Landesbergamt gibt erste Ergebnisse von Bodenanalysen bekannt / Quecksilber in Gräben

Keine Belastungen an Gasförderplätzen

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Am Förderplatz Hemsbünde Z2 begannen die Untersuchungen des Landesbergamts im Juli.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Alles in Ordnung im Boden an den Erdgas-Förderplätzen der Region? Keine giftigen Stoffe? Nach Angaben des Landesbergamts (LBEG) liegen die Ergebnisse der ersten 50 Untersuchungen vor. Das Ergebnis: keine Bodenbelastungen.

Im Juli hatten die Behörden am Förderplatz Hemsbünde Z2 unter großer öffentlicher Teilnahme damit begonnen, erste Bodenproben zu nehmen. Bis Ende 2016 sollen 200 der 455 Förderplätze im Land unter die Lupe genommen werden. Der Ort war nicht ganz zufällig gewählt: Von Bothel aus wurde die jahrelange Debatte um die Gefahr von Fracking und Co. im September 2014 ins Bewusstsein der Politik und Behörden in Hannover getragen. Eine erhöhte Krebsrate bei älteren Männern, später auch für die Stadt Rotenburg nachgewiesen, und die Frage: Gibt es einen Zusammenhang mit der massiven Erdgasförderung in der Region? Es gibt weiterhin noch keine Antworten, aber es wird gehandelt – mit Befragungen und Untersuchungen wie denen des Landesbergamts.

Mehr als 500 Boden- und Sedimentproben seien in den vergangenen Monaten an 50 Erdgasförderplätzen in den Landkreisen Rotenburg, Heidekreis und Verden genommen worden, für die ersten zwölf Erdgasförderplätze im Landkreis Rotenburg liegen jetzt auf Grundlage von 120 Proben die Ergebnisse vor. Bei diesen Untersuchungen wurden nach LBEG-Angaben keine Bodenbelastungen durch Schwermetalle oder Kohlenwasserstoffe festgestellt. Alle Ergebnisse der Bodenuntersuchungen unterschreiten die Prüfwerte der Bundes-Bodenschutzverordnung. Damit geht von den Böden im Umfeld dieser untersuchten Erdgasförderplätze keine Gefährdung für Mensch und Umwelt aus, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Im Bereich der Erdgasförderplätze Hemsbünde Z1 und Bötersen Z1 seien allerdings in zwei Sedimentproben aus Entwässerungsgräben auffällige Werte für Quecksilber festgestellt worden. In Abstimmung mit dem Landkreis Rotenburg und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz werden weitere Untersuchungen an diesen betroffenen Förderplätzen erfolgen. Nach erster Einschätzung des LBEG besteht auf Grund der ermittelten Quecksilbergehalte keine akute Gefährdung für Mensch und Umwelt.

Die Proben werden im Labor auf mögliche Belastungen durch Schwermetalle (unter anderem Quecksilber, Blei und Cadmium), unterschiedliche Kohlenwasserstoffe wie zum Beispiel BTEX (Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol) und PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) untersucht. Kritiker bemängeln allerdings, dass es keine Analyse von Luftwerten, Wasserwerten oder eine Suche nach Schadstoffen in den Pflanzen der Umgebung gibt.

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