Landkreis könnte von Olympia in der Hansestadt wirtschaftlich profitieren

Das Hamburger Feuer leuchtet bis nach Rotenburg

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Der Vorsitzende des Rotenburger Wirtschaftsforums und Wachtelhof-Chef Heiko Kehrstephan freut sich über die Hamburger Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Am Montag hat sich das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) für Hamburg als deutschen Bewerber für die Olympischen Spiele 2024 entschieden. Die Bestätigung durch die Mitgliederversammlung am Sonnabend gilt als Formalie. Sollte die Bewerbung 2017 mit Erfolg gesegnet sein, würde auch das Umland von den Spielen profitieren – für die Wirtschaft in Rotenburg und Umgebung wären sie ein Glücksgriff.

Würde das Olympische Feuer im Sommer 2024 am Ende tatsächlich auf dem Kleinen Grasbrook im Hamburger Hafen brennen, hätten viele Bauunternehmer aus dem Landkreis schon so manchen Euro an den Spielen verdient. Das glaubt zum Beispiel Gerd Hachmöller von der Stabsstelle Kreisentwicklung des Landkreises: „Schon jetzt arbeiten auf Hamburger Baustellen – zum Beispiel in der Hafencity – viele im Landkreis ansäßige Unternehmen mit.“ Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung müsste die Stadt Hamburg viel Geld in ihre Infrastruktur, wie beispielsweise den Ausbau der Verkehrswege, stecken. Ein neues Stadion, das Olympische Dorf und einige neue Sportanlagen würden wohl ebenfalls ihren Weg in so manches Auftragsbuch in der Region finden.

Der neue Präsident der Industrie- und Handelskammer Stade, Thomas Windgassen, sieht die Gelegenheit, dass das gesamte Umland Hamburgs sich hierdurch als starker und dynamischer Standort präsentieren kann. In einer Erklärung verspricht er sich von Spielen in Hamburg „einen großen Imageschub für die Region, von dem die Betriebe zum Beispiel bei der Suche nach dringend benötigten Fachkräften profitieren können.“

Auch der Vorsitzende des Rotenburger Wirtschaftsforums (RWF), Heiko Kehrstephan, glaubt an positive Auswirkungen von möglichen Hamburger Spielen: „Die Spiele werden eine Strahlkraft haben, die locker bis Rotenburg reicht.“ Der RWF-Chef geht davon aus, dass viele Besucher ihr Lager in Rotenburg aufschlagen würden. Udo Fischer, der Geschäftsführer des Touristikverband des Landkreises (Tourow), glaubt ebenfalls, dass Olympische Spiele viele Gäste in die Region führen würden. „Es werden sich sicherlich nicht alle die teuren Zimmer in Hamburg leisten können“, so Fischer.

„Rotenburg wäre ein super Gastgeber“, sagt Kehrstephan. „Die Spiele wären ein riesiger Vorteil für die hiesige Wirtschaft“, glaubt er. „Und selbst wenn nur die näheren Vororte Hamburgs profitieren würden, ein Motor und Schub für die Region ist es allemal.“

Rolf Ludwig von der Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS) ist begeistert von der Entscheidung des DOSB. Er rechne mit vielen Olympia-bezogenen Veranstaltungen der Hansestadt auch in der Region Rotenburg. Sollte Hamburg bei seiner Bewerbung tatsächlich erfolgreich sein, glaubt Ludwig, dass auch Rotenburg seinen Beitrag zu den Spielen leisten könne. „Unsere Sportanlagen könnten helfen, dass Verbände hier trainieren können.“ Hamburg könne das nicht alles alleine stemmen. Ebenfalls könne er sich vorstellen, dass Trainingslager im Vorfeld der Spiele in Rotenburg und Umgebung stattfinden.

Auch sportlich profitiere der Landkreis von der Hamburger Olympia-Bewerbung. Ludwig rechnet damit, dass sich Hamburger Sportvereine vermehrt ins Umland orientieren, um dort Spielgemeinschaften aufzubauen. Er sieht ebenfalls eine Chance für den sportlichen Nachwuchs und glaubt, dass sich Jugendliche vom Olympia-Fieber anstecken lassen und vermehrt in die Sportvereine eintreten.

Die Politik bewertet die Entscheidung für die Olympia-Bewerbung Hamburgs ebenfalls positiv: Der Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel (CDU) glaubt an eine sportliche Einbindung der Region Rotenburg, sollte Hamburg die Spiele ausrichten. „Wir sind eine ideale Region für Reitermannschaften, um sich auf Olympia vorzubereiten“, so Grindel. Sein Kollege Lars Klingbeil (SPD) teilte mit: „Die Nominierung von Hamburg ist für unsere Region eine tolle Chance.“ Es sollte frühzeitig ausgelotet werden, ob und wie der Landkreis Rotenburg mit seinen touristischen Angeboten und der Verkehrsanbindung von der Hamburger Bewerbung profitieren könne, so der Sozialdemokrat.

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