Die „Was wäre wenn“-Weihnachtsgeschichte

Kurzfilm über ein etwas anderes Krippenspiel

Als Regisseurin und Assistent haben auch Teamerin Katharina Masuch und Jugenddiakon Kevin Hisgen an dem Film mitgewirkt.
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Als Regisseurin und Assistent haben auch Teamerin Katharina Masuch und Jugenddiakon Kevin Hisgen an dem Film mitgewirkt.

Rotenburg – Sieben Stunden haben Jugendliche und Teamer der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Rotenburg am vergangenen Sonntag in der Auferstehungskirche verbracht. Sie haben einen Kurzfilm gedreht: die Weihnachtsgeschichte. Ein Klassiker der Weihnachtsgottesdienste und doch wieder nicht, denn sie haben ihn neu interpretiert und eine „Was wäre wenn“-Geschichte geschaffen.

Was wäre wenn ... Maria und Josef ihr Kind nicht im Stall bekommen hätten, sondern in einem Fünf-Sterne-Hotel? Wenn Jesus kein Junge, sondern ein Mädchen gewesen wäre? Mit Fragen wie diesen haben sich die 15- bis 25-Jährigen darin auseinandergesetzt. „Der Film enthält eine gute Prise Humor und ist nicht nur etwas für Jugendliche“, sagt Teamerin Katharina Masuch, die die Rolle der Regisseurin übernommen hat. Neben dem Schauspiel, das den größten Part des Films ausmacht, enthält dieser aber auch Lieder, ein Gebet und einen Impuls.

Ein etwas heruntergebrochener Gottesdienst, könnte man vielleicht sagen. Denn die Idee, einen Film zu drehen, kam auf, als sie sich entschieden haben, den Jugendgottesdienst, der ursprünglich für 16.30 Uhr am 24. Dezember geplant war, abzusagen, erklärt Jugenddiakon Kevin Hisgen. Stattdessen soll nun zu diesem Zeitpunkt das Video online gehen, sowohl auf dem Youtubekanal der evangelischen Jugend als auch auf deren Internetseite ist er dann zu finden.

Die Idee des etwas anderen Krippenspiels ist nicht erst in der Pandemie entstanden. Es gab schon diverse Versionen der Weihnachtsgeschichte. Die Teamerin ist seit elf Jahren in der Jugend aktiv und hat schon einige mitgestaltet. Unter anderem gab es in einer Version eine Krippe, deren Figuren zum Leben erwacht sind. „Es hat immer etwas mit der Weihnachtsgeschichte zu tun, aber sie wurde nicht einfach nachgespielt“, erklärt sie.

Auf eigene Art interpretiert die evangelische Jugend die Weihnachtsfeiertage.

Hisgen ist im Film Masuchs Assistent und hat im Vorfeld gemeinsam mit der Ehrenamtlichen das Drehbuch verfasst. In einer Zeit wie dieser braucht es neue Ideen und kreative Wege, das hat die Pandemie an vielen Ecken gezeigt. Für diejenigen, die an Weihnachten auch in diesem Jahr lieber Zuhause bleiben, statt in die Kirche zu gehen, wollten die Jugendlichen etwas auf die Beine stellen. Sie haben Ideen gesammelt, sich in kleinen und größeren Gruppen zusammengesetzt.

Dabei war Vorsicht für sie selbstverständlich. Nahezu alle Teilnehmer sind geimpft, manche geboostert. Zusätzlich haben sich alle vor Beginn der Dreharbeiten getestet, um auf Nummer sicher zu gehen – während einzelner Szenen bleibt es nicht aus, dass sie den Abstand unterschreiten. „Das war für den Dreh wichtig und gibt uns allen Sicherheit“, sagt Hisgen. Es bringt nicht zuletzt auch ein bisschen Normalität in eine Zeit, in der so vieles anders ist.

Jetzt hat der Jugenddiakon die Aufgabe, aus den ganzen Szenen einen Film zu schneiden. Damit kennt er sich aus, hat er doch im vergangenen Jahr die Videoandachten bearbeitet. „Aber das ist nochmal was anderes“, sagt er. Ohnehin war die Arbeit an dem Projekt für ihn besonders: Seit zwei Jahren ist er im Kirchenkreis und wurde zu Beginn seiner Tätigkeit ausgebremst. Zwar konnte er zwischenzeitlich einiges auf die Beine stellen, doch war der Dreh jetzt das erste Mal, dass er die „alten Hasen“ in der Gruppe der Teamer zusammen mit denen, die in den vergangenen zwei Jahren neu dazugekommen sind, erleben konnte. „Alle haben an dem Projekt mitgewirkt, das war schön.“ Masuch ergänzt: „Viele sind abgeschreckt von Kirche, denken, das alles sehr streng ist, aber das ist es nicht nur. Wenn man neue Ansätze findet, es lockerer rüber-bringt, kann man die positiven Seiten näherbringen.“ Natürlich sei es gut und wichtig, an Traditionen festzuhalten, gleichzeitig hat sich in mancher Entwicklung aber zu wenig getan, um für alle attraktiv zu bleiben. „Die Traditionen sind eines der vielen guten Dinge an Kirche, aber manchmal muss man auch neue Wege gehen“, so Hisgen. Der klassische Weg ist nicht der einzige. „Gerade ändert sich so viel, in unserer Gesellschaft herrscht ein großes Umdenken“, fügt Masuch hinzu. „Und wenn die Kirche da nicht mitgeht, wird es irgendwann schwierig.“ So ist das Krippenspiel des Films zwar traditionell, aber hat erneut von den Jugendlichen eine passend moderne Note erhalten.

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