Landeskriminalamt wird auch in Rotenburg fündig / Spuren führen nach Kolumbien

Kokain in Bananenkisten

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Bananenkisten mit Mehrwert: Insgesamt 400 Kilogramm Kokain hat das Landeskriminalamt sichergestellt.

Von Michael Krüger und Marco Mitzlaff. Diese Lieferung war so nicht für Rotenburg gedacht, landete aber trotzdem im Kühllager des Edeka-Marktes Fabisch an der Verdener Straße: Kokain in Bananenkisten. Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen hat in rund 200 Edeka-Märkten insgesamt 400 Kilogramm hochkonzentriertes Kokain in einem hohen zweistelligen Millionenwert beschlagnahmt – es ist die größte Menge dieser Droge, die das LKA jemals sichergestellt hat. Einen Teil davon in der Kreisstadt.

Das Rauschgift war in rund 10000 Bananenkisten aus Kolumbien versteckt, die an 200 Edeka-Filialen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg verteilt wurden; darunter in Rotenburg, Surdeburg, Bispingen, Winsen/Aller und Minden. In Hamburg werden derzeit noch Lagerbestände überprüft. In sämtlichen Supermärkten durchsuchten am Mittwoch und Donnerstag Ermittler die Obstabteilungen und stellten Rauschgift-Pakete sicher. Wie viel von der Gesamtmenge in Rotenburg sichergestellt wurde, geben die Ermittler nicht preis. Nur soviel von LKA-Sprecher Frank Federau: „Eine ganz erhebliche Menge.“ Edeka Fabisch in Rotenburg äußerte sich auf telefonische Nachfrage am Freitag nicht zu dem Fall.

Das Kokain stammt aus Kolumbien und war per Schiff nach Antwerpen gebracht worden. Nach unseren Informationen wurden die präparierten Bananenkisten dann im Antwerpener Obstmarkt nicht zu den eigentlichen Abnehmern gebracht, sondern von Edeka aufgekauft und zum zentralen Vertrieb nach Braunschweig transportiert. Dort fanden dann Mitarbeiter beim Umpacken mehrere Folienpakete, die randvoll mit Kokain gefüllt waren, und alarmierten die Polizei. „Wir konnten nachvollziehen, in welche Filialen die anderen Bananenkisten gebracht worden waren und haben dort dann weitere Rauschgiftpakete sichergestellt“, bestätigt Federau. Wer die eigentlichen Abnehmer des Kokains hätten sein sollen, werde derzeit ermittelt. Dass das Kokain über den Edeka-Vertriebsweg in die Regionen transportiert werden sollte, schließt das LKA aus. Irgendwas sei schief gelaufen für die Drogenhändler. Federau: „Da, wo es gelandet ist, sollte es nicht hin.“

Nach ersten Analyseergebnissen hat das Kokain einen sehr hohen Reinheitsgehalt und hätte einen zweistelligen Millionenbetrag beim Weiterverkauf eingebracht. Die Ermittlungen dauern an und werden von der Zentralstelle für Betäubungsmittelstrafsachen der Staatsanwaltschaft Hannover geführt.

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