Kurze Wege

Landkreis macht mit Impfbus Halt in Rotenburg

Annika Ohlhoff (l.) und Bernadette Nadermann vor dem Impfmobil auf dem Lohmarkt.
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Annika Ohlhoff (l.) und Bernadette Nadermann freuen sich über die Resonanz auf die Aktion.

Mit einem besonderen Angebot möchte der Landkreis Rotenburg möglichst vielen die Möglichkeit geben, sich ohne Anmeldung impfen zu lassen. Deswegen tourt ein Team des Impfzentrums aus Zeven mit einem Bus durch den Kreis.

Rotenburg – In einem ehemaligen Krankenhaus, in Turnhallen, Heimat- und Gemeindehäusern sowie auf einem Parkplatz: Die Liste der unterschiedlichen Orte, an denen der Landkreis Rotenburg seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus vor fast sieben Monaten schon Dosen der vier bislang in Deutschland zugelassenen Vakzine verteilt hat, ist um einen Ort länger. Denn seit Dienstag ist das Team des Zevener Impfzentrums in einem Niederflur-Gelenkbus im Landkreis unterwegs.

Ein niedrigschwelliges Impfangebot will der Landkreis damit seinen Einwohnern machen – und das bezieht sich weniger auf den erleichterten Zugang zum Bus, sondern auch auf die Formalitäten. „Hier braucht sich niemand anzumelden. Es reicht, wenn sie einen Ausweis und im Idealfall auch einen Impfpass dabei haben – aber zwingend notwendig ist noch nicht einmal das“, sagt Annika Ohlhoff, Leiterin des Impfzentrums in Zeven, als der Bus am Mittwoch auf dem Lohmarkt vor der Kreismusikschule hält. Vor ihm sind Pavillons aufgebaut: Der erste dient zum Empfang der Impflinge, zur Datenerfassung und zum Ausfüllen des Anamnesebogens, der zweite ist für den Checkout und die 15-minütige Ruhe- und Beobachtungsphase für die Zeit nach dem Piks.

Regen- statt Sonnenschutz

„Wir hatten den Pavillon eigentlich als Sonnenschutz gedacht“, sagt Ohlhoff, als eine kurze Regenphase dazwischen kommt und der Pavillon für wenige Minuten zweckentfremdet werden muss. Zum Arztgespräch steigen die Impflinge je nach Anweisung ganz vorne oder ganz hinten in den Bus. „So können wir noch einiges an Privatsphäre gewährleisten“, so die Leiterin des Impfteams. In der Mitte nehmen dann weitere Mitarbeiter aus Zeven die Impfung vor.

Das Impfteam hat die Unterlagen in etlichen Sprachen im Gepäck.

Es ist ein gemischtes Publikum, das zum Bus auf den Lohmarkt kommt. „Vor allem Jüngere, aber wir wissen ja auch, dass die ältere Bevölkerung größtenteils durchgeimpft ist“, sagt Ohlhoff, als ein junger Mann ihr nach seiner 15-minütigen Ruhephase im Gehen ein „Super Aktion!“ zuruft und den Daumen in die Luft streckt.

Das sieht auch Ronja Wegner so: Die 25-Jährige hat über den Whatsapp-Status von Freunden von dem Termin erfahren. „Für mich ist das ideal, ich muss mich nicht anmelden, nicht irgendwo extra hinfahren, mir nicht freinehmen, sondern kann das jetzt auf dem Nachhauseweg von der Arbeit erledigen“, ist die Rotenburgerin zufrieden. Sie lässt sich mit dem Impfstoff von Biontech versorgen. In vier Wochen hat sie an selber Stelle, wieder im Bus, ihren Termin für die Zweitimpfung. Alternativ gibt es das Vakzin von Johnson & Johnson, das im Gegensatz zu Biontech nur einmal verabreicht werden muss.

Unterlagen in etlichen Sprachen vor Ort

„Aber auch die Entscheidung müssen die Impflinge nicht schon lange vorher treffen, sondern sie können auch hier vor Ort wählen, wir haben alle notwendigen Unterlagen hier“, sagt Ohlhoff. Und das nicht nur in deutscher Sprache. „Außerdem haben wir hier Mitarbeiter vor Ort, die arabisch, persisch, Dari, bulgarisch und französisch sprechen.“

Denn natürlich möchte der Landkreis auch Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge ansprechen. „Wir haben auch in den Deutschkursen und den Unterkünften für diese Aktion geworben“, sagt Rotenburgs Erste Stadträtin Bernadette Nadermann. „Wir freuen uns sehr, dass wir den Menschen dieses Angebot machen und hier eben auch die Wege kurz halten können, um die Bereitschaft zum Impfen zu stärken. Je einfacher es ist, desto mehr machen mit“, ist sie überzeugt.

Wir halten es uns offen, die Aktion noch einmal zu wiederholen.

Annika Ohlhoff

Ohlhoff ist seit Montag unterwegs. Zum Auftakt der Aktion hatte das Team die Impfstraßen in Bremervörde aufgebaut. „Dort haben wir um die 100 Impflinge versorgen können“, freut sie sich. Am Dienstag war dann der Bus erstmals im Einsatz, in Sittensen gab es rund 90 Impfwillige. In Rotenburg hat das Team bereits gut zwei Stunden nach dem Start fast 100 Dosen verteilt. „Wir haben uns im Vorfeld viele Sorgen gemacht, die gar nicht eingetreten sind“, sagt Ohlhoff. Sie ist zufrieden mit dem Ablauf – daher: „Wir halten es uns offen, die Aktion noch einmal zu wiederholen.“

Maike Tietje (r.) ergänzt auf dem Formular von Ronja Wegner die Eintragungen.

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