Bauausschuss gibt grünes Licht für breiteres Sortiment im Wümmepark

Die Kröte vom Waldweg

Die Wümmepark-Betreiber sind bei der Suche nach Mietern jetzt flexibler. - Foto: Röhrs

Rotenburg - Wieviel Innenstadt gehört in den Wümmepark? Die Betreiber und die Stadtverwaltung wollen das Sortiment des Fachmarktzentrums öffnen und den Einzug innenstadtrelevanter Märkte und Dienstleister an den Waldweg erst einmal unter Voraussetzungen ermöglichen. Bei der IG Citymarketing betrachtet man dieses Vorhaben argwöhnisch. Für sie ist es „eine große Kröte, die sie schlucken muss“.

Die Zeiten, dass der Wümmepark eine Ergänzung zur Innenstadt darstelle, seien vorbei. „Er ist jetzt Konkurrenz“, brachte Cornelia Gewiehs von der IG Citymarketing deren Meinung während der Sitzung des städtischen Ausschusses für Planung und Hochbau auf den Punkt. Dieser hatte seine Sitzung am Montag unterbrochen, um die Vorsitzende anzuhören.

Die Mitglieder berieten über eine mögliche Ausweitung des Sortiments des Fachmarktzentrums. Hintergrund: Eine Halal-Markt-Kette hatte Interesse signalisiert, eine Filiale im Wümmepark zu eröffnen – auf einer Fläche von 300 Quadratmetern. Ebenfalls in Gesprächen sei die Betreibergesellschaft – die Gebrüder Dittmann GbR aus Bremen – mit einem Pflegedienst und einem Physiotherapeuten. Für alle ist eine Änderung des Bebauungsplans nötig, die der Ausschuss am Montag nach langer Diskussion auch auf den Weg brachte. Für die Zukunft sollten seine Vorgaben in Teilen zudem flexibler werden.

Vorbehalte aus der Innenstadt

Hier fühlten sich Gewiehs und die IG Citymarketing benachteiligt. Ihrer Interpretation nach ginge es nicht um eine Ansiedlung des Halal-Marktes, sondern um die prinzipielle Öffnung des Wümmeparks für ein breiteres Sortiment – ganz und gar nicht im Sinne der Händler in der Innenstadt. Gewiehs: „Wir haben Bauchschmerzen mit dem Plan.“

So durften sich Dienstleister bislang nur auf einer Fläche von bis zu 100 Quadratmetern ansiedeln – für beispielsweise einen Physiotherapeuten nicht ausreichend. Der Halal-Markt wäre bislang laut Bebauungsplan nicht mehr zulässig, da durch ihn die zulässige Verkaufsfläche für Lebensmittelmärkte überschritten würde. Eine Sonderregelung, die Gewiehs’ Ansicht nach völlig ausgereicht hätte, wurde nun von den Ausschussmitgliedern beschlossen. Eine alternative Ansiedlung in der Innenstadt war laut Bauamtsleiter Clemens Bumann nicht möglich.

Scheinbar ebenso eine Ansiedlung von anderen Fachmärkten im Wümmepark. „Die Flächen sind innerhalb des zulässigen Sortiments nicht mehr vermittelbar“, so Stadtplanerin Kerstin Oesterling. Und es gebe kaum Spielräume für eine andere Nutzung. Eine Öffnungsklausel soll nun Abhilfe schaffen, sollte sich ein zentrumsrelevantes Unternehmen am Wümmepark ansiedeln wollen – wie beispielsweise ein Fahrradladen. War das Sortiment bislang noch streng definiert, ist man am Waldweg nun wesentlich flexibler, wenn es für eine Neuansiedlung einer Ausnahmeregelung bedarf – sofern die Fläche eine „untergeordnete“ Größe bis zu 300 Quadratmetern hat und die Zustimmung eines städtischen Gremiums wie Bauausschuss oder Stadtrat vorliegt.

Ein Kompromiss, schließlich sollte laut dem ursprünglichen Beschlussvorschlag schon eine untergeordnete Fläche vorliegen, wenn sie zehn Prozent der Gesamtverkaufsfläche einnimmt, was bei bis zu 900 Quadratmetern der Fall wäre. Die Stadtverwaltung schlug einen Bereich von 400 bis 500 Quadratmetern vor. Die schließlichen 300 Quadratmeter wollte die IG Citymarketing gerade noch „schlucken“.

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