CORONA UND DIE FOLGEN Sozialverband setzt auf telefonische Beratung

VdK möchte Partei ergreifen

Wollen den VdK mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken: Wilhelm Tödter (l.) und Richard Steckhan.
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Wollen den VdK mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken: Wilhelm Tödter (l.) und Richard Steckhan.

Rotenburg – „Was für eine Partei ist denn dieser VdK?“ Diese Frage hörte der Rotenburger Kreisverbandsvorsitzender des Sozialverbands Wilhelm Tödter immer wieder, als er im vergangenen Sommer an Infoständen über die Arbeit des Vereins informieren wollte.

„Damals war gerade Wahlkampf. Das Logo mit drei Buchstaben ist schnell irreführend und nicht jeder kennt den VdK“, bedauert Tödter, der selbst einen Moment überlegen muss, wofür die drei Buchstaben seines Vereins genau stehen. Der vollständige Name erinnert an die Ursprünge im Jahr 1950 und steht für „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“. „Das hat mit unserer Arbeit heute natürlich kaum noch etwas zu tun“, sagt Tödter.

Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Richard Steckhan möchte er den VdK und damit auch dessen Arbeit und Aufgaben mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. „Vor zwei Jahren haben wir unsere Vorstandsposten übernommen, nachdem der alte Vorstand aufgrund von Streitigkeiten geschlossen aufgehört hatte“, berichtet Richard Steckhan. Neben ihm und Wilhelm Tödter gehören dem neuen Vorstand Marina Gärtner, Wilfried Völz, Michael Klose, Dieter Hillermann und Elvira Braun sowie als beratendes Mitglied Kreisgeschäftsführerin Manuela Hauschild an.

Doch so richtig angekommen sei das Team noch nicht, denn die Pandemie erschwere weiterhin die Arbeit des Kreisverbands genauso wie die seiner elf Ortsverbände.

Das liege auch mit daran, dass ein Großteil der Mitglieder im Rentenalter sei, die traditionellen Weihnachtsfeiern, Vorträge und Seniorentreffs seien pandemiebedingt nicht möglich gewesen. „Die Gesundheit geht immer vor. Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr wieder mehr machen können. Der Kreisverband und die Ortsverbände stehen schon in den Startlöchern und wollen sobald wie möglich loslegen“, so Tödter, der zusätzlich den Ortsverband in Fintel leitet.

Wir haben aktuell etwa 2 400 Mitglieder im Kreisverband, vor zwei Jahren waren es noch 2242.

Wilhelm Tödter

Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen steige die Anzahl der Mitglieder. „Wir haben aktuell etwa 2 400 Mitglieder, vor zwei Jahren waren es noch 2242“, berichtet Tödter. Als Grund für den Anstieg nennt er, dass das Berufsleben immer stressiger werde und deshalb immer mehr Menschen frühzeitig in Rente gehen wollten. „Wenn der Rentenantrag abgelehnt wird, kommen wir ins Spiel und setzen uns für das Mitglied ein. Meist bewegt sich dann schnell etwas, immerhin sind wir der größte Sozialverband in Deutschland“, betont Wilhelm Tödter. Der VdK sei im Süden stärker vertreten als im Norden, wo es zusätzlich den SoVD gebe.

Der VdK habe das Problem, dass viele Menschen erst dann Mitglied werden, wenn sie Hilfe brauchen – und danach wieder kündigen. „Häufig entpuppt sich das als Fehler, weil im Alter früher oder später Wehwehchen auftreten – wir setzen uns für unsere Mitglieder ein, wenn beispielsweise die Krankenkasse eine Reha, einen Rollstuhl oder Gehhilfen ablehnt“, ergänzt Richard Steckhan.

Alle Angebote des VdK seien mit dem Mitgliedsbeitrag in Höhe von 6,60 Euro pro Monat abgedeckt: „Erst dann, wenn es vor das Sozialgericht oder höhere Instanzen geht und unsere Anwälte aktiv werden, müssen unsere Mitglieder einen kleinen Obolus zu bezahlen“, berichtet Tödter, der sich auch auf die weiteren Aktivitäten freut, die immer gut angenommen worden seien: EDV-Kurse, Mehrtagestouren, Kaffeenachmittag und Bingo sollen sobald wie möglich wieder starten. Referenten sollen zudem wieder über sozialpolitische Themen und Bestattungswege informieren. „Wir haben noch viele weitere Ideen“, so Richard Steckhan.

Er und Wilhelm Tödter hoffen, dass sie neue Mitglieder für den VdK Sozialverband gewinnen können. „Wir bilden eine große Solidargemeinschaft – je mehr sich dieser anschließen, desto stärken sind wir.“

Um die Zeit der Pandemie bestmöglich zu überbrücken, halte der Ortsverband telefonischen Kontakt zu einzelnen Mitgliedern. „Sie sollen wissen, dass wir da sind“, so Tödter, der in diesem Jahr auch wieder an Infoständen über die ehrenamtliche Arbeit des Sozialverbands informieren möchte. Wer dann noch glaubt, dass der VdK eine Partei ist, für den hat Tödter die passende Antwort: „Als Sozialverband gehören keiner Partei an, wir kümmern uns um Menschen, die unsere Hilfe brauchen.“

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