Mandy Jettens Haus an der Bundesstraße 75

Kunst in der Landschaft

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Das Kunstwerk steht, und es hebt sich eindruckvoll von der naturbelassenen Wiese ab. Kunst vor der Stadt ist ein Projekt der Kulturinitiative Rotenburg (Kir). Mandy Jetten hat den Entwurf für dieses Werk erschaffen.

Rotenburg - Von Bettina Diercks. Kunterbunt und haushoch geht es an Rotenburgs Ortsumgehung zu. Auf der brachliegenden Fläche an der B 75 gegenüber dem Weichelsee wurde Anfang der Woche ein neues Kunstwerk aufgestellt. Dieses Mal von der Rotenburger Künstlerin Mandy Jetten von der Bildnerischen Werkstatt.

In dessen Räumlichkeiten beziehungsweise auf dessen Gelände entstand die gut sechs Meter hohe Skulptur, die sich farbenprächtig von der stark bewachsenen, sich der Natur überlassenen Wiese abhebt. Martin Voßwinkel, Leiter der Bildnerischen Werkstatt, bezeichnet das Kunstwerk als „ideales Modell“ für einen Traum, den er schon länger hegt. 

„Wollten immer schon mal ein großes Projekt machen“

„Während unserer Jahresausstellung habe ich darauf hingewiesen, dass wir immer schon mal ein großes Projekt machen wollten.“ Bildhauer Ortwin Musall (Mulmshorn) ist da ganz Ohr und offen für das Vorhaben. Die beiden kommen ins Gespräch über Idee und Platz. „Ortwin Musall ist ganz begeistert. Er meint, dass die Fläche an der Ortsumgehung ein interessanter Platz für dieses Modell ist“, sagt Voßwinkel, der die Miniaturausgabe des „Hauses“ in Händen hält. Diese bisher namenlose Arbeit von Mandy Jetten ist ausschlaggebend, wird in groß geplant und mit vereinten Kräften für das Projekt „Kunst vor der Stadt“ der Kulturinitiative Rotenburg (Kir) realisiert.

„Es ist schon spannend, was aus dieser spielerisch künstlerischen Tätigkeit, aus der verspielten Kreativität wird. Wir wussten ja bei der Vorbereitung der Jahresausstellung noch nicht, dass Mandys Arbeit in der Größe entstehen soll, das war ja überhaupt nicht klar“, sagt Voßwinkel.

Farbakzente durch Hula-Hoop-Reifen

Pfingsten beginnen die Bauarbeiten. Zuvor werden die Maßstäbe umgerechnet, dann die Holzstreben zusammengefügt. Damit das Kunstwerk transportiert werden kann, entstehen Unter- und Dachkonstruktion getrennt voneinander. Jarmo Lethinen, ebenfalls Mitarbeiter in der der Bildnerischen Werkstatt an der Lindenstraße in Rotenburg, weist darauf hin: „Wir mussten gegenüber dem Original noch ein paar Holzstreben einfügen. Das ging von der Statik nicht anders.“ Sonst wäre dem Team die Skulptur, die mit Hilfe der Stadt errichtet wird, zusammengeklappt. Ihr gehört auch die Fläche.

Während das kleine Kunstwerk vorwiegend aus Naturmaterialien besteht – vom Heißkleber einmal abgesehen –, überlegen die Mitwirkenden, durch was sie das eine oder andere Detail ersetzen können, damit Gewicht eingespart wird. So kommen Waschschüsseln und Hula- Hoop-Reifen aus Plastik zum Einsatz, zeigen sich äußerst attraktiv an dem Holzkonstrukt und verleihen ihm zusätzliche Farbakzente. „Wir greifen zurück auf Alltagsmaterialien. Ich liebe es, damit zu arbeiten und es künstlerisch einzusetzen“, sagt Voßwinkel, der einräumt: „Ich muss aufpassen, dass es nicht zu meinem Kunstwerk wird“. Lethinen ergänzt zum Entstehungsprozess des Kunstwerkes, der Miniaturausgabe von „Mandys Haus“: „Sie hat genommen, was an Material vorhanden war und aus ihrer Spontanität heraus gearbeitet. So, wie sie ist.“ Ganz häufig ist Mandy Jetten beim Umbau ins Großformat nicht dabei. Und auch nicht, als ihr Haus am Montag und Dienstag auf der Fläche an der B75 errichtet wird. Manchmal passt selbst für die Künstler ein Termin nicht.

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