Suchtberatung im Landkreis Rotenburg

Verein Therapiehilfe hat seine Arbeit aufgenommen

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Die Therapiehilfe ist vor einem Monat mit ihrer Suchtberatung im Landkreis Rotenburg an den Start gegangen. Beatrix Meier (r.) leitet diese, Katrin Bleichwehl ist eine der Kollegen.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Übergangszeit ist beendet. Nachdem sich der Verein für Sozialmedizin (VSM) Ende des vergangenen Jahres aufgelöst und die Suchtberatung im Landkreis Rotenburg eingestellt hatte, ist jetzt – ein halbes Jahr später – der Verein Therapiehilfe an den Start gegangen.

„Das Beratungsangebot wird schon sehr gut angenommen“, sagt Beatrix Meier. Sie leitet die Fachstelle Sucht und Suchtprävention im Landkreis Rotenburg mit der Hauptstelle an der Großen Straße 28-30 in der Kreisstadt sowie in den beiden Nebenstellen in Zeven und Bremervörde.

Noch ist an vielen Stellen Geduld gefragt

Die Rat- und Hilfesuchenden nehmen die Therapie wahr und in Anspruch. Auf den Tisch kommen dabei sowohl die stoffgebundenen als auch die -ungebundenen Süchte, sagt Beatrix Meier. Dennoch sei an vielen Stellen noch etwas Geduld gefragt. Schließlich läuft der Betrieb erst seit einem Monat. Da müssen sich Abläufe erst entwickeln. Sinnbildlich für den Neustart: In den Räumen der Hauptstelle in Rotenburg fehlen noch die Lampen.

Die Suchtberatung richtet sich an Betroffene, aber darüber hinaus können sich auch Angehörige informieren. Dabei, so Meier, gehe sie mit ihrem Team „klientenorientiert“ vor. Ziel sei es stets, gemeinsam eine Perspektive zu entwickeln. „Und das in dem Tempo, das der Betroffene vorgibt“, erklärt die Chefin. Neben Beatrix Meier beschäftigt der Verein Therapiehilfe in Rotenburg eine Verwaltungsfachkraft mit 30 Stunden pro Woche, einen Sozialpädagogen und Suchtherapeuten in Vollzeit sowie eine Präventionsfachkraft mit einer halben Stelle. Das Team mache sich gemeinsam auf die Suche nach den geeigneten Unterstützungsmöglichkeiten für die Betroffenen. „Dabei greifen wir auf ein Netzwerk zurück“, betont die Chefin.

Beratungsstau aus der Zeit, in der Landkreis die Aufgabe übernommen hat

Die Therapiehilfe kann Suchtkranken Stabilisierungsgespräche anbieten, um Wartezeiten bis hin zu einer ambulanten oder stationären Therapie zu überbrücken. Bei stoffgebundenen Süchten gehe es darüber hinaus um die Frage, ob beispielsweise eine Entgiftung angeraten ist. Neben den stabilisierenden Gesprächen begleiten die Experten die Menschen auf dem weiteren Weg aus der Sucht heraus, und sie kümmern sich auch um die erforderlichen Anträge für weitergehende Maßnahmen.

Was das betrifft, spricht Katrin Bleichwehl von einem kleinen Beratungsstau, der sich in den vergangenen Monaten ergeben habe. Das war die Zeit, in der der Landkreis selbst die Suchtberatung übernommen hatte, ehe der VSM-Nachfolger gefunden war und seine Arbeit aufnehmen konnte. Katrin Bleichwehl ist in der Rotenburger Suchtberatung keine Unbekannte: Sie hatte zuvor schon beim VSM gearbeitet – für die Therapiehilfe eine glückliche Fügung. Sie hat Kontakte zu vielen Einrichtungen und Gruppen, die mit in das Netzwerk gehören. Selbsthilfegruppen zum Beispiel, mit denen die Therapiehilfe eng kooperieren will. Meier: „Sie haben einen hohen Stellenwert für die Stabilisierung und die Vermittlung sowie für die Motivation der Betroffenen, sich beraten zu lassen.“ Beatrix Meier selbst arbeitet schon seit 22 Jahren in der Suchtberatung. Jetzt in Rotenburg kann sie auch viele Kollegen aus der Therapiehilfe einbinden – das interne Netzwerk ist groß.

Schulen im Blick

Das gilt nicht zuletzt auch beim Aufbau der Präventionsarbeit. „Das machen wir nach und nach“, sagt sie. Einerseits wolle sie schauen, was genau hier im Landkreis gefragt ist, andererseits gebe es aber schon erste Anfragen. Die Schulen habe sie im Blick, aber auch eine Zusammenarbeit mit dem Rotenburger Präventionsrat. In Bezug darauf kann sich Meier glücklich schätzen, mit Bleichwehl eine Kollegin in ihren Reihen zu haben, die sich hier auskennt. Das könne dabei helfen, mögliche Hemmschwellen gegenüber dem neuen Träger abzubauen.

Die Therapiehilfe (offene Sprechstunde ist dienstags von 14 bis 17 Uhr) sucht für die Außenstelle in Zeven noch eine feste Bleibe. Zurzeit sei diese in den Räumen des Gesundheitsamtes im Krankenhaus untergebracht.

Telefon: 04261 / 9628041

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