Im Kunstturm endet das „Panorama“ des Bremer Künstlers Martin Koroscha

Flächen und Farben sprechen

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Martin Koroscha im Gespräch mit dem Publikum.

Rotenburg - Finissage heißt in Künstlerkreisen das Ende einer Ausstellung, in der Bilanz gezogen werden soll. Peter Mokrus, der Vorsitzende des Rotenburger Kunstvereins, tat sich etwas schwer mit diesem Begriff, lieber wollte er ein Gespräch mit dem Künstler in den Vordergrund stellen.

„Es ist nicht immer üblich, dass sich ein Künstler zur Verfügung stellt und selbst über seine Bilder redet,“ meinte er am Sonntag im Rotenburger Kunstturm. Deshalb hole sich der Kunstverein auch meist Kunstsachverständige zu Einführungen in das Werk der ausstellenden Künstler. Dies hatte für Koroscha Anfang März Annika Oshiro Higa sehr einfühlsam und sachverständig übernommen. Doch die kunstverständigen Besucher an diesem Schlusstag waren froh, von Koroscha authentisch zu erfahren, wie er zu den Ausdrucksformen seiner Bilder gekommen war.

Er berichtete, dass er seine Panorama-Bilder zuerst nur mit Acryl auf quadratische Leinwände gemalt hat, bis ihm für die Weite und seine spezielle Art der Perspektive das jetzige Querformat adäquater erschien. Seine Ideen entstehen in einem Brainstorming als Skizzen auf unzähligen kleinen Papierbögen, die er dann auf der Leinwand vergrößert, verändert und verfeinert.

Seit etwa fünfzehn Jahren arbeitet er in dieser Kunstform von architektonischer Distanz und Nähe. Jetzt ist es für ihn an der Zeit, in seine menschenleeren, wie mit dem Baukasten konstruierten Landschaften, auch wieder Menschen einzufügen, die als Silhouetten erscheinen.

Dennoch will er seinem Konzept treu bleiben, nicht zu psychologisieren, keine persönlichen Momente preiszugeben und seine eigene Individualität aus dem Bild herauszuhalten, sondern nur zu lassen.

Seine Bilder sollen in einen Dialog mit dem Betrachter treten und dessen Gefühle und Fantasien wecken. Er betonte, dass er keine abstrakten Inhalte visualisiert, sondern eine absolute Reduzierung, bei der er sehr genau überlegt, wie viel Konkretes er malen muss, damit seine Formen wiedererkennbar bleiben.

Nach dem spannenden Frage- und Antwortgespräch mit dem Künstler forderte Peter Mokrus die Anwesenden auf, noch einmal den Turm zu erklettern, noch einmal Koroschas Bilder auf sich wirken zu lassen und beim Abstieg doch schon mal ein oder zwei Bilder mit herunter zu bringen. Das sei gute Tradition im Kunstverein und helfe gewaltig beim Abbau der Ausstellung, wie er schmunzelnd einfügte.

Die nächste Ausstellung im Kunstturm ist mit Werken von vier Amsterdamer Künstlern als „connexion amsterdam“ ab dem 16. Mai vorgesehen.

hs

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