Grünabfälle bleiben voraussichtlich weiterhin gebührenfrei

Landkreis erhält eine Abfuhr

Die Abgabe von Grünschnitt soll im Landkreis Rotenburg weiterhin kostenfrei bleiben. - Foto: imago

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Die Rotenburger Landkreisverwaltung hat in ihrem Vorhaben, für die Annahme von Grünschnitt in Zukunft Gebühren zu erheben, im Ausschuss für Abfallwirtschaft eine Abfuhr bekommen. Sie sieht ihre Kompostierungsanlagen in diesem Punkt an den Grenzen ihrer Kapazität und möchte mit Gebühren für Entlastung sorgen.

Die Ausschussmitglieder glaubten bei ihrer Sitzung am Dienstag nicht an den Nutzen dieses Vorhabens und möchten Alternativen prüfen. Es war ein erstes Herantasten der Verwaltung an dieses Thema. Der Ausschuss sollte in dieser letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am 11. September lediglich die Erarbeitung eines Gebührenkonzeptes auf den Weg bringen, dieser wollte von einer derartigen Ordnung allerdings nichts wissen. Denn: „Der Bürger würde den Grünschnitt dann einfach im Wald entsorgen“, war der Tenor über alle Parteigrenzen hinweg.

Mehr als 30.000 Tonnen Grünschnitt bringen die Bürger des Landkreises Rotenburg und – auch wenn der Verwaltung hierzu keine genauen Zahlen vorliegen – Menschen von außerhalb pro Jahr zu den Sammelplätzen. Mittlerweile bringe die Abfallwirtschaft Rotenburg laut dessen Betriebsleiter Hans-Wilhelm Schröder den Grünschnitt sogar zu Kompostierungsanlagen anderer Städte und Kreise. Jedoch: „Zwischen und Elbe und Weser ist keine Entlastung mehr möglich.“ Die eigenen Anlagen in Helvesiek und Gnarrenburg stoßen an ihre Grenzen, zumal das Gewerbeaufsichstamt Cuxhaven die Durchsatzleistung letzterer von 20.000 auf 6 500 Tonnen jährlich reduziert hat.

Die Landkreisverwaltung sieht die Lösung dieses Problems in eben dieser Gebühr. „Gegen diese Mengen kann man nur damit ankommen“, so Torsten Lühring, Leiter des für die Abfallwirtschaft zuständigen Dezernats im Kreishaus. Außerdem würden andere Landkreise ebenfalls schon Gebühren für die Annahme von Grünschnitt verlangen. Eine Alternative wäre die Schaffung neuer Kapazitäten. Sei es durch eine dritte Kompostierunsganlage oder eine Erweiterung der beiden bestehenden. Doch dafür müsste auch erstmal ein Platz gefunden werden.

Das Augenmerk der Ausschsussmitglieder galt im Zuge der Diskussion dem Umweltaspekt. Ihre zentrale Befürchtung, selbst bei einer geringen Gebühr: Die verstärkte Entsorgung des Grünschnitts in der Natur. Sie glauben, dass der Menge auf anderem Wege genauso gut beizukommen ist und wurden gleich selbst kreativ, um zumindest den Grünschnitt von Bürgern anderer Landkreise zu unterbinden. So schlug der Ausschussvorsitzende Hartmut Leefers (CDU) einen besonderen Ausweis vor, der mit dem Müllkalender ausgeteilt wird, Hedda Braunsburger (SPD) eine Broschüre zum Thema.

Dennoch, auch der Ausschuss war letztendlich dafür, Anreize zur Eigenkompostierung und ein „Bewusstsein“, so SPD-Mann Uwe Lüttjohann, „dafür zu schaffen“. Auch wenn dies nach Meinung von Jan-Christoph Oetjen (FDP) angesichts immer kleiner werdender Grundstücke unwahrscheinlicher werde. Die Ideen soll nun der Landkreis Rotenburg ausarbeiten.

Doch in einem Punkt herrschte Einigkeit zwischen Verwaltung und Ausschuss: Einstimmig votierten die Mitglieder für eine neue Ausschreibung von Transport und Verwertung der Grünabfälle zum 1. April 2017. Der bisherige Auftragnehmer, Remondis, wollte den Preis hierfür – wegen der stark gestiegenen Mengen – drastisch erhöhen.

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