Landkreis beruft 13 Landschaftswarte / Suche nach Naturschutzbeauftragten

Genauer Blick auf die Natur

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Die Ehrenamtlichen sollen etwas genauer hinschauen, was in der Natur passiert.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Über Monate hat die Politik im Landkreis kontrovers über spitzelnde und denunzierende „Umweltsheriffs“ debattiert, jetzt hat der Kreisausschuss in aller Stille über die Berufung der 13 Landschaftswarte entschieden. Der Landkreis erhält damit ehrenamtliche Helfer in Umweltfragen, die in ähnlicher Form in anderen Kreisen schon seit Jahren tätig sind. Auch die Positionen der Kreisnaturschutzbeauftragten werden 2015 neu besetzt.

„Ich habe bisher keinerlei Informationen vom Landkreis, was aus dem Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände, mich als Landschaftswart für den Bereich der Stadt Rotenburg vorzuschlagen, geworden ist“, gibt sich Manfred Radtke noch zugeknöpft. Der Grünen-Ratsherr aus Rotenburg und Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe dürfte allerdings auch wissen, dass der hinter verschlossenen Türen tagende Kreisausschuss ihn zum Landschaftswart benannt hat. Zuletzt war um seine Person ein Streit im Stadtrat mit der CDU entbrannt, weil diese Radtke nicht zutraut, die Aufgabe „mit Augenmaß und auch in einer menschlich akzeptablen Weise ausüben“ zu können. Die CDU hatte mit der Jägerschaft dann einen Gegenkandidaten benannt, der aber im Kreisausschuss durchfiel.

Landschaftswarte sollen darauf hinwirken, dass Schäden von Natur und Landschaft abgewendet werden. Sie sollen die Behörden über nachteilige Veränderungen in der Landschaft informieren und als Bindeglied zwischen der Verwaltung und der Bevölkerung agieren. Nach Vorgabe des Kreises vermitteln sie in weniger bedeutenden Fällen und melden Eingriffe, die ein Verwaltungshandeln erforderlich machen. Radtke: „Sollte mir diese Aufgabe für den Bereich der Stadt Rotenburg übertragen werden, würde sich für mich eigentlich nichts ändern. Ich bin schon heute in meiner Funktion als Vorsitzender des Umweltausschusses Ansprechpartner für viele Fragen des Umwelt- und Naturschutzes, auch weit über das Gebiet der Stadt Rotenburg hinaus.“ Neben Radtke wird ein zweiter Rotenburger als Landschaftswart tätig sein: Radtkes BUND-Kollege Uwe Brandt übernimmt den Bereich Bothel. Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit erhalten die Landschaftswarte 125 Euro Entschädigung monatlich.

Auch ein zweites Ehrenamt im Bereich Natur- und Umweltfragen im Kreis wird neu besetzt. Nach 30 Jahren legt der Naturschutzbeauftragte Werner Burkart aus Wilstedt zum Ende des Jahres sein Amt nieder. Die Arbeitsgruppe der Naturschutzverbände ist nun nach Angaben von Jürgen Cassier, Naturschutzamtsleiter des Landkreises, aufgefordert, Nachfolger vorzuschlagen. Drei sollen es sein, nachdem Burkart die Position zuletzt zehn Jahre lang allein ausgefüllt hatte. Cassier: „Die Entscheidung fällt im Laufe des kommenden Jahres. Es gibt keine Eile, fachlichen Beistand zu suchen. Diese Kompetenzen haben wir mittlerweile selbst im Haus.“ Entscheiden darüber werde letztlich der Kreistag.

Noch im Januar sollen die neuen Landschaftswarte geschult und offiziell ins Ehrenamt eingeführt werden. Dabei sein werden:

• Bremervörde: Bernd Spreckels (Elm);

• Geestequelle: Detlef Ertel (Ebersdof);

• Gnarrenburg: Hans-Walter Ahrensfeld (Gnarrenburg);

• Selsingen: Mark Heydemann (Anderlingen);

• Tarmstedt: Susanne Büsing (Winkeldorf);

• Sittensen: Wilhelm Kaiser (Groß Meckelsen);

• Zeven: Karsten Knofflock (Freyersen);

• Rotenburg: Manfred Radtke (Rotenburg);

• Sottrum: Sabine Jeske (Ahausen);

• Scheeßel: Klaus Lüdemann (Hetzwege);

• Fintel: Arthur Thiel (intel);

• Bothel: Uwe Brandt (Rotenburg);

• Visselhövede: Herbert Meyer (Ottingen).

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