Rotenburger Polizei nutzt ab sofort Twitter

Krisenmanagement im Internet

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Die Rotenburger Polizeiinspektion nutzt zukünftig den Kurznachrichtendienst Twitter.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Die Polizeiinspektion Rotenburg wagt sich auf virtuelles Terrain. Seit Montag ist ihre Pressestelle beim Kurznachrichtendienst Twitter vertreten, um „mit wenigen Buchstaben viele Menschen zu erreichen“.

In erster Linie will Polizeisprecher Heiner van der Werp mit seinen Kollegen das soziale Netzwerk dabei für das Krisenmanagement nutzen. Auf diesem Wege möchten er und seine Kollegen schnell informieren, Verhaltenshinweise weitergeben oder die Öffentlichkeit unterrichten, welche Orte gemieden werden sollten. Was so nach akuten Bedarf klingt, dient der allerdings Vorsorge, erläutert der Pressesprecher.

Was für seine Kollegen in manchen Großstädten wie Hamburg oder Berlin schon lange Alltag ist, ist für ihn etwas Neues: Bei Twitter muss man sich kurzfassen, bis zu 140 Zeichen darf ein sogenannter Tweet lang sein. Dennoch ausreichend, um wichtige Informationen schnell zu verbreiten. 

Hintergrund: Attentat von München

Der Erlass, einen Twitter-Account zu betreiben, kam dabei aus Landespolitik. Hintergrund ist das Attentat von München im Juli dieses Jahres. Die Polizei der bayerischen Landeshauptstadt hatte damals bundesweit für Aufsehen gesorgt, da sie über Twitter Gerüchte ausräumte und Sicherheitshinweise sowie wesentliche Informationen verbreitete – ein Vorbild für die niedersächsische Polizei. „Daraus hat man positive Schlüsse ziehen können“, sagt van der Werp.

Er und seine Kollegen in der Rotenburger Pressestelle mussten allerdings zunächst einmal ausloten, inwiefern sie ihren Twitter-Account tatsächlich nutzen wollen. Es gibt offiziell keine „Vorreiter-Inspektion“ in Niedersachsen, so der Polizeisprecher. Man müsse jetzt entsprechende Erfahrungen machen, die Inspektionen haben in diesen Wochen damit begonnen, das Netzwerk zu nutzen. Nach einer Einarbeitungsphase soll es ab Januar „richtig losgehen“, so der Polizeisprecher.

Keine regulären Polizeiberichte via Twitter

In Rotenburg möchte die Polizei auf eine regelmäßige Pflege ihres Profils verzichten. Es soll ein eigenständiges Angebot sein. „Wir werden keine regulären Polizeiberichte darüber verbreiten“, erklärt van der Werp. Tatsächlich wolle man den Kurznachrichtendienst in Sondereinsatzfällen – van der Werp nennt einen Großbrand, bei dem Fenster und Türen geschlossen bleiben müssen, oder Vermisstenmeldungen als mögliche Situationen – nutzen, ab und zu kämen präventive Nachrichten dazu – wie zum kommenden Sonntag, dem Tag der Einbruchssicherheit. Entschieden werde das von Fall zu Fall.

Der Polizeisprecher rechnet aber nicht damit, dass die Polizei im ländlichen und ruhigen Landkreis Rotenburg häufig zum Medium Twitter greifen muss. Eine Weiterentwicklung des Twitter-Accounts sei zunächst nicht geplant, aber, so Van der Werp: „Wir müssen gucken, wie sich das entwickelt.“

www.twitter.com/Polizei_ROW

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