Landkreis kritisiert Rotenburger Bauvorhaben / Stadtplaner Bumann verteidigt bisheriges Vorgehen

„Kleinräumliche Planung können wir nicht mehr stemmen“

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In Rotenburg wird derzeit viel gebaut – für den Landkreis an manchen Stellen zu unstrukturiert.

Rotenburg - Die kritischen Bemerkungen des Landkreises zu mehreren Bauvorhaben in Rotenburg, die vergangene Woche im Ausschuss für Planung und Hochbau thematisiert worden waren, sorgen im Rathaus der Kreisstadt für wenig Aufregung.

Stadtplaner Clemens Bumann sagte am Montag, dass es eine rein „formelle Kritik“ gewesen sei. In den Stellungnahmen zu den Bebauungsplänen 15B und 84 hatte der Landkreis formuliert: „Im Bereich der Stadt Rotenburg (Wümme) werden in jüngster Vergangenheit verstärkt einzelne Parzellen überplant, die bei einer Gesamtschau den Eindruck erwecken, dass im Interesse einer rechtssicheren Planung hier auch hinsichtlich der städtebaulichen Erforderlichkeit weitergehende Ausführungen opportun wären.“

Konkret geht es am Bachenbruchsweg und am Grafeler Damm um jeweils rund 1000 Quadratmeter große Grundstücke, die neu bebaut werden sollen. „Es geht um eine Nahverdichtung“, so Bumann. Das Umfeld sei längst bebaut, die Neubauten passten sich in die Umgebung ein. Dafür seien kleine Änderungen an den Bebauungsplänen notwendig – am Bachenbruchsweg werde eine dichtere Bebauung ermöglicht, am Grafeler Damm sollen vier statt nur zwei Wohnungen in einem Haus möglich sein. Bumann: „Ich versuche, städtebaulich Lücken zu schließen.“ Im städtischen Ausschuss hatte sich auf Basis dieser Argumentation trotz der Kreis-Kritik politisch auch kein Widerstand gegen die Pläne geregt. Allerdings gerate Rotenburg mit diesen Maßnahmen zunehmend an Kapazitätsgrenzen, weiß auch Stadtplaner Bumann: „Diese Art der kleinräumlichen Planung können wir nicht mehr stemmen.“ Die Stadtverwaltung habe daher zuletzt schon mehrere Vorhaben ablehnen müssen. Auch Rotenburg müsse getreu dem Gesetz und den Anregungen des Landkreises größer denken – was aktuell zum Beispiel bei den Neuplanungen rund um das Post-Areal geschehe.

mk

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