Lesung in Rotenburg

Désirée Nick erzählt von Begegnungen mit der Männerwelt

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Désirée Nick teilte im Landhaus Wachtelhof mächtig aus. 

Rotenburg - Von Bettina Diercks. Der erste Eindruck war kein guter, denn zuerst empörte Désirée Nick ihr Publikum im Landhaus Wachtelhof. Doch mit dem Verlauf der Lesung schien die Autorin und Entertainerin ihre Zuhörer von sich zu überzeugen und sorgte für entspannte Atmosphäre.

Nicht jeder trug Désirée Nicks Einstieg „Ich will erstmal versuchen, ob sie in der Lage sind, mir intellektuell folgen zu können“ mit Humor. „Jedes Publikum bekommt den Abend, den es verdient“, sagt Nick mit ungerührter Miene. Dabei hatte sie gleich zu Beginn ihrer Lesung mit dem Publikum geflirtet, da sie zu diesen „sehr gut aussehenden Menschen“ kommen durfte und mit ihnen einen angenehmen Abend verleben wollte.

Doch schnell setzte Nick noch einen nach, als sie den Ablauf ihres Programms erläuterte und beim Punkt „meet and greet“ ankam. Erneut mit ernster Miene äußerte sie, dass sie bei einem Foto mit 200 Leuten so tun würde als würde es ihr „irre Spaß“ machen. Die Bilder müssten dann in Photoshop nachbearbeitet werden, um das Bildungsgefälle weg zu bekommen. „Ich gebe mehr als ich nehme“, sagte Désirée Nick und wechselte zur „Krönung der Schöpfung“, dem Mann, abgehandelt in ihrem neuen Buch „Säger und Rammler und andere Begegnungen mit der Männerwelt“.

Über Nacktschnecken und Weißwürste

Nick ist sicher: „Der Mann im Frühling des 21. Jahrhunderts trägt schwer an der diffusen Rollenverteilung, aufgeweicht in der Epoche der Metrosexualität.“ Sie erteilte dem Trend „unten glattrasiert wie eine Nacktschnecke, damit der Lümmel besser kommt und einen wie eine XXL-Weißwurst anblinzelt“ und dafür den krausen Intimbewuchs jetzt mitten im Gesicht, damit der Rauschebart das Doppelkinn kaschiert, eine klare Absage. Und erntete damit brüllende Lacher.

Ihre Verwunderung schilderte sie darüber, dass sie als Männerhasserin gelte. Das hätte sie doch komplett verstört, diese Ansicht, und sie habe sich Gedanken gemacht. „Ich liebe Männer, zumindest als Konzept. Ich spotte nur über Leute, die ich mag ... Ich liebe Männer, die nicht merken, wenn man im Handstand ins Zimmer kommt, weil man nur einen guten Arsch hat“, sagte Nick.

Zweifel an deren Fähigkeiten hat sie dann aber wohl doch: „Man kann keinem Mann Verantwortung übertragen. Männern, die nicht ihr eigenes Umfeld organisieren und kontrollieren können. Wir müssen Männern auf die Sprünge helfen“, appellierte die Autorin an ihr Publikum.

Und, eine intelligente Zuhörerin fand sie auch noch. Die hatte Désirée Nick gefragt, ob sie privat nicht eine sanftmütige, liebe Frau sei. „Die Dame hat recht, ich würde mich so beschreiben. Die Frau mit dem kurzen Haar und dem grauen Hosenanzug ist wohl intelligent.“ Die Entertainerin legte in ihrem unvergleichbaren Charme zum Schluss noch einen nach, bezogen auf die Raumbeleuchtung: „Einige Damen haben bei diesem diffusen Licht fabelhaft ausgesehen, sie sollten hier sitzen bleiben.“ Kleiner Tipp der Autorin: „Mit korrekter Kleidung und dem richtigen Humor kann man alles durchstehen“.

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