Kreistag stimmt für Mehrheitsübertragung der Ostemed GmbH an Elbe-Kliniken

Ziel: Beide Standorte für die Zukunft sichern

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Das Martin-Luther-Krankenhaus in Zeven bleibt zwar erhalten, eine durchgehende Chirurgie fällt jedoch weg.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Mit großer Mehrheit, bei sieben Gegenstimmen und zwei Enthaltungen, haben die Mitglieder des Kreistages zugestimmt, 51 Prozent der Anteile an den Ostemed-Kliniken den Stader Elbe-Kliniken zu übertragen.

Während der Sitzung am Donnerstag im Rotenburger Kreishaus wurde das gemeinsame Ziel noch einmal deutlich, sowohl das Bremervörder Krankenhaus als auch das Martin-Luther-Krankenhaus (MLK) in Zeven langfristig zu erhalten.

Der Kreistag könne stolz sein auf das Ergebnis, das aus eigener Kraft zustande gekommen sei, sagte Landrat Hermann Luttmann (CDU). Unmittelbar vor der Abstimmung hatte er noch einmal eindringlich an die Kreistagsmitglieder appelliert, für den Beschluss zu stimmen. „Die Krankenhaus-Mitarbeiter brauchen nach zwei Jahren Ungewissheit endlich Klarheit.“ Kritik übte der Landrat an den Krankenkassen, die „rigoros“ ihre Pläne verfolgt hätten, kleinere Häuser zu schließen. Luttmann hofft, dass mit der Zustimmung des Kreistages endlich die Chance gegeben sei, langfristig zwei Krankenhäuser im Nordkreis lohnend bewirtschaften zu können.

Zum 1. Januar 2016 übernehmen die Elbe-Kliniken nun die Mehrheit der Anteile der zurzeit kreiseigenen und seit Jahren defizitären Ostemed GmbH – für den symbolischen Preis von einem Euro. Die Elbe-Kliniken werden somit als Partner des Landkreises die beiden Häuser in Zeven und Bremervörde – inklusive der angeschlossenen Pflegeeinrichtungen – weiter betreiben. Dabei wird jedoch ein deutlicher Fokus auf den Standort in Bremervörde gelegt. Das Angebot in Zeven hingegen soll reduziert werden. Zwar wird es dort weiterhin eine Notfallversorgung im Bereich der konservativen Medizin geben, eine durchgehende Chirurgie fällt jedoch weg.

An der Klinik in Bremervörde steht künftig die Förderung der medizinischen Schwerpunktbildung im Fokus. Weiter sieht der Vertragsentwurf vor, die jetzt noch in Zeven ansässige Krankenpflegeschule nach Bremervörde zu verlegen. In beide Häuser soll in den nächsten Jahren kräftig investiert werden. Am Donnerstag war von knapp 31 Millionen Euro die Rede. Damit erhoffe man sich eine bessere wirtschaftliche Entwicklung der Einrichtungen.

Trotz des mehrheitlichen Votums hatten sich einige Kreistagsmitglieder hinsichtlich der ausgearbeiteten Lösung noch einmal kritisch geäußert. Zevens Bürgermeister Hans-Joachim Jaap (CDU) beantragte, die Entscheidung zu vertagen, um ein alternatives Konzept entwickeln zu können. Der Bürgermeister hatte bereits im Vorfeld die Idee ins Spiel gebracht, die stationäre Chirurgie in Zeven für zwei oder drei Jahre zu erhalten und den Bedarf anschließend neu zu bewerten. Die Zevener SPD brachte unterstützend dazu im Stadtrat einen Antrag ein. Auch die CDU/FDP-Kreistagsgruppe befürwortete diesen Vorschlag. Nach Anhörung mehrerer Experten, die konkrete Zahlen zum wirtschaftlichen Betrieb der Zevener Chirurgie präsentierten, wurde der Antrag jedoch zu den Akten gelegt. Die letzten Zahlen – durchschnittlich fünf Operationen pro Woche – sprachen eine zu deutliche Sprache.

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