Ökologische Station Oste-Region soll für besseres Naturmanagement sorgen

Landkreis und Nabu kooperieren für Schutzgebiete

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Landrat Hermann Luttmann (r.) und der Nabu-Landesvorsitzende Holger Buschmann unterzeichnen den Kooperationsvertrag.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Der Landkreis Rotenburg gilt gemeinhin nicht als die Region, die beim Naturschutz in der ersten Liga spielt. Dennoch ist man nun Vorreiter in Niedersachsen. Am Freitag hat Landrat Hermann Luttmann (CDU) mit dem Naturschutzbund (Nabu) einen ersten Kooperationsvertrag zur Schutzgebietsbetreuung unterschrieben. Damit sollen die Gebiete intensiver betreut und gepflegt werden.

Die Vorgaben der EU sind klar und nach Nabu-Angaben durchaus „knallhart“: Ausgewiesene Naturschutzgebiete müssen mindestens so erhalten bleiben, wie sie sind, in vielen Fällen ist sogar eine Aufwertung gefordert. In Kooperation mit dem Nabu soll diese Entwicklung nun auch in Niedersachsen forciert werden. Was in Nordrhein-Westfalen schon seit 40 Jahren praktiziert werde, finde mit dem Vertrag jetzt im Norden einen Anfang. Kreisübergreifend auch mit Stader Gebiet sind rund 10 .000 Hektar von der Kooperation mit der neuen Nabu-Station Oste-Region betroffen, hieß es gestern bei der Unterzeichnung der Verträge durch Landrat Luttmann und den Nabu-Landesvorsitzenden Holger Buschmann im Rotenburger Kreishaus. Die Naturschutzarbeit wird damit in zehn FFH-Gebieten, einem EU-Vogelschutzgebiet sowie drei Naturschutzgebieten mit Fördermitteln des Landes intensiviert. Zweieinhalb neue Stellen wurden dafür bei der Nabu-Umweltpyramide in Bremervörde geschaffen.

Kenntnisse „gnadenlos schlecht“

Vornehmlich geht es um Schutzgebiete im Nordkreis und im Landkreis Stade. Die Oste mit Nebenbächen ist das zentrale Schutzgebiet, in südlicher Richtung geht es bis zum Hemelsmoor bei Steinfeld. Auch die Moore bei Sittensen gehören dazu. Der Nabu wird sich künftig darum kümmern, Kartierung und Monitoring aufzubauen, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen und Umweltbildung zu intensivieren. Von rund 30 Detailaufgaben pro Jahr ist die Rede. Die bisherigen Kenntnisse über Flora und Fauna in den Schutzgebieten sind seit in vielen Bereichen „gnadenlos schlecht“, so Buschmann.

Das niedersächsische Umweltministerium – auch unter neuer Führung der SPD – möchte mit der Finanzierung die kooperative Zusammenarbeit zwischen behördlichem und verbandlich getragenem Naturschutz fördern. Die Zuwendung beläuft sich zunächst auf einen Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2021. Landrat Luttmann hob bei der Vertragsunterzeichnung die positive Zusammenarbeit für den Naturschutz im Landkreis in den vergangenen Jahren hervor – auch wenn man nicht immer einer Meinung sei. „Mit dieser Kooperationsvereinbarung sichern wir die Fördermittel für die Naturschutzarbeit in unserem Landkreis für die nächsten Jahre.

Zusammenarbeit zwischen Behörden und Verbänden wichtig

Die Ökologische Nabu-Station Oste-Region und der Landkreis arbeiten auf diesem Gebiete schon lange erfolgreich zusammen.“ Nabu-Chef Buschmann ergänzte: „Wichtig ist, dass die Ökologische Station über die Bemühungen des Landkreises hinaus, die dadurch nicht ersetzt werden sollen, dazu beitragen wird, den Herausforderungen des regionalen Naturschutzes zum Erhalt der biologischen Vielfalt vor Ort gerechter zu werden. Das Insektensterben macht deutlich, wie dringend und elementar diese Arbeit ist. Die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Behörden und Verbänden ist dabei von ganz entscheidender Bedeutung.“

Buschmann sieht den Nabu als stetig wachsenden Verband auch in der Pflicht: „Wir können nicht fordern, wenn wir uns nicht selbst engagieren.“ Die steigende Zahl Aktiver müsse auch vor Ort erleben, was Naturschutz ganz handfest bedeute. Sonst ginge die Expertise, für die der Nabu geschätzt werde, irgendwann verloren.

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