Im Rathaus zu besichtigen

Ein Ort der Begegnung: Studentin zeigt „Kulturhof“-Entwürfe

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Stefanie Deumeland hat für die Masterarbeit ihres Architekturstudiums einen „Kulturhof“ entwickelt. Er könnte zwischen Glockengießerstraße, Neuem Markt und Harburger Straße stehen. Die Entwürfe sind ab Dienstag im Rathaus zu sehen.

Rotenburg – Rotenburg, London, Barcelona oder Berlin? Stefanie Deumeland mag es lieber eine oder zwei Nummern kleiner. Statt mehrere hundert Meter hohe Wolkenkratzer entwirft die 33-Jährige lieber Kleineres. Ein einzelnes Gebäude oder auch ein Ensemble: Beides solle sich in bestehende städtische oder dörfliche Strukturen einfügen. Eine Stadt von der Größe Rotenburgs kommt ihr da gerade recht. Und so hat sich die Architektin für ihre Masterarbeit mit dem Grundstück zwischen der Glockengießerstraße und dem Neuen Markt beschäftigt. Herausgekommen ist ein „Kulturhof“. Die Entwürfe sind ab heute, Dienstag, im Foyer des Rathauses zu sehen.

Es ist ein Ensemble aus drei Gebäuden: einem mit einer multifunktionalen Halle, einem zweiten mit Arbeitsräumen und einem bestehenden. Dieses dient als Gästehaus und verfügt über die entsprechende Infrastruktur. Architektonisch nimmt Deumeland den Verlauf der Glockengießerstraße in Richtung Aalter Allee auf. In Richtung Harburger Straße und Neuem Markt biete sich dem Betrachter die Anmutung eines traditionellen niedersächsischen Hofs mit Durchgang zu den umliegenden Quartieren.

Stefanie Deumeland präsentiert den Entwurf eines „Kulturhofs“ für Rotenburg.

Der „Kulturhof“ soll in erster Linie ein Ort der Begegnung werden. Ausstellungen, Musikveranstaltungen, private und Vereinsfeiern – alles kann nach Deumelands Überzeugung dort stattfinden. Wichtig ist ihr auch die Förderung des Handwerks sowie kreativer Berufe. „Ich möchte einige Co-Working-Plätze einrichten“, sagt die Architektin, die inzwischen in einem Bremer Büro arbeitet.

Etwas kreieren, was der Prüfungskommission der Hochschule gefällt, ist dabei nicht Deumelands Ding. Im Gegenteil, ihr sei es bei ihrer Masterarbeit darum gegangen, einen Beitrag zur Innenstadtentwicklung Rotenburgs zu leisten. „Etwas, das etwas bewirken kann“, betont sie. Und: „Ich wollte regional oder lokal bleiben. Mein Projekt soll nah an den Menschen und nah an der Stadt sein.“

Biografie führt zu Zuschlag für Rotenburg

Dass es am Ende Rotenburg geworden ist, hat auch etwas mit Deumelands Biografie zu tun. Als Jugendliche sei sie mit ihren Freunden von ihrem Wohnort Ottersberg eher nach Rotenburg als nach Verden gefahren. Bevor Deumeland aber die Wümmestadt endgültig zu ihrem Versuchslabor auserkoren hat, schaute sie sich in anderen vergleichbar großen Städten um. „Ich war auch in Osterholz-Scharmbeck und Verden.“

Hinzu sei gekommen, dass Clemens Bumann, Leiter des Amtes für Planung, Entwicklung und Bauen, Feuer und Flamme für ihr Vorhaben gewesen sei, erklärt Deumeland. Bumann seinerseits findet: „Ich betrachte die Entwürfe als Anstoß für eine Diskussion.“ Ob die Stadt letztlich ein derartiges Projekt verwirklicht oder verwirklichen lässt, sei für ihn erst einmal zweitrangig. Die Deumeland-Idee sei ein erster Aufschlag, denn entwickelt werden müsse dieser Teil Rotenburgs. Bumann ist davon überzeugt, dass sich angesichts der Veränderungen in der Arbeitswelt und der Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft der innerstädtische Raum insgesamt verändern werde.

Wichtiger sozialer Aspekt Teil des Projekts

Der „Kulturhof“ ist auch deshalb für die Architektin selbst als auch für Bumann so wertvoll, weil das Projekt über die Gestaltung hinaus einen wichtigen sozialen Aspekt beinhalte. „Rotenburg hat keine Mitte“, fasst Deumeland die Ergebnisse ihrer Befragungen von Rotenburger Bürgern zusammen. Auch Bumann hält es für ein Defizit, dass es in der Stadt keine Mehrzweckhalle gibt. Veranstaltungen müssten auf mehrere Orte verteilt werden: „Das ist nicht gut, denn Kultur ist identitätsstiftend.“

Die Entwürfe sind ab heute während der regulären Öffnungszeiten im Rotenburger Rathaus zu sehen.

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