Kulturbahnhof Rotenburg geht beim Jazz-Workshop erstmals poppige Wege

„Keine Angst vor Jazz!“

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Jürgen Kolbe (3.v.l.) führt die Gitarristen mit praktischen Beispielen in die Welt des Jazz ein.

Rotenburg - Pop oder Jazz? Diese Frage mussten sich die Teilnehmer des Jazz-Workshops des Vereins Kulturbahnhof (Kuba) und der Kontaktstelle Musik am Samstag nicht stellen; hatten die Organisatoren des Kurses mit „Jazz meets Rock“ doch ein etwas anderes Konzept vorgelegt, das beides vereinte.

Und das aus gutem Grund, wie Initiator Jürgen Kolbe vom Kulturbahnhof Rotenburg erklärte: „Unsere Teilnehmerzahlen sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen.“ Man hakte nach und fand heraus: „Der Begriff Jazz ist Angst besetzt – das wollen wir ändern!“ Siehe da: Die Rechnung schien aufgegangen zu sein. Mit rund 30 Teilnehmern verzeichnete das in Kooperation mit der Kreismusikschule veranstaltete Angebot einen Teilnehmerrekord.

Mit Beispielen wie dem von Fourplay verjazzten Sting-Song „Fields of Gold“ oder Abbas „Summer Night City“ als funkige Nils-Landgren-Version ließ Kolbe bei seinen Gitarren-Schüler gar nicht erst Hemmungen aufkommen. Dabei wurden in den Register-spezifischen Kleingruppen (Bläser, Keyboards, Schlagzeug, Gitarre und Gesang) am Vormittag ganz unterschiedliche Ansätze verfolgt.

Während die Bläser unter Leitung von Gerd Lueken sich an Jazzstandards, typischen Jazz-Intervallen übten oder auf einem Akkord improvisierten, brachte Wolfgang Mehder „seine“ sechs Keyboarder mit einer neuen Software auf Trab. Die machte es den Teilnehmern – rund die Hälfte davon Wiederholungstäter – möglich, die Begleitung ganzer Bands unkompliziert einzuüben. Eher beobachtend waren die Schülerinnen Jana Alpers und Josie Rillox dabei: „Wir gucken erstmal“, so der einhellige Tenor. Ihre Frage nach den Gemeinsamkeiten mit Techno wurde genauso erörtert wie Randfragen, ab wie vielen Takten ein Stück als geklaut gilt.

Am Nachmittag wurden Bands eingeteilt, um die Erkenntnisse des Vormittags praktisch umzusetzen. Die Songs, die beim abschließenden Konzert zu Gehör kamen, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Hatte die Dozentenband mit Klaus Briest am Bass, Jörg Meyer am Schlagzeug und Evelyn Gramel (Gesang) mit Fairport Attractions „Perfect“ bereits Einblicke in Jazz-Rhythmik, -harmonien und –akkorde gegeben, so probierten sich die Teilnehmer an „Eye of the Tiger“ oder Cindy Laupers „Time after Time“. Die Angst vor Jazz – zumindest für gute zwei Dutzend Hobbymusiker ist sie der Lust auf mehr gewichen.

hey

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