Kundgebung von Erziehern und Sozialpädagogen

Streik ja – „aber bitte nicht so“

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Etwa 150 Beschäftigte im Sozialen verschaffen ihrem Ärger gestern in Rotenburg Luft.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Erneut haben Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst ihren Forderungen im Tarifstreit Nachdruck verliehen. Vor dem Rathaus in Rotenburg versammelten sie sich am Dienstag zu einer öffentlichen Kundgebung. Eines steht für die Streikenden bereits fest: „Wenn die kommunalen Arbeitgeber nicht auf uns zu kommen, sind wir uns alle einig, dass es weiter geht“, so Ina Petersen, Leiterin des Jeersdorfer Kindergartens Rappelkiste.

Trotz des erneuten Streiks, der noch bis einschließlich Donnerstag dauern werde, versicherte Petersen: „Das Gros der Eltern steht immer noch hinter uns.“ Ihr sei aber klar, dass diese die Leidtragenden seien. Die Unterstützung anderer zeigte sich auch vor Ort. Neben Schülern der Berufsbildenden Schulen Rotenburg und Studenten der Fachschule für Sozialpädagogik waren auch Eltern und Kinder bei der Kundgebung dabei – insgesamt rund 150 Menschen. „Wir haben alles mobilisiert, was ging“, so Petersen, die die Protestaktion für Rotenburg, Scheeßel, Sottrum, Fintel und Lauenbrück federführend organisiert hatte. Es ist die zweite Kundgebung zu diesem Thema in Rotenburg. Man wolle noch einmal an die Öffentlichkeit gehen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, erklärte Petersen die Motivation. Hauptsächlich geht es den Streikenden um eine bessere Eingruppierung und damit deutlich höhere Gehälter – viele verdienten gerade einmal 1000 Euro netto im Monat.

Negativ fiel jedoch Landrat Hermann Luttmanns (CDU) auf – denn er war gar nicht da. „Er hat nicht mal einen Vertreter geschickt“, empörte sich eine Erzieherin. In einem Schreiben habe er aber „deutlich gemacht, dass er Änderungen nicht für notwendig hält“.

Statt Luttmann äußerte sich erneut Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) zu den Forderungen. „Verbesserungen müssen sein, denn auch die Anforderungen haben sich geändert“, sagte er. Weber verlangte eine höhere Anerkennung, und es sei richtig, dafür einzutreten. Doch er sparte auch nicht an Kritik und zog eine Verbindung zum Bahnstreik, der bundesweit die Gemüter erregt: „Was mich ein bisschen ärgert: Sie werden dadurch auf eine Stufe mit der GDL gestellt. Ich finde nicht gut, dass das passiert. Es fällt auf sie zurück, nicht auf die Arbeitgeber.“ Der Bürgermeister betonte, dass Streik das letzte Mittel sein müsse, „aber bitte nicht so“. Die Eltern stünden zwar hinter der Aktion, doch es gehe auch um die Kinder. Das sah Petersen anders: „Wenn wir Veränderungen wollen, müssen wir diesen Weg weitergehen.“

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