Kulturbahnhof feiert Geburtstag / Jubiläumsjahr startet mit Konzert am Samstag

Aus der Not heraus

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Johnny Deathshadow läuten am Samstag das Kulturbahnhof-Jubiläumsjahr ein.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Beim Kulturbahnhof Rotenburg ist man zurzeit in Feierlaune, denn bald steht der zehnte Geburtstag des Vereins an. Gründungsmitglied und von Anfang an Vorsitzender der Gemeinschaft von Musikern ist Jürgen Kolbe. Im Gespräch mit der Kreiszeitung blickt er auf die vergangene Dekade zurück.

Jürgen Kolbe

In den vergangenen zehn Jahren hat der Verein Kulrurbahnhof seinen festen Platz im kulturellen Leben Rotenburgs eingenommen. Die Mitglieder: Nicht nur eine zusammengewürfelte Gruppe an Bands, die ein Dach über den Kopf zum Proben brauchen, ebenso veranstalten sie über das ganze Jahr Konzerte mit unterschiedlichen Schwerpunkte. Die City-Tunes-Reihe, „Kuba rockt!“ und Kolbes Herzensprojekt „Jazz on a Summers Night“ (in diesem Jahr am 20. August am Heimathaus) sind einige davon. Auch große Festivals wie das „Metal Splash“-Openair liefen einst unter der Flagge des Kulturbahnhofs. Die Kulturförderung ist in der Satzung des am 21. April 2006 gegründeten Vereins festgeschrieben. „Das lag ja auch nahe“, sagt Kolbe heute, „dass man nicht nur nebeneinander probt.“ Er könne sich noch sehr gut an die Anfänge erinnern. Den Kulturbahnhof haben Kolbe und seine damalige Band „Unlimited Rock“ sowie fünf andere Gruppen aus einer Notsituation heraus aus der Taufe gehoben – sie drohten, obdachlos zu werden.

„Wir hatten damals in einem Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes an der Soltauer Straße unsere Proberäume angemietet“, erinnert er sich. Ende 2005 wollte das Rote Kreuz das Gebäude aufgeben, eine fällige Sanierung wäre zu kostenaufwendig geworden – die Kündigung der Proberäume war die Folge. Heute ist das Gebäude abgerissen.

„Was machst du jetzt?“, habe er sich dann überlegt, berichtet der Gitarrist. Ohne, dass er sich davon etwas versprochen habe, wandte er sich an den damaligen Rotenburger Bürgermeister Detlef Eichinger. Auf einen Brief an den Verwaltungschef folgte prompt ein Treffen der beiden und dem Kämmerer Hans-Joachim Bruns und das Angebot, dass die Musiker vorerst in das Bahnhofsgebäude ziehen können, das in einige Jahre später abgerissen werden sollte.

Gesagt, getan. Die Resonanz in der Rotenburger Musikszene war groß. Es schien, als habe sie auf die Gelegenheit gewartet. Vertreter von 17 Bands waren bei der ersten Begehung dabei. Platz war für alle. „Das Gebäude war riesig“, so Kolbe. Lediglich für den Lärmschutz mussten die Musiker in ihren neuen Proberäumen sorgen. „Erstaunlich, wie sich das rumgesprochen hat“, blickt er zurück.

Im Jahr 2008 folgte dann der Umzug in ein neues Gebäude einige hundert Meter weiter die Gleise entlang. Ein Glücksfall, befindet Kolbe. Zwar sei es etwas kleiner, dafür die Infrastruktur besser – die Räume haben wesentlich mehr Steckdosen („Für Bands unheimlich wichtig.“) und es gibt keine Nachbarn in Hörweite, die sich vom Lärm der probenden Musiker gestört fühlen können.

Bereits am Samstag startet der Kulturbahnhof ins sein Jubiläumsjahr mit einem Konzert im Heimathaus. Ab 20.30 Uhr stehen bei kostenlosem Eintritt die Achimer Band Mundane, die Bremer Nuking Moose und Johnny Deathshadow aus Hamburg auf der Bühne. Am 5. März folgt ein Workshop „Rock/Pop unplugged“, am 12. März ein Jazz-Konzert, am 19. März findet der „City-Tunes-Contest“ im Heimathaus statt, ehe am 3. und 4. Juni das große Jubiläumsfestival mit Lake, Gemeinschaftspraxis und einigen anderen bekannten Namen aus Rotenburg an gleicher Stelle über die Bühne geht.

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