Ein Tritt auf die Bremse

Landkreis rückt bei steigenden Fallzahlen in Corona-Stufe eins

Impfmobil auf dem Rotenburger Pferdemarkt.
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Es gibt viele Impfangebote auch im Landkreis Rotenburg. Der Landrat rät, diese zu nutzen, um sich vor einer Corona-Infektion zu schützen. Denn die Inzidenz steigt wieder an.

Rotenburg – Es hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet, dass die Zahlen nicht sinken. Jetzt ist es amtlich: Der Landkreis Rotenburg befindet sich durch sieben neu vom Gesundheitsamt gemeldete Coronafälle seit Mittwoch den dritten Tag in Folge bei einem Inzidenzwert über zehn. Das bedeutet, dass laut niedersächsischer Corona-Verordnung ab Samstag wieder stärkere Einschränkungen im Alltag gelten.

Der Landkreis rückt damit dann in Stufe eins – und zwar so lange, bis der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen den Wert von zehn wieder unterschreitet. Dabei gilt auch der Samstag als Werktag.

Es gibt derzeit kein festes Cluster, das die Zahlen in der Region wieder ansteigen lässt, so Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier auf Nachfrage. Die Stand Donnerstag 35 aktiven Fälle verteilen sich auf fast alle Verwaltungseinheiten – lediglich die Samtgemeinden Bothel und Geestequelle weisen bis dato noch keine Ansteckungen auf. Es sind aber nicht nur Reiserückkehrer, die die Zahlen hochtreiben, sondern es sind auch viele einzelne Fälle in Familien, in Freundeskreisen oder auch Menschen, die sich auf der Arbeit bei Kollegen anstecken.

Sieben neue Coronafälle: Inzidenz bei 15

Mit den seit Mittwoch sieben vom Gesundheitsamt neu gemeldeten Coronafällen sind derzeit 35 Menschen im Landkreis Rotenburg mit dem Coronavirus infiziert. Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldete Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit am Donnerstag bei 15 – und somit den dritten Tag in Folge über zehn, was den Eintritt in die nächsthöhere Stufe der niedersächsischen Corona-Verordnung bedeutet.

Die gute Nachricht: Weiterhin muss niemand der an Covid-19-Erkrankten im Krankenhaus behandelt werden. Die Zahl der Kontaktpersonen, für die Quarantäne angeordnet wurde, ist indes auf 69 angestiegen. Die meisten Fälle insgesamt gesehen zählt der Landkreis derzeit mit 740 in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen. Erst mit einigem Abstand folgen dann die 50- bis 59-Jährigen mit 631 und die 30- bis 39-Jährigen mit 617 Fällen seit Beginn der Pandemie im Landkreis.

Klar ist aber: Zu neuen Ansteckungen kommt es derzeit vorrangig unter jungen Leuten – hauptsächlich zwischen den 20- und 29-Jährigen, schaut man sich die Übersicht der Fälle seit Ausbruch der Pandemie im Landkreis an. Vor diesem Hintergrund und auch, weil viele ältere Menschen bereits vollständig geimpft sind, das teilt Landrat Hermann Luttmann (CDU) mit, „dürften zumindest einige der an die Überschreitung der ,Zehner-Inzidenz‘ gekoppelten Beschränkungen einer Überprüfung durch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg kaum mehr standhalten“. Aus diesem Grund hoffe er, dass die Landesregierung kurzfristig die Regeln ändert und weitere Faktoren für Einschränkungen als nur den Inzidenzwert berücksichtigt.

Luttmann mahnt dabei auch verantwortungsbewusstes Handeln jedes Einzelnen an. Denn: „Eine Lockerung der staatlichen Beschränkungen geht einher mit mehr Eigenverantwortung der Bürger. Deshalb meine Bitte an alle Einwohner im Landkreis: Halten Sie sich weiterhin konsequent an die einfachen Corona-Regeln und lassen sich – soweit noch nicht geschehen – impfen.“ Die Angebote diesbezüglich sind mittlerweile vielfältig und schon lange nicht mehr nur auf das Zevener Impfzentrum beschränkt.

Mit der neuen Allgemeinverfügung erwarten die Menschen im Landkreis weitere Einschränkungen in manchen Bereichen, in anderen bleibt aber erstmal alles wie gehabt. Das sind die ab Samstag gültigen Regeln:

  • Die Kontakte werden reduziert. Es dürfen sich nicht mehr als zehn Personen aus verschiedenen Haushalten drinnen und draußen treffen. Kinder bis einschließlich 14 Jahren sowie vollständig geimpfte und genesene Personen fallen nicht in diese Regelung, ebenso Begleitpersonen für Menschen mit Behinderung oder Pflegebedürftigkeit.
  • Private, geschlossene Feiern in der Gastronomie sind möglich mit bis zu 100 Personen – diese müssen negativ getestet, vollständig geimpft oder genesen sein. Testpflicht besteht nicht für Kinder bis 14 Jahre. Es herrscht, außer am Platz, Maskenpflicht.
  • Im Handel herrscht Maskenpflicht, außer auf den zugehörigen Parkplätzen.
  • Für Veranstaltungen drinnen mit Sitzplatz und draußen stehend und sitzend mit mehr als 500 Personen benötigen die Organisatoren eine Genehmigung. Gleiches gilt für größere Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als 100 Personen mit sitzenden und stehenden Besuchern.
  • Für die Gastronomie gilt Maskenpflicht außer am Platz. Der Besuch von Diskos, Clubs und Shisha-Lokalen ist nur mit Test, Impf- oder Genesungsnachweis möglich.
  • Wer im Landkreis übernachten möchte, muss zweimal pro Woche sowie bei Anreise einen negativen Test vorweisen oder nachweislich geimpft oder genesen sein. Tourismus und Freizeitvergnügen laufen weiter, Schwimmbäder und Saunen dürfen geöffnet bleiben; touristische Aktivitäten, Kinos, Theater und Ähnliches finden mit Maske und nach jeweiligem Hygienekonzept weiter statt. Auch Stadt- und Naturführungen sind mit Hygienekonzept machbar.
  • Noch sind Sommerferien, aber für Kita, Hort und Krippe gilt nach Stufe eins weiterhin das Szenario A.
  • Im Sport sind Kontakt- und Individualsportarten weiter möglich, Duschen und Umkleiden dürfen geöffnet sein, Fitnessstudios ebenfalls.
  • Körpernahe Dienstleistungen sind mit Maskenpflicht zulässig.

Die entsprechende Allgemeinverfügung findet sich auch auf der Internetseite des Landkreises.

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