Kreiswahlausschuss stellt Bundestagswahl-Ergebnis fest

Strich drunter

Gültig oder ungültig: So manchen Stimmzettel nimmt der Kreiswahlausschuss genau unter die Lupe.
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Gültig oder ungültig: So manchen Stimmzettel nimmt der Kreiswahlausschuss genau unter die Lupe.

Rotenburg – Jede Stimme zählt, heißt es stets in den Tagen vor einer Wahl. Schließlich geht es darum, die Politik der kommenden Jahre auf den Weg zu bringen. Das Interesse der Parteien an einer hohen Wahlbeteiligung ist groß. Jede Stimme zählt also – aber eben nicht immer. Das ist am Donnerstag in der kurzen Sitzung des Kreiswahlausschusses deutlich geworden, der das Endergebnis der Bundestagswahl für den Wahlkreis „Rotenburg I - Heidekreis“ festzustellen hatte.

Betroffen waren 15 Stimmen – das hat aber keinen Einfluss auf das Wahlergebnis.

Kreisrat Torsten Lühring

Von den 168 927 Wahlberechtigten haben am vergangenen Sonntag 125 100 Frauen und Männer tatsächlich ihre Stimmen abgegeben – 934 Erst- sowie 896 Zweitstimmen waren allerdings ungültig. Zunächst trifft der jeweilige Wahlvorstand beim Auszählen am Wahlabend die Entscheidung darüber. Doch es kommt üblicherweise auch zu Fällen, in denen die Bewertung nicht ganz so einfach ist. Bei zwölf von 270 sogenannten Schnellmeldungen waren Änderungen erforderlich, sagte der stellvertretende Wahlleiter, Kreisrat Torsten Lühring. „Betroffen waren 15 Stimmen – das hat aber keinen Einfluss auf das Wahlergebnis.“ Entweder sind es zweifelhafte Fälle, oder es stellen sich Übertragungsfehler bei den Schnellmeldungen heraus, die im Nachhinein zu berücksichtigen sind.

Sechs Parteien konnten jeweils einen Vertreter in den Kreiswahlausschuss entsenden – mit Gabriele Schnellrieder (Die Grünen), Hartmut Leefers (CDU) und Lothar Cordts (SPD) waren aber nur drei von ihnen in diese Sitzung gekommen. Im Vorfeld ihrer Entscheidung standen ihnen sämtliche Schnellmeldungen aus den Wahllokalen in vier Kisten zur Einsicht bereit.

Das besondere Interesse allerdings galt jenen Stimmzetteln, bei denen eine Bewertung – gültig oder ungültig – nicht ganz so einfach war. Der Kreiswahlleiter und sein Team hatten diese bereits herausgefiltert. Ein Beispiel: Da hat ein Wähler nicht nur zwei Kreuze – jeweils bei einem Kandidaten sowie bei einer Partei – gemacht, sondern offensichtlich ein weiteres Kreuz wieder gestrichen. Mehrfach und damit sehr deutlich. „Gültig“, lautet das Urteil des Kreiswahlausschusses. Anders sah es auf einem Stimmzettel aus, auf dem neben zwei klaren Kreuzen ein einfacher Strich in einem weiteren Feld gesetzt worden ist – „ungültig“, sagt Torsten Lühring. Sehr intensiv beschäftigt sich mit solchen Stimmzetteln vor allem Jochen Twiefel, ebenfalls bei dieser Sitzung mit am Tisch. Er hat jahrelange Erfahrung, erklärte Lühring. Keine halbe Stunde, dann machte der Kreiswahlausschuss einen Strich drunter – das Ergebnis steht.

Die Schnellmeldungen liegen zur Durchsicht bereit.

Bei den sieben Direktkandidaten hatte am Ende bekanntlich Lars Klingbeil (SPD) die Nase vorn – mit 59 131 Stimmen vor Carsten Büttinghaus (32 720 Stimmen). Auch bei den Zweitstimmen hat die SPD im Wahlkreis „Rotenburg I - Heidekreis“ gewonnen – mit 34,78 Prozent vor der CDU (25,05 Prozent), den Grünen (13,57 Prozent), der FDP mit zehn Prozent, der AfD mit acht und der Partei Die Linke mit 2,8 Prozent der Wählerstimmen.

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