Sibirienexpress rollt an

Kreiszeitung-Wetterexperte: Es wird zapfig

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Heizung an – es wird kalt! Sibirische Frostluft erreicht uns von Sonntag an. Damit sinken die Aussichten auf einen baldigen Frühling. Wir müssen uns also warm anziehen – oder zu Hause die Heizung hochdrehen. Auch ein Ofen kann helfen.

Rotenburg - Von Reinhard Zakrzewski. Auch wenn das sonnig-trockene und kalte Februarwetter in diesem Jahr Balsam für die Seele und die Natur war, sind die Aussichten für den Start in den Frühling kommende Woche nicht gerade berauschend. Denn statt lauer Vorfrühlingsluft steht uns ab Sonntag ein herber Einbruch sibirischer Frostluft ins Haus – und dass nicht zu knapp.

Dahinter steckt eine seltene Erwärmung der arktischen Atmosphäre in 15 bis 50 Kilometern Höhe. Dort, wo gewöhnlich ein Polartief liegt und die Westwinde ankurbelt, hat sich nun ein riesiges Hoch breitgemacht. Dadurch hat sich die kälteste in dieser Jahreszeit vorhandene Luftmasse vom Nordpol und Sibirien nach Westen in Bewegung gesetzt.

Am Ostrand eines mächtigen Hochs von Skandinavien bis Spitzbergen wird dieses Eisluftreservoir über Nordwestrussland angezapft und leitet eine Kältewelle wie zuletzt Anfang März 2005 ein (Rotenburg -17,7˚C/4. März). Durch den teils strammen Ostwind werden sich die Tages- und Nachttemperaturen in der kommenden Woche zeitweise wie minus fünf bis minus 15 Grad anfühlen, obwohl das Thermometer „nur“ etwa drei bis elf Grad minus anzeigt. Über einer geschlossenen Schneedecke kann es noch deutlich tiefer gehen.

Ein trockenkalter Februarausklang verheißt für den Start in den Frühling nichts Gutes. Hintergrund ist die Erhaltungsneigung der Atmosphäre, die mit östlichen Winden aus dem kalten Kontinent die Erwärmung und die für die Vegetation nötigen Niederschläge wochenlang verzögern kann. Nicht selten zieht sich das winterliche Erbe bis in den April hinein, manchmal sogar bis in den Mai (2013).

Zu kalter März und warmer aber nasser Mai

Nach den aktuellen Jahreszeitentrends der führenden Wetterdienste bleibt uns das zu kalte, niederschlagsarme, aber auch sonnige Wetter im März erhalten. Für den April sieht es derzeit nach normalem Wetter aus, bevor ein durchschnittlich warmer, aber nasser Mai dem Frühling endgültig zum Durchbruch verhelfen soll.

Auf ein spätes Frühjahr lassen auch einschlägige Bauernregeln schließen: „Felix und Petrus (21./22. Februar) zeigen an, was wir 40 Tage für Wetter han“, oder „Wie’s Petrus und Matthias (22./23. Februar) macht, so bleibt es noch durch 40 Nacht“. Hinsichtlich der Märztemperaturen stimmt die Regel zu 65 Prozent, in Bezug auf zu geringe Niederschläge sogar zu 90 Prozent.

Fazit: Derzeit sieht es nach allem aus, nur nicht nach Frühling.

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