwischen mehr als 30 Bildungsregionen in Niedersachsen. Landrat Hermann Luttmann (CDU) und die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) haben dazu gestern im Rotenburger Kreishaus den Vertrag unterschrieben. Ziel sei es, dass sich Land und Landkreis im Bereich der Bildung stärker vernetzen. Das vom Land initiierte Projekt ist zunächst auf drei Jahre befristet.

„Diese Vereinbarung soll deutlich machen, dass Land und Kommunen bei der Qualitätsentwicklung von Bildung in der Region Hand in Hand und damit alle Akteure in die gleiche Richtung gehen“, erklärt die Ministerin. In den bereits gestarteten Bildungsregionen gelinge das gut.

Das Land macht für die Abordnung von Bildungskoordinatoren bis Ende 2017 zwei Millionen Euro locker. Mit jeweils einer halben Lehrerstelle sollen diese vor Ort die Fäden ziehen, um eine enge Vernetzung herzustellen, und damit auch die schulische Sichtweise einbringen. Der Rotenburger Bildungskoordinator soll am 1. Februar seinen Job antreten und vom Landkreis ein Büro bekommen, in dem ihm eine Verwaltungsfachkraft – ebenfalls mit einer halben Stelle – zur Seite gestellt wird, so Luttmann. Es gehe aber nicht nur um eine finanzielle, sondern auch um eine inhaltliche Unterstützung. Frauke Heiligenstadt: „Wir bringen uns mit ein.“

Hinter der Idee einer Bildungsregion stecke die Erkenntnis, dass die klassische Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen Land und Kommunen für den Bereich der schulischen Bildung schon längst nicht mehr alle Herausforderungen und Chancen im Bildungsbereich abdecke. Bildung bedeute lebenslanges Lernen und geschehe auch außerhalb von Schule in vielen lokalen Kontexten.

Gute, vernetzte Bildungsangebote und eine passgenaue Begleitung der Menschen vor allem bei den Übergängen zwischen verschiedenen Bildungsabschnitten seien ein wesentlicher Standortfaktor.

Deshalb übernehmen Kommunen zunehmend Verantwortung für die Planung und Koordination von Bildungsangeboten vor Ort und erhalten dabei auch Unterstützung vom Land, heißt es. Mit dem jetzt unterzeichneten Vertrag bekräftigten Landkreis und Land diese gemeinsame Verantwortung.

„Die Bildungsregion soll neben einer Bestandsaufnahme der Akteure und Bildungsangebote im Landkreis insbesondere Vorhandenes vernetzen und koordinieren sowie übergreifende Projekte initiieren und begleiten sowie Fördermittel dafür einwerben“, erklärt Kreisrat Torsten Lühring. Ein Themenfeld, das dabei sicherlich eine Rolle spielen werde und in dem der Landkreis auch schon heute aktiv sei, sei eine passgenaue Berufsorientierung. Luttmann: „Gerade im ländlichen Raum wird es immer schwieriger, geeignete Fachkräfte zu finden. Dem wollen wir aktiv entgegenwirken.“

Der Landrat hält es für gut, die vielen Akteure im Bereich der Bildung auf eine gemeinsame Basis zu stellen. Dabei gehe es um die Frage, was man gemeinsam machen und gegebenenfalls noch besser organisieren könne. Vor dem Hintergrund habe der Landkreis seine Bewerbung zur Teilnahme an diesem freiwilligen Projekt auch relativ fix nach Hannover geschickt, erklärt Lühring.

Wie die Ministerin es formulierte, soll die Aufteilung der Zuständigkeiten erhalten bleiben. Dabei ließe sich aber die Zusammenarbeit des Personals besser koordinieren. Im Blick habe sie vor allem die Übergänge – angefangen von der Kita in die Schule bis hin zum Übergang in den Beruf sowie die Fragen von Fort- und Weiterbildungsangeboten: „Man braucht eine Plattform zur Koordinierung einer Kooperation.“

Dabei gehe es auch um den Abbau von gegenseitigen Berührungsängsten. Ein entsprechendes Projekt gebe es dafür in Göttingen mit der Initiative Schulbetrieb – diese lebt von gegenseitigen Hospitanzen in Schulen und Betrieben. „Das sorgt für gegenseitiges Verständnis und auch für bestimmte Abläufe.“

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