Kreisausschuss beschließt Wiedereinführung / Entscheiden muss der Bund

Landkreis macht den Weg frei für das BRV-Kennzeichen

Von wegen Ex. Demnächst können sich Bewohner aus dem Nordkreis wohl wieder das alte BRV-Nummernschild ans Auto schrauben. ·

Kreis Rotenburg - Der Weg für die Wiedereinführung des BRV-Kennzeichens ist frei. Zumindest aus Sicht des Landkreises. Der nicht öffentlich tagende Kreisausschuss gab diese Woche grünes Licht – mit deutlicher Mehrheit, wie es hieß. Die letzte Entscheidung fällt nun das Bundesverkehrsministerium.

Bei der Kreisreform ging der Altkreis Bremervörde 1977 im Landkreis Rotenburg auf. Wer ein Fahrzeug anmeldete bekam fortan ein ROW-Kennzeichen. Heute findet sich das BRV nur noch an sehr wenigen Fahrzeugen – an Oldtimern und alten Treckern. Eben das aber ebnete nun den Weg für die Wiedereinführung. Denn die ist nur möglich, weil noch Fahrzeuge auf die alte Buchstabenkombination zugelassen sind.

Im Südkreis ist das anders. Dort gibt es das vor der Kreisreform gültige „ROH“ für Rotenburg in Hannover nicht mehr. Zumindest sei kein Fahrzeug mehr darauf zugelassen, bestätigte Ulrike Ringen, die Leiterin des Straßenverkehrsamtes.

Wie stark die Nachfrage nach BRV sein wird, bleibt abzuwarten. Zumal voraussichtlich tiefer ins Portemonnaie greifen muss, wer sich ein entsprechendes Kennzeichen anfertigen lässt. Schon im Verkehrsausschuss des Landkreises wurde angedeutet, dass womöglich die Gebühr für Wunschkennzeichen fällig wird – 20 Euro. Hinzu kommt, dass sich die Begeisterung außerhalb der Stadt Bremervörde spürbar in Grenzen hielt. Ob Bürger aus Zeven, Tarmstedt, Selsingen, Sittensen, Geestequelle oder Gnarrenburg künftig lieber mit BRV statt herumfahren, wird sich erst noch zeigen müssen.

Dass sich die Mandatsträger im elfköpfigen Kreisausschuss für die Wiedereinführung von BRV ausgesprochen haben, hängt insbesondere damit zusammen, dass niemand – auch in Bremervörde-Stadt nicht – gezwungen wird, das neue Angebot anzunehmen. Im Verkehrsausschuss war bereits deutlich geworden, dass den meisten das Thema ziemlich egal ist, man den Bremervördern aber keine Steine in den Weg legen will.

Die Ostestädter hatten massiv für „ihr BRV“ geworben, weil sie darin auch ein Marketinginstrument sehen. An dessen Wirkung es außerhalb der Stadt allerdings durchaus Zweifel gab. So war auch vom Anfang einer Spaltung des Landkreises die Rede – nachdem die Wunden der Kreisreform nach 35 Jahren eigentlich geheilt schienen.

Der Kreistag wird sich am 15. März nicht mehr damit beschäftigen. Dort ginge es nur um wichtige Themen, war aus Reihen der Kreisverwaltung zu hören, die sich gegen die Wiedereinführung des alten Bremervörder Kennzeichens ausgesprochen hatte. Vergeblich, wie sich zeigte. Ende April, Anfang Mai werde das Verkehrsministerium in Hannover alle betroffenen Landkreise einladen und über die Modalitäten der Wiedereinführung alter Kennzeichen informieren, sagt Ulrike Ringen. Dann solle auch die Frage geklärt werden, ob man das neue alte Kennzeichen im Landkreis Rotenburg nicht allen Bürgern freistellen müsse. Nach dem positiven Votum aus dem Landkreis ist nun das Bundesverkehrsministerium am Zuge ... · zz/oer

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